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WAZ Obereichsfeld investiert

Sonntag, 31. Mai 2015, 20:29 Uhr
Heute führte der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ) anlässlich des Weltwassertags einen Tag der offenen Tür auf der Kläranlage Leinetal durch.....

Tag der offenen Tür (Foto: Sarah Exner) Tag der offenen Tür (Foto: Sarah Exner)

Zum Tag der offenen Tür am 31. Mai 2015 auf der Kläranlage Leinetal bekamen Besuchergruppen bei regelmäßigen Führungen einen Einblick, wie die moderne Abwasserentsorgung funktioniert.

Die zahlreichen Besucher bekamen nicht nur die Chance, den 16 Meter hohen Faulturm aus nächster Nähe zu betrachten, sie konnten sich von den Experten der EW Wasser GmbH auch die Funktionsweise des Klärwerks erläutern lassen.

Tag der offenen Tür (Foto: Sarah Exner) Tag der offenen Tür (Foto: Sarah Exner)

Mit dem Ausbau bzw. der Modernisierung wasser- und abwassertechnischer Anlagen sind der Zweckverband und seine Betriebsführerin, die EW Wasser, auch 2015 Impulsgeber für die regionale Entwicklung. Über 260 Millionen Euro hat der WAZ Obereichsfeld von 1990 bis Ende 2014 im Verbandsgebiet bereits investiert.

Für Großbartloff ist der Zweckverband am grundhaften Ausbau des östlichen Abschnitts der Ortsdurchfahrt beteiligt und nimmt dort etwa 1,2 Millionen Euro in die Hand. In Büttstedt, Effelder, Heuthen sowie der Hospitalstraße in Heilbad Heiligenstadt werden ähnliche Gemeinschaftsprojekte zusammen mit dem Straßenbau umgesetzt. Rund 400.000 Euro werden hier jeweils investiert. Im Süden des Verbandsgebiets – in Mihla – wird mit einem Umfang von 250.000 Euro die Dietzelsgasse gemeinsam mit der Gemeinde saniert. All diese Beispiele stehen stellvertretend für 37 umfangreiche Einzelmaßnahmen sowie eine Vielzahl von kleineren Instandhaltungsmaßnahmen, die allein dieses Jahr auf dem Programm der
EW Wasser stehen.

Winfried Kaufhold, Betriebsleiter der EW Wasser, geht ins Detail: „Nach der Erweiterung und energetischen Optimierung der Kläranlage Leinetal konnte das erste komplette Jahr des Faulbetriebs mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen werden. Durch die Nutzung der Faulgase in einem Blockheizkraftwerk erzeugt die Anlage rund 75 Prozent ihres Bedarfs an Strom und Wärme selbst.“ Doch damit nicht genug: Mittelfristiges Ziel ist die vollständige Abdeckung des Eigenenergiebedarfs.

Durch ein Ultraschalldesintegrationssystem soll in diesem Jahr die Energieerzeugung um weitere 5 Prozentpunkte erhöht werden. Der Betriebsleiter erklärt, was dahinter steckt: „Mit Ultraschall wird die Struktur des Klärschlamms verändert und somit die Trennung der festen von den flüssigen Stoffen erleichtert. Die Faulgasproduktion sowie dessen Qualität werden dadurch optimiert und die Stromproduktion weiter erhöht. Auch die zu entsorgende Schlammmenge reduziert sich. Als fortschrittsorientiertes und nach EMAS zertifiziertes Unternehmen wollen wir nach diesem Vorbild weitere Anlagenstandorte in der Region nachhaltig auf- und ausbauen“, so Kaufhold.

Ein aktuelles Beispiel dafür: die Kläranlage Horsmar. Um die Neuansiedlung von Unternehmen im Dingelstädter Gewerbegebiet „Am Rode“ zu ermöglichen, wird das Klärwerk mit
3,5 Millionen Euro von 9.900 auf 15.000 Einwohnergleichwerte erweitert und eine energetische Optimierung durch Faulgasgewinnung vorgenommen.

Bei Bickenriede „Am Schildbach“ entsteht für rund 2,7 Millionen Euro eine vollbiologische Abwasserbehandlungsanlage. Mit 2.400 Einwohnergleichwerten wird der Anschluss von Bickenriede, Dörna, Lengefeld und Hollenbach ermöglicht. Winfried Kaufhold blickt in die Zukunft: „Gerade zur Umsetzung von zentralen Kläranlagen für vergleichsweise kleine Ortschaften haben sich solche Anlagen bewährt. Durch die Kombination von moderner Technik und Naturnähe fügen sie sich außerdem bestens in das Landschaftsbild ein. Perspektivisch planen wir solche Anlagen, die an ihren charakteristischen Schönungsteichen gut zu erkennen sind, auch für Wendehausen/Diedorf, Birkenfelde und Thalwenden.“

„Trotz erhöhter Aufwendungen, die sichere Versorgungsstrukturen für ländliche Regionen mit sich bringen, zählen die Entgelte für Wasser und Abwasser des WAZ Obereichsfeld in Thüringen zu den preiswertesten“, freut sich Winfried Kaufhold abschließend.
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