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Krankenstand im Eichsfeld bleibt stabil

Dienstag, 28. Oktober 2014, 16:05 Uhr
Der Krankenstand im Landkreis Eichsfeld hat sich 2013 nicht verändert. Das hat heute Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit bekanntgegeben. In einem Pressegespräch erläuterte sie außerdem eine sehr interessante Studie zum Thema Stress von erwerbstätigen Eltern....


DAK (Foto: Ilka Kühn) DAK (Foto: Ilka Kühn)

Beatrice Knauft-Müller und ihre Kollegin Petra Fütterer von der DAK beim heutigen Pressegespräch in Leinefelde. Foto: Ilka Kühn.

Im gesamten Bundesland Thüringen stiegen die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen hingegen um 0,2 Prozentpunkte an. Mit 4,6 Prozent hatte die Region nun einen geringeren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (4,8 Prozent). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 46 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Thüringen wurde mit 5,4 Prozent in Eisenach und dem Wartburgkreis verzeichnet, der niedrigste mit 4,1 Prozent im Landkreis Greiz.

Wie der aktuelle DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis Eichsfeld zeigt, veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr bei einigen Diagnosen der Krankenstand. So ging die Zahl psychischer Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen gehören, um fast 17 Prozent zurück. Hintergrund dafür waren eine kürzere durchschnittliche Erkrankungsdauer und weniger Einzelfälle. Auch Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen nahmen um fast 16 Prozent ab. Die Diagnose blieb aber Hauptursache für Arbeitsausfall in der Region. Eine Steigerung der Krankschreibungen um knapp 14 Prozent wurde bei Verletzungen und Vergiftungen verzeichnet. Auch Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis wurden im Untersuchungszeitraum häufiger verzeichnet.

„Der gleich bleibende Krankenstand im Landkreis Eichsfeld hat verschiedene Aspekte“, erklärt Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit die Ergebnisse. „Während Kurzzeit-Krankheiten wie Erkältungen für Arbeitgeber in der Regel leichter zu bewältigen sind, bedeuten längere Erkrankungen wie seelische Leiden meist größere Probleme.“ In Thüringen sind die Fehltage durch psychische Erkrankungen seit dem Jahr 2000 um 240 Prozent gestiegen.

Deshalb unterstütze die Kasse auch Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und zeige Wege auf, wie sie die Beanspruchung ihrer Mitarbeiter durch effektive Prävention besser ausgleichen könnten.

Eltern und Kinderlose haben
gleiche Stressbelastung im Job


Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport speziell die Situation der sogenannten Rushhour-Generation. Die „Rushhour“ bezeichnet die Lebensphase zwischen 25 und 39 Jahren, in der sich vielfältige Anforderungen aus Beruf und Familie ballen. Die Krankenkasse hat dafür den Krankenstand ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 3.000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Ein Fazit: Obwohl viele Männer und Frauen ab 25 Jahren wegen Mehrfachbelastung unter Druck stehen, wirkt sich das kaum bei den Krankschreibungen aus. Sie fallen im Job seltener aus als jüngere Kollegen und sind kürzer krankgeschrieben als die Älteren. Im Vergleich zu den über 40-Jährigen haben sie 40 Prozent weniger Ausfalltage. Weiteres wichtiges Studienergebnis: Erwerbstätige Eltern leiden nicht mehr unter chronischem Stress als Berufstätige ohne Kinder.

Chronische Krankheiten kündigen sich an
„25- bis 39-jährige Arbeitnehmer sind besonders beansprucht“, so Knauft-Müller „Die Bewältigung der Rushhour gelingt ihnen meist ohne gesundheitliche Nachteile. Sollen sie aber bis zur Rente produktiv bleiben, müssen Arbeitgeber nachhaltig in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren. Der in dieser Gruppe niedrigere Krankenstand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in diesem Alter bereits erste Ansätze für chronische Krankheiten bilden.“ So waren in dieser Altersgruppe im Jahr 2013 in Thüringen rund 42 Prozent mit Rückenproblemen beim Arzt. Unter den 20 häufigsten Einzeldiagnosen bei Männern gab es neben den akuten Beschwerden bereits langfristige Beeinträchtigungen: Knapp zehn Prozent der Männer ließen sich wegen Bluthochdruck behandeln, der häufig in Verbindung mit Stress und Bewegungsmangel steht. 27 Prozent der Beschäftigten mussten wegen eines psychischen Leidens zum Arzt. Diese Krankheitsbilder sind bei jüngeren Erwerbstätigen beachtenswert, da sie häufig wiederkehren und den Gesundheitszustand langfristig erheblich beeinträchtigen können.

Mütter sehen Karrierenachteil durch Kinder

Vor diesem Hintergrund ist es problematisch, dass erwerbstätige Eltern weniger auf ihre Gesundheit achten. Laut DAK-Studie machen viele Mütter und Väter im Spagat zwischen Job und Kindern Abstriche bei sich selbst. Berufstätige Eltern in Thüringen treiben seltener regelmäßigen Sport und schlafen weniger als Kinderlose. Weit mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, nicht genug Zeit für sich selbst zu haben. Außerdem fürchtet fast jede zweite Mutter Karrierenachteile durch ihre Kinder. Bei den Vätern geben dies nur knapp 14 Prozent an.

Betriebe haben Nachholbedarf
„In Sachen Familienfreundlichkeit haben viele Arbeitgeber in Thüringen noch Nachholbedarf“, betont Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit. Sehr oft lägen Wunsch und Wirklichkeit auseinander. So sind laut Studie sechs von zehn erwerbstätigen Eltern der Meinung, Gleitzeit würde ihren Alltag erleichtern, aber nur ein Drittel kann ein entsprechendes Angebot nutzen. Auch Betriebskindergärten oder -krippen sind bei ihnen beliebt – aber nur eine kleine Minderheit der Firmen in Thüringen bietet sie an.

Oft fehlt es den Eltern auch schlicht an mehr Verständnis: Jeder Zweite wünscht sich, dass Kollegen und Chefs seine Familiensituation bei der Planung von Terminen berücksichtigen, aber nur 24 Prozent können mit so viel Umsicht rechnen Knauft-Müller: „In der Arbeitswelt werden die Bedürfnisse vieler Eltern nicht berücksichtigt. Das erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

Die DAK-Gesundheit hat rund 180.000 Versicherte in Thüringen, davon rund 8000 im Landkreis Eichsfeld.
Autor: en

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