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Jugendgruppe spielte "Anne Frank"

Mittwoch, 25. September 2013, 09:34 Uhr
In dieser Woche beteiligte sich die Jugendtheatergruppe der ko-ra-le Heiligenstadt mit einem Theaterstück an der interkulturellen Woche. Die Gruppe führte "Das Tagebuch der Anne Frank" je zweimal am Montag und Dienstag auf und erreichte damit 120 Schüler...

Das Stück, welches ursprünglich von Frances Gooderich und Albert Hacket ist, hat die Regisseurin Karola Klingebiel auf ihre Jugendgruppe, bestehend aus: Franziska Wetter, Reginald Jung, Jessika Weinrich, Luise Klingebiel, Olga Günther und Anne Franz, angepasst. In der Aufführung wurden nur die wichtigsten Personen und Schlüsselszenen dargeboten.

Doch zurück zur Vorstellung: Sie beginnt - die Vorhänge sind zugezogen, das Licht ist aus. Es herrscht eine angespannte Atmosphäre, die Nerven sind zum zerreißen gespannt. Dann erscheint der ersehnte Lichtkegel auf der Bühne und zu sehen ist der "Umzug" der jüdischen Familie Frank mit einer weiteren Familie in das geheime Hinterhaus im Bürogebäude des Vaters.

Zu Beginn ist dieses frühreife, kluge Mädchen Anne noch sehr lebendig und quirlig. Sie tanzt und lacht, plappert munter vor sich hin und sieht das Verstecken vor den Nationalsozialisten als ganz großes Abenteuer. Ihr Traum ist es, berühmt zu werden als Schriftstellerin, Tänzerin oder auch Schauspielerin.

Während der Zeit des Untertauchens schreibt Anne das später berühmte und zugleich tragische Tagebuch. Mit der Zeit worden die Lebensverhältnisse der Familien unerträglicher, sie sind in diesem kleinen Dachgeschoss eingepfercht wie Tiere. Die Angst entdeckt zu werden ist stets in den Köpfen der Flüchtigen, Albträume, Hunger und mangelnde Hygiene sind weitere Probleme.

Frühere, kleine Familienstreitereien eskalieren und es kommt zu emotionalen impulsiven Diskussionen. Annes ihr Charakter verändert sich im laufe der Zeit, sie wird ruhiger, schreibt immer mehr und öfter, zieht sich regelrecht in die Welt ihres Tagebuches zurück. Durch akustische Einlagen konnte der Zuschauer sich sehr gut in die Situation versetzen - es wurden originale Mitschnitte von BBC eingespielt, auch wurden Bombenangriffe und Überfälle gut inszeniert.

Die letzte Eintragung war am 1.8.1944, als Hoffnung aufkeimte, weil die Briten nun mobil machten. Doch dann wurde es dunkel auf der Bühne - Sirenen gingen, Hundegebell war zu vernehmen, entsetzliche Schreie und ein fahrender Zug. Stille. Herr Frank trat auf die Bühne und der Lichtstrahl richtet sich auf ihn, er erzählte mit schmerzerfüllter Stimme was seiner Familie zugestoßen ist - er hatte niemanden mehr. Das einzige was ihm blieb war das Tagebuch seiner Tochter, Anne Frank.

Die Premiere dieses geschichtsträchtigen Werkes war am 13. September 2013 und fünf weitere Veranstaltungen folgten.

Die "ko-ra-le" (KOmmen RAsten LEben) besteht aus einer Kinder, - Jugend - und Erwachsenengruppe.

Gefördert wird der Verein seit 2012 durch das Landesaktionsprogramm (LAP) "Toleranz fördern, Kompetenz stärken" und durch ihre Projektpatin Frau Grimm, sie ist stellvertretende Amtsleiterin in Heilbad Heiligenstadt. LAP ist ein Projekt des Bundes und der Landkreis hat sich als Träger beworben und fungiert nun als solcher.
Antonia Pfaff
Autor: en

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