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15 Millionen Euro für Breitband

Dienstag, 28. April 2015, 11:48 Uhr
„Thüringen braucht mehr Tempo auf den Thüringer Datenautobahnen, um für die Digitalisierung gerüstet zu sein“: Das sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee anlässlich der heutigen „3. Regionalkonferenz Breitbandausbau“ in Erfurt....

Er begrüßte die dort getroffene Ankündigung von Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dass Mittel aus der anstehenden Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen vor allem dort für den Breitbandausbau eingesetzt werden sollen, wo noch keine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde besteht. „Es ist gut, dass die auf Bundesebene vereinbarten zusätzlichen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten jetzt schnell auf den Weg gebracht werden“, so Tiefensee.

Damit werde auch die Breitbandstrategie Thüringens unterstützt, die nach der Absicherung der Grundversorgung jetzt auf den Ausbau des schnellen Internets ausgerichtet ist. So sollen die Mittel u.a. in den weiteren Breitbandausbau, aber auch in die Stärkung der Beratungstätigkeit des Breitbandkompetenzzentrums fließen, sagte der Minister.

Zwar habe sich in Thüringen beim Breitbandausbau in den letzten Jahren einiges getan, so der Wirtschaftsminister. Lag die Breitbandabdeckung mit zwei Megabit pro Sekunde im Jahr 2010 noch bei 71 Prozent der Haushalte, ist inzwischen eine Grundversorgung flächendeckend gewährleistet. Allerdings: Bandbreiten von mehr als 30 Megabit pro Sekunde stehen in Thüringen erst etwa 627.000 Haushalten (56 Prozent aller Haushalte) zur Verfügung, 593.000 Haushalte (53 Prozent) verfügen über Bandbreiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde.

Wie im Koalitionsvertrag der Landesregierung vereinbart, werde das Wirtschaftsministerium den Breitbandausbau im Land deshalb über das Landes-programm Breitband und das Breitbandkompetenzzentrum weiter vorantreiben. Dafür will das Land in der neuen Förderperiode 15 Millionen Euro zur Verfügung stellen. „Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der Lebensverhältnisse geht mit großen Schritten voran“, sagte Tiefensee. Insbesondere solche Entwicklungen wie Industrie 4.0, Cloud Computing, HDTV, E-Health oder E-Commerce stellten immer höhere Anforderungen an Bandbreiten. „Die Thüringer Bürger und Unternehmen brauchen schnelles Internet, damit sie von neuen technologischen Entwicklungen nicht abgekoppelt werden.“

Mit einer zusätzlichen deutlichen Unterstützung des Bundes und einem auch künftig hohen Engagement der Telekommunikationsunternehmen im Land sei es möglich, die selbst gesteckten Ziele beim Breitbandausbau in Thüringen bis spätestens zum Ende des Jahrzehnts zu erreichen: „Wir wollen einen großen Schritt nach vorne machen, um 30, 50 und am besten sogar 100 Megabit pro Sekunde flächendeckend anbieten zu können.“


Hintergrund:
Der Bund plant, die aus der für das zweite Quartal 2015 geplanten Versteigerung von Funkfrequenzen (der sog. „Digitalen Dividende“) resultierenden Einnahmen für die Versorgung mit schnellem Internet zur Verfügung zu stellen. Die Höhe dieser Einnahmen kann derzeit allerdings noch nicht genau beziffert werden. Die Mittel sollen zum einen dafür eingesetzt werden, die Kommunen beim Breitbandausbau zu entlasten, zum anderen sollen Digitalisierungsprojekte wie kostenlose W-LAN-Angebote in Städten gefördert werden.
Autor: en

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