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Keine Scheu vor Dreck und Laubhaufen

Donnerstag, 19. Juni 2014, 09:22 Uhr
Umweltbildung an Schulen und Kindergärten sollte nach Ansicht von Landschaftsökologin Christine Schöppe aus Silkerode weiter ausgebaut werden. Die Umweltpädagogin bietet das ganze Jahr über Projekttage, Seminare und Wandertage zu verschiedenen Themenschwerpunkten an....

Umwelt (Foto: Ch. Schöppe) Umwelt (Foto: Ch. Schöppe)

Wenn Kinder die Natur entdecken, dann schulen sie zugleich Motorik, Ausdauer und ihre Sozialkompetenzen, wie die Waldpädagogin vor Kindern und Jugendlichen in Silkerode sagte. Anlass war der erste Tag der offenen Tür ihres vor gut zwei Jahren gegründeten Bildungsdienstleisters Matres. Beim Besuchertag standen die verschiedenen Facetten von Umweltbildung im Mittelpunkt.

„Viele Kinder spielen heute allein oder zu zweit, aber nur selten in großen Gruppen“, erläuterte Christine Schöppe. Dies sei schlecht für die Entwicklung der Heranwachsende, weil sie beispielsweise nicht lernten, Konflikte zu lösen.

Umwelt (Foto: Ch. Schöppe) Umwelt (Foto: Ch. Schöppe) „Wenn Eltern Streit unter Kindern sofort schlichten, können die Kleinen nur schwer Kompetenzen entwickeln, wie sie in solchen Situationen richtig handeln sollen“, begründete sie. Zudem werde immer seltener die Freizeit an der frischen Luft verbracht. Deshalb hätten Kinder mitunter Scheu, Dreck anzufassen oder in einen Laubhaufen zu greifen.

Beim Entdecken der Natur werden nach den Worten von Schöppe eben solche Ängste genommen. Die Umweltpädagogik funktioniere vor allem über sinnliches Erleben. „Was uns bewegt, bleibt hängen. Gerade Kinder fällt das Erfahren durch Fühlen, Riechen, Hören und Schmecken noch viel leichter als Erwachsenen.“

In der Kindheit gesammelte Erfahrungen entscheiden laut der zertifizierten Waldpädagogin nicht zuletzt darüber, ob ein Erwachsener sich für Themen wie Natur- und Umweltschutz interessiert.

Die Landschaftsökologin hofft, dass der Lehrplan an Schulen künftig mehr Themen und Projekte zu Umweltfragen vorschreibt als bisher. Hier sehe sie noch Nachholbedarf. Umweltbildung rege neben der Wissensvermittlung auch die Kreativität und die Freude an der Bewegung an, begründete Schöppe. Dies zeigte einmal mehr der Tag der offenen Tür. Kinder konnten ihre Treffsicherheit beim Weitwurf mit Fichtenzapfen unter Beweis stellen, den Barfußpfad betreten und die gefiederten „Bewohner“ von Nistkästen beobachten.
Autor: en

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