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25 Jahre Lebenshilfe - nicht nur eine Zahl..

Dienstag, 24. März 2015, 19:52 Uhr
25 Jahre Lebenshilfe Leinefelde-Worbis, das ist nicht nur eine Zahl. Das sind Schicksale, Biografien, Entwicklungen, aber auch erfüllte oder nicht erfüllte Wünsche und Hoffnungen von Eltern und
Angehörigen und von Menschen mit Behinderung. Ein Bericht von Gisela Reinhardt...

Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn) Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn)

Jeder, der zahlreichen Gäste der Festveranstaltung am Freitag in der Lindenhalle in Niederorschel hatte seine ganz eigene Verbindung mit dem Verein. 10 Ehrenurkunden, überreicht an die Mitglieder, die sich seit 25 Jahren ununterbrochen als Mitglied für den Verein engagieren stehen symbolisch für den Beginn von neuen Strukturen und Formen des Einsatzes für Menschen mit Behinderung. Jede der geehrten Personen hatte in den Stunden des Festaktes persönliche Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühle im Kopf.

Dennoch kam keine Wehmut auf. Dafür war das Programm auf der Bühne zu lebendig und sprühte voller Freude. Die Schüler der Tabaluga-Förderschule tanzten ein Stück aus dem Musical „König der Löwen“ und Chor und Rhythmusgruppe der Werkstatt sorgten mit ihren musikalischen Darbietungen für Gänsehautfeeling. Geschäftsführerin Rosi Burgdorf nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Angehörigen, Partnern, Freunden und Förderern für die gute Zusammenarbeit zu bedanken.

Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn) Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn)

Dass die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis einen festen Platz im sozialen Gefüge der Region hat, machten die
Gastredner in ihren Grußworten deutlich. Gerald Schneider, stellvertretender Landrat betonte, dass Menschen mit Behinderung nicht unser Mitleid brauchen, sondern Anerkennung, Akzeptanz und Unterstützung. Helmut Funke, 1. Beigeordneter der Stadt Leinefelde-Worbis vertrat Bürgermeister Gerd Reinhardt. Emotional und anschaulich beschrieb er seine Erfahrungen aus der Kinderzeit mit Menschen mit Behinderung. Er freute sich für die behinderten Menschen unserer Zeit, dass ihnen schon jetzt gute Möglichkeiten der Partizipation in der Gesellschaft zur Verfügung stehen, auch, wenn die Entwicklung weitergehen muss.

Die Geschäftsführerin des Landesverbandes, Katja Heinrich überbrachte Grüße und Glückwünsche des Landesverbandes und lobte die Arbeit des Vereins. Sie wies aber auch auf neue Herausforderungen hin, denn der demografische Wandel macht auch vor Menschen mit Behinderung nicht Halt. Hans Dannoritzer, Bürgermeister von Niederorschel war gern gekommen, um die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis in seinem Ort zu begrüßen. Als Lehrer am Worbiser Gymnasium hatte er schon vor Jahren bei seinen Besuchen mit Schülern in der Werkstatt gute Erfahrungen mit der Freundlichkeit und dem besonderen Charme von Menschen mit Behinderung machen können. Er betonte, wie seine Vorredner auch, dass er nicht gekommen sei, weil der Termin im Kalender stand, sondern, weil es ihm wichtig war!

Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn) Lebenshilfe (Foto: Bernhard Berkhahn)


Andrea Gunkel, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis unternahm einen Exkurs in die 25jährige Geschichte des Vereins. „ Bei einem Blick „über den Zaun“ nach der politischen Wende und durch Besuche bei Betroffenen im anderen Teil Deutschlands waren freundschaftliche Kontakte entstanden. Unsere Eltern und Angehörigen lernten die Arbeit der Lebenshilfe kennen und informierten sich über die Erfahrungen in den selbstständigen Ortsvereinen.

Deren Gründung war häufig durch die Initiative von Eltern behinderter Kinder ausgelöst worden. Das hatte Mut gemacht, selbst die Initiative zu ergreifen und sich als gemeinnütziger Verein als Dienstleister und Interessenvertretung für die Belange von Menschen mit insbesondere geistiger Behinderung und ihrer Familien einzusetzen.“ Als Elterninitiative 1990 gegründet, entwickelte sich die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis stetig weiter.

Im Laufe der Jahre entstanden eine neue Werkstatt, eine neue Wohnstätte und eine neue Förderschule. Es gibt einen Familienentlastenden Dienst und eine Tagesstätte für älter und schwächer werdende Menschen mit geistiger Behinderung. Die Lebenshilfe Leinefelde ist vortrefflich aufgestellt und befindet sich auf einem guten Weg in eine sichere Zukunft für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.

Die Kampagne „Du bist mir wichtig“, die über 52 Wochen lief und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Menschen mit Behinderung zusammengebracht hat, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass nicht nur behinderte Menschen bereits fester Bestandteil der Gesellschaft sind, sondern dass soziales Engagement in der Region selbstverständlich ist.
Gisela Reinhardt
Autor: en

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