"Herbstblond" - aus dem Leben von Thomas Gottschalk
Montag, 25. Mai 2015, 15:22 Uhr
Muss man ihn eigentlich vorstellen? Ihn, den die größte Boulevardzeitung Deutschlands als den Showtitan gekürt und der uns regelmäßig in unseren Wohnzimmern besucht hat -Thomas Gottschalk. "Herbstblond" ist seine Autobiographie. Stefan Peter schreibt darüber...
Herbstblond (Foto: Verlag Heyne)
Thomas Gottschalk war irgendwie immer da. Er war und ist ein Teil der Familie, der, ob im Radio (ja, ich hab ihn heimlich auf B3 gehört und bin ein Fan seit dieser Zeit) oder später im TV, uns so manchen Abend mit seiner frechen und doch liebenswerten, jugendlich frischen und teils unkonventionellen Art begleitet hat.
Nun ist er tatsächlich schon 65! Es ist irgendwie unglaublich - aber wahr. Zeit also für den letzten großen Show –Dinosaurier und Paradiesvogel im TV
Rückschau zu halten, auf all das, was ihn bewegt und ihn zu dem gemacht hat was er ist.
Er erzählt frei von der Leber weg, auf rund 367 selbst geschriebenen (!) Seiten, auf sehr unterhaltsame Art und Weise aus seinem Leben. Dabei zieht der Autor gleich von Beginn an seine geneigten Leser förmlich in seinen Bann, geht mit ihnen durch die verschiedensten Epochen seines Lebens, gewährt hier und da tiefe Einblicke in seine Gefühle und Gedankenwelt und natürlich ins Showgeschäft.
Gottschalk beschreibt dabei seine einzigartige Karriere nicht großkotzig, sondern eher bescheiden und bleibt damit äußerst glaubwürdig. Zwischen selbstbewusstsein und Arroganz verläuft ein schmaler Grat. Auf dem stehe ich, rudere mit den Armen und versuche, die Balance zu halten.
Man nimmt ihm einfach ab, was er da erzählt. Denn schließlich ist er tief im Herzen der Junge aus Kulmbach geblieben mit beiden Beinen auf dem Boden, der einfach nur das Große Glück hatte meist zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein oder einfach vielleicht bewusst oder unterbewusst das Richtige tat.… und dabei nicht mit dem großem Plan fürs Leben in der Tasche.
Nein, meist aus dem Bauch heraus traf und trifft er Entscheidungen und das mit jeder Menge Flausen im Kopf, ne große Klappe und Spaß an dem was er tut und viel echter Natürlichkeit im Gepäck. So baute er sich mit viel Glück eine einzigartige Karriere auf.
Klar gab es da auch viele Förderer, aber auch viel Neid, Missgunst und den einen oder andern Rückschlag. So erzählt er im ersten Teil der Autobiographie, was ihn als jungen Menschen geprägt hat, wie er zum Radio kam, zum Fernsehen, alles über Wetten dass...? und natürlich auch über seine aktuelle Situation in seinem Leben.
Beginnend mit Teil 2 lädt er dann aber seine Leser ein, ihn nun ganz persönlich auf einer Reise durch sein Denken zu begleiten. So macht er sich viele Gedanken über Religion, das Fernsehen, das Alter, sein Verhältnis zu den Fans, Familie, Karriere und Geld und es lohnt sich ihm dabei immer wieder zu folgen. Dabei ist er auch mal ungewohnt ernst, wo es sich nicht vermeiden lässt, wobei er mit einer fast schon spitzbübisch geprägten Freude beim Schreiben Themen angeht, die man ihm als lockeren Showman erst mal so überhaupt nicht zugetraut hat.
Fazit: Wer Thomas Gottschalk mag und mehr über ihn erfahren möchte, für den ist Herbstblond ein Buch, ganz pur, ganz echt, ganz der Thommy.
Man sieht ihn nicht mehr nur als den bunten paradiesvogel, der mit Frauen flirtet (und hier und da ans Knie fast) und dabei Sprüche klopft – Gottschalk ist in Wirklichkeit ein kritischer Mensch mit sich selbst und anderen, der unheimlich liebevoll über sein Elternhaus schreibt, der seine eigene Familie zusammenhält und altersweise genug ist zu wissen, dass innerhalb seines Berufslebens vieles auch ganz anders hätte laufen können.
Mit anderen Worten ein Buch, das unterhält und überrascht mit einem Gottschalk in Bestform ehrlich und bodenständig.
Stefan Peter
Autor: en
Herbstblond (Foto: Verlag Heyne)
Thomas Gottschalk war irgendwie immer da. Er war und ist ein Teil der Familie, der, ob im Radio (ja, ich hab ihn heimlich auf B3 gehört und bin ein Fan seit dieser Zeit) oder später im TV, uns so manchen Abend mit seiner frechen und doch liebenswerten, jugendlich frischen und teils unkonventionellen Art begleitet hat. Nun ist er tatsächlich schon 65! Es ist irgendwie unglaublich - aber wahr. Zeit also für den letzten großen Show –Dinosaurier und Paradiesvogel im TV
Rückschau zu halten, auf all das, was ihn bewegt und ihn zu dem gemacht hat was er ist.
Er erzählt frei von der Leber weg, auf rund 367 selbst geschriebenen (!) Seiten, auf sehr unterhaltsame Art und Weise aus seinem Leben. Dabei zieht der Autor gleich von Beginn an seine geneigten Leser förmlich in seinen Bann, geht mit ihnen durch die verschiedensten Epochen seines Lebens, gewährt hier und da tiefe Einblicke in seine Gefühle und Gedankenwelt und natürlich ins Showgeschäft.
Gottschalk beschreibt dabei seine einzigartige Karriere nicht großkotzig, sondern eher bescheiden und bleibt damit äußerst glaubwürdig. Zwischen selbstbewusstsein und Arroganz verläuft ein schmaler Grat. Auf dem stehe ich, rudere mit den Armen und versuche, die Balance zu halten.
Man nimmt ihm einfach ab, was er da erzählt. Denn schließlich ist er tief im Herzen der Junge aus Kulmbach geblieben mit beiden Beinen auf dem Boden, der einfach nur das Große Glück hatte meist zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein oder einfach vielleicht bewusst oder unterbewusst das Richtige tat.… und dabei nicht mit dem großem Plan fürs Leben in der Tasche.
Nein, meist aus dem Bauch heraus traf und trifft er Entscheidungen und das mit jeder Menge Flausen im Kopf, ne große Klappe und Spaß an dem was er tut und viel echter Natürlichkeit im Gepäck. So baute er sich mit viel Glück eine einzigartige Karriere auf.
Klar gab es da auch viele Förderer, aber auch viel Neid, Missgunst und den einen oder andern Rückschlag. So erzählt er im ersten Teil der Autobiographie, was ihn als jungen Menschen geprägt hat, wie er zum Radio kam, zum Fernsehen, alles über Wetten dass...? und natürlich auch über seine aktuelle Situation in seinem Leben.
Beginnend mit Teil 2 lädt er dann aber seine Leser ein, ihn nun ganz persönlich auf einer Reise durch sein Denken zu begleiten. So macht er sich viele Gedanken über Religion, das Fernsehen, das Alter, sein Verhältnis zu den Fans, Familie, Karriere und Geld und es lohnt sich ihm dabei immer wieder zu folgen. Dabei ist er auch mal ungewohnt ernst, wo es sich nicht vermeiden lässt, wobei er mit einer fast schon spitzbübisch geprägten Freude beim Schreiben Themen angeht, die man ihm als lockeren Showman erst mal so überhaupt nicht zugetraut hat.
Fazit: Wer Thomas Gottschalk mag und mehr über ihn erfahren möchte, für den ist Herbstblond ein Buch, ganz pur, ganz echt, ganz der Thommy.
Man sieht ihn nicht mehr nur als den bunten paradiesvogel, der mit Frauen flirtet (und hier und da ans Knie fast) und dabei Sprüche klopft – Gottschalk ist in Wirklichkeit ein kritischer Mensch mit sich selbst und anderen, der unheimlich liebevoll über sein Elternhaus schreibt, der seine eigene Familie zusammenhält und altersweise genug ist zu wissen, dass innerhalb seines Berufslebens vieles auch ganz anders hätte laufen können.
Mit anderen Worten ein Buch, das unterhält und überrascht mit einem Gottschalk in Bestform ehrlich und bodenständig.
Stefan Peter
