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Morgenpirsch am grünen Band

Freitag, 24. April 2015, 17:03 Uhr
Vor ein paar Tagen trafen sich in den Morgenstunden verschiedene Wanderer aus den drei Ländern Hessen, Niedersachsen und Thüringen vor dem Klausenhof – Naturparkpartner des Naturparkes Eichsfeld-Hainich-Werratal - unterhalb der Burg Hanstein in Bornhagen....

Wandergruppe (Foto: Fam. Röhrig) Wandergruppe (Foto: Fam. Röhrig)

Vom Gesang der Vögel begleitet, ging es zunächst bergauf zum Eckstieg gegenüber der Burg Hanstein. Es war wie Frühlingserwachen. Die ersten blühenden Pflanzen, Buschwindröschen, Himmelschlüssel, Gelbblüher, Weidenkätzchen am Wegesrand
erfreuten uns sehr. Das Schlagen der Amseln, das Rufen der Finken, Eichelhäher und Ringeltauben begleitete unseren Weg, der weiter über den Bienenhof am Teich vorbei über „Sankt Georgen“ auf dem Kolonnenweg an der ehemaligen Grenze führte.

Über unseren Köpfen zogen der rote Milan und der Bussard seine Kreise. Stockentenpaare flogen zum Teich. Einen Halt machten wir am Kunstwerk „Am Ende ist auch immer ein Anfang“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze am Friesenbach. Auch ein fast unbekannter Feldstein mit der Inschrift von Heinrich Heine „Ich hatte einst ein schönes Vaterland…“zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Weiter oben findet man auch Steine, einst gesetzt vom Grafen von der Schulenburg, die unter anderem auf den Tod seiner Kinder, auf Hans und Sophie Scholl, die Männer des 20ten Juli 1944 u.a. hinweisen.

Unser Weg führte uns weiter am grünen Band am Winterberg über den alten Bornhagener Weg zu einer gänzlich vom Wald umgebenen Wiese. Geschützt vor Insektiziden, Pestiziden und künstlicher Düngung können hier alte Obstbäume und vor allem Wildkräuter wie z.B. Quendel, Johanniskraut und Tausendgüldenkraut prächtig gedeihen.

Nun ging es durch Kiefernwaldung, die schon fast die ehemaligen Obstwiesen der Bornhägener überwuchert haben. Beim überall vernehmbaren Knacken der Kiefernzapfen in der wärmenden Sonne erfreute das Herz strahlend weiß blühende Schwarzdörner und die Wilde Kirsche. Weiter ging es über den Berg auf dem Kolonnenweg runter zum Siesterbach. Die Bienen schwärmten um die voll erblühten Weiden und trugen den ersten Honig des Jahres zu ihren Bienenstöcken am grünen Band.

Blindschleiche (Foto: Fam. Röhrig) Blindschleiche (Foto: Fam. Röhrig) Wir kamen zum Stürzlieder Berg, wo wir durch Rehwild begrüßt wurden. Ein mächtiger Horst der Kolkraben im noch kahlen Geäst zog unsere Blicke auf sich und am Wegesrand blühte der Seidelbast im schönsten tiefdunklen Rosa. Auf der Höhe erreichten wir den alten Grenzweg, der im Jahre 1837 das Königreich Preussen und Kurhessen trennte. Auch heute noch sind diese massiven Grenzsteine Zeugen der Geschichte. Auch dieser Weg führte uns wieder auf den Kolonnenweg am grünen Band.

Am Wegesrand sonnte sich eine Blindschleiche. Über die ehemaligen Weinberge kamen wir zum alten Holz und von dort wieder zum Klausenhof, wo uns Eichsfelder Spezialitäten und ein frischer Trunk erquickte. Alle Teilnehmer waren sich einig, es war ein wunderschönes Erlebnis und verdient es wiederholt zu werden.
Klaus Röhrig
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