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Reisebüros mit Rückenwind

Freitag, 27. Februar 2015, 14:17 Uhr
Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Bestätigt wird dies durch den aktuellen Branchen-Vertriebsklima-Index. Zu Jahresbeginn 2015 berichtet fast die Hälfte der rund 210 deutschlandweit befragten Reisebüros über einen positiven Geschäftsverlauf und steigende Umsätze...


Gerade einmal 15 Prozent sind unzufrieden. Ein Trend der auch im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erkennbar ist.

„Die Kunden sind zunehmend bereit, tiefer in die Tasche zu greifen und buchen zwischenzeitlich mehr hochwertigere Reisen. Außergewöhnliche Ziele wie Grönland oder die Antarktis stellen keine Ausnahme mehr dar“, so Charlotte Wache, Inhaberin der Reisebüros Wache in Erfurt.

„Ein Trend bei uns sind USA-Rundreisen, Reisen nach Kanada und Südamerika und nach wie vor Kreuzfahrten. Auch die Dauer der Reisen steigt – drei Wochen sind keine Seltenheit“, so Gabriele Weber, Reisebüro Wollschläger in Gotha. Diese Tendenz dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen.

„Dabei hat sich das Buchungsverhalten in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Bei der Urlaubsplanung informieren sich die Kunden vorab erst einmal im Internet, um dann nach persönlicher Beratung im Reisebüro zu buchen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Inzwischen beginne jeder zweite Urlaub mit einer Recherche im Internet und der abschließenden Buchung vor Ort. Dies zeige aber auch, dass auf die persönliche Betreuung nach wie vor großer Wert gelegt wird.

„Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest in der die Qualität und die Preisunterschiede zu Onlineanbietern unter die Lupe genommen wurden, gibt den Reisebüros Rückenwind“, unterstreicht der IHK-Chef. Die Preise von klassischen Pauschalreisen seien sowohl im Reisebüro als auch im Internet weitgehend gleich. Darüber hinaus gelinge aber dem versierten Reiseverkäufer vor Ort die Suche nach dem speziellen Wunschangebot meist schneller. Der Kunde erhalte in der Regel also wichtige und hilfreiche Zusatzinformationen und profitiere vom umfangreichen Hintergrundwissen des Beraters.

„Die anhaltend positive Stimmung in der Branche hat sicher auch dazu beigetragen, dass erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Reisebüros nicht mehr rückläufig ist“, berichtet Grusser. In Mittel- und Nordthüringen stabilisiere sich deren Anzahl gegenwärtig. Inwieweit das eine wirkliche Trendwende bedeute, lasse sich jedoch heute noch nicht abschätzen. Deutschland verfüge – bezogen auf die Zahl der Einwohner – nach wie vor über eines der dichtesten Reisebüronetze weltweit.
Autor: red

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