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Demos in Göttingen

Samstag, 26. Juli 2014, 22:45 Uhr
An einer angezeigten Kundgebung gegen den Krieg in Gaza haben sich heute Nachmittag in der Zeit von 16.00 bis 17.00 Uhr auf dem Göttinger Marktplatz rund 250 Menschen beteiligt....

Die Versammlung verlief aus Sicht der Polizei Göttingen
friedlich und ohne Zwischenfälle. Nach derzeitigen Erkenntnissen wurden weder antisemitische Parolen bzw. volksverhetzende Äußerungen
skandiert oder gezeigt und auch Kennzeichen/Symbole verbotener
Organisationen wurden nicht verwendet.

Zu Zwischenfällen kam es jedoch im Umfeld einer parallel dazu
kurzfristig bei der Einsatzleitung der Polizei angezeigten "Pro
Israel" Versammlung in der Weender Straße in Höhe "Nabel". An der
Kundgebung nahmen ca. 40 Personen teil, die die Polizei Göttingen
der linken Szene zurechnet. Es wurden u. a. israelische
Nationalfahnen gezeigt und Redebeiträge abgehalten.

Im weiteren Verlauf und noch vor der offiziellen Beendigung der
"Gaza"-Kundgebung auf dem Marktplatz fanden sich nach und nach
Einzelpersonen und auch kleinere Personengruppen in der Nähe der "Pro
Israel"-Kundgebung auf der Weender Straße ein und skandierten
israelkritische Parolen. Die "Pro Palästina"-Menschenmenge wuchs von
zuerst 40 auf schließlich ca. 90 Personen an. Sie setzte sich nach
derzeitigen Erkenntnissen sowohl aus ehemaligen Teilnehmer der
"Gaza"-Demo auf dem Markt als auch anderen Palästina-Unterstützern
zusammen.

Die Polizei, die angesichts der gewalttätigen Ausschreitungen bei
der "Gaza-Demo" am vergangenen Samstag (siehe hierzu unsere
Pressemitteilung Nr. 451 vom 19.07.14) mit einem großen
Kräfteaufgebot in der unmittelbaren Innenstadt im Einsatz war,
sperrte sofort die Zugangsmöglichkeiten zum Kundgebungsort ab, um
eine räumliche Trennung beider Parteien herbeizuführen und
Auseinandersetzungen zu verhindern.

Ein zu diesem Zeitpunkt bereits im unmittelbaren Umfeld des
"Nabel" stehender Mann lief plötzlich auf die "Pro Israel" Teilnehmer
zu, und versuchte, eine israelische Nationalfahne zu entreißen. Der
Göttinger wurde sofort von Einsatzkräften ergriffen und vorläufig
festgenommen.

Aus der emotional aufgewühlten und teilweise sehr aggressiven
Menge heraus, kam es wenig später zu mehreren Eierwürfen in Richtung
der pro israelischen Kundgebung. Die Polizei konnte zwei mutmaßliche
Eierwerfer beobachten und aus der Menschenmenge herausholen und
identifizieren.

Die Ansammlung wurde anschließend von der Polizeieinsatzleitung
aufgefordert, den Abstand zum "Nabel" zu vergrößern und sich ca. 50
Meter in Richtung Markt zu entfernen. Dieser Anweisung kamen die
Teilnehmer schließlich zögerlich nach.

Die "Pro Israel"-Kundgebung wurde 17.45 Uhr vom Versammlungsleiter
für beendet erklärt. Kurz danach löste sich auch die "Pro
Palästina"-Ansammlung auf.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Nötigung/Verdacht
des versuchten Raubes einer israelischen Fahne, versuchter
Sachbeschädigung durch Eierwürfe, versuchter Körperverletzung und
Beleidigung ein.
Autor: en

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