Mit einer Million Mark im Trabi unterwegs
Mittwoch, 29. Juli 2015, 13:46 Uhr
Vor 25 Jahren startete die Commerzbank in den neuen Bundesländern. In Heiligenstadt eröffnete die Dresdner Bank ihre Filiale 1990. Jetzt gibt es dort auch eine Ausstellung....
Filialleiter Michael Waitz (links) und Jörn Freyberg, Mitarbeiter seit 1990, vor der Ausstellung zum Jubiläum der Commerzbank in Heiligenstadt.
Klaus-Peter Müller erinnert sich noch heute gern an die Erlebnisse vor 25 Jahren. Der spätere Vorstandschef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank war als Leiter der Zentralen Abteilung zur Vorbereitung des DDR-Geschäfts verantwortlich für den Aufbau der Commerzbank in den neuen Ländern.
Innerhalb weniger Monate mussten wir Filialen in allen größeren Städten der DDR aufbauen und dafür mehr als 1000 Mitarbeiter finden. Das tägliche Geschäft mutete damals oft abenteuerlich an. Mit dem Trabant fuhr Müller beispielsweise einmal zur Zweigstelle der Bundesbank in Gera. Gegen Vorlage seines Personalausweises und einer Visitenkarte erhielt er eine Million Mark, die er dann im Auto zu den Filialen brachte.
Ich habe mich in dem Trabi sicherer gefühlt als in jedem Mercedes, weil ja niemand darauf gekommen wäre, dass wir in diesem Auto eine Million Mark dabei haben. Ohne ostdeutschen Partner fing die Commerzbank damals bei null an und baute ihre Filialen meist in Container-Pavillons auf.
Die erste Geschäftsstelle eröffnete der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 30. Juni 1990 in Halle. Weitere Filialen an 50 Standorten folgten, so dass die Mitarbeiter zur Währungsunion am 1. Juli 1990, einem Sonntag, die ersten D-Mark-Beträge auszahlen konnten.
Die Geschichte der Commerzbank Heiligenstadt geht zurück auf die Dresdner Bank, die hier am 2. Juli 1990 in der Lindenallee 22 eine Geschäftsstelle eröffnete. Im April 1992 zog sie in den Holzweg 3 um. Die Commerzbank eröffnete am 1. April 1993 eine Niederlassung in Heiligenstadt, die zunächst am Kasseler Tor und später in der Wilhelmstraße 18 ansässig war. Vor 1945 gab es keine Zweigstellen
der großen deutschen Privatbanken in der Stadt im Eichsfeld.
Außer der örtlichen Sparkasse und einer landwirtschaftlichen Bank tätigten nur die Landescredit-Bank Sachsen-Anhalt aus Halle (Saale) und das Bankhaus Reibstein & Co. mit Sitz in Hannoversch-Münden hier ihre Geschäfte. Im Jahr 2009 übernahm die Commerzbank die Dresdner Bank. Die Filialen beider Kreditinstitute wurden zusammengelegt.
Seit Mai 2012 befindet sich die Commerzbank Heilbad Heiligenstadt im Holzweg 3. Das Bankgeschäft hat sich in den vergangenen 25 Jahren natürlich stark verändert, erzählt Michael Waitz, Filialleiter der Commerzbank Heiligenstadt. In den ersten Monaten nach der Währungsunion war der Bedarf besonders groß und die Filialen entsprechend voll.
Heute führen viele Kunden ihre Bankgeschäfte online oder mobil durch. Dennoch wird es auch künftig einen Beratungsbedarf in den Filialen geben, vor allem bei der Vermögensanlage, der Altersvorsorge oder der Finanzierung. Die Zukunft des Privatkundengeschäfts ist daher digital und persönlich, betont Waitz. Aktuell betreut die Bank rund 6.000 Privat- und Geschäftskunden in Heiligenstadt. Insgesamt ist die Zahl der Kunden in den neuen Bundesländern von rund 450.000 im Jahr 1990 (Commerzbank und Dresdner Bank) auf heute 1,9 Millionen gestiegen. Diese werden von 2.300 Mitarbeitern in rund 220 Filialen und 16
Geschäftskunden-Beratungszentren betreut.
Zur Geschichte der Commerzbank in den neuen Ländern und in Heiligenstadt zeigt die Filiale noch bis September eine Ausstellung mit weiteren interessanten Hintergründen, Entwicklungen und Bildern. Zudem wird das 25-jährige Bestehen mit Kunden im Rahmen einer Jubiläumswoche vom 3. bis 7. August gefeiert.
Autor: enFilialleiter Michael Waitz (links) und Jörn Freyberg, Mitarbeiter seit 1990, vor der Ausstellung zum Jubiläum der Commerzbank in Heiligenstadt.
Klaus-Peter Müller erinnert sich noch heute gern an die Erlebnisse vor 25 Jahren. Der spätere Vorstandschef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank war als Leiter der Zentralen Abteilung zur Vorbereitung des DDR-Geschäfts verantwortlich für den Aufbau der Commerzbank in den neuen Ländern.
Innerhalb weniger Monate mussten wir Filialen in allen größeren Städten der DDR aufbauen und dafür mehr als 1000 Mitarbeiter finden. Das tägliche Geschäft mutete damals oft abenteuerlich an. Mit dem Trabant fuhr Müller beispielsweise einmal zur Zweigstelle der Bundesbank in Gera. Gegen Vorlage seines Personalausweises und einer Visitenkarte erhielt er eine Million Mark, die er dann im Auto zu den Filialen brachte.
Ich habe mich in dem Trabi sicherer gefühlt als in jedem Mercedes, weil ja niemand darauf gekommen wäre, dass wir in diesem Auto eine Million Mark dabei haben. Ohne ostdeutschen Partner fing die Commerzbank damals bei null an und baute ihre Filialen meist in Container-Pavillons auf.
Die erste Geschäftsstelle eröffnete der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher am 30. Juni 1990 in Halle. Weitere Filialen an 50 Standorten folgten, so dass die Mitarbeiter zur Währungsunion am 1. Juli 1990, einem Sonntag, die ersten D-Mark-Beträge auszahlen konnten.
Die Geschichte der Commerzbank Heiligenstadt geht zurück auf die Dresdner Bank, die hier am 2. Juli 1990 in der Lindenallee 22 eine Geschäftsstelle eröffnete. Im April 1992 zog sie in den Holzweg 3 um. Die Commerzbank eröffnete am 1. April 1993 eine Niederlassung in Heiligenstadt, die zunächst am Kasseler Tor und später in der Wilhelmstraße 18 ansässig war. Vor 1945 gab es keine Zweigstellen
der großen deutschen Privatbanken in der Stadt im Eichsfeld.
Außer der örtlichen Sparkasse und einer landwirtschaftlichen Bank tätigten nur die Landescredit-Bank Sachsen-Anhalt aus Halle (Saale) und das Bankhaus Reibstein & Co. mit Sitz in Hannoversch-Münden hier ihre Geschäfte. Im Jahr 2009 übernahm die Commerzbank die Dresdner Bank. Die Filialen beider Kreditinstitute wurden zusammengelegt.
Seit Mai 2012 befindet sich die Commerzbank Heilbad Heiligenstadt im Holzweg 3. Das Bankgeschäft hat sich in den vergangenen 25 Jahren natürlich stark verändert, erzählt Michael Waitz, Filialleiter der Commerzbank Heiligenstadt. In den ersten Monaten nach der Währungsunion war der Bedarf besonders groß und die Filialen entsprechend voll.
Heute führen viele Kunden ihre Bankgeschäfte online oder mobil durch. Dennoch wird es auch künftig einen Beratungsbedarf in den Filialen geben, vor allem bei der Vermögensanlage, der Altersvorsorge oder der Finanzierung. Die Zukunft des Privatkundengeschäfts ist daher digital und persönlich, betont Waitz. Aktuell betreut die Bank rund 6.000 Privat- und Geschäftskunden in Heiligenstadt. Insgesamt ist die Zahl der Kunden in den neuen Bundesländern von rund 450.000 im Jahr 1990 (Commerzbank und Dresdner Bank) auf heute 1,9 Millionen gestiegen. Diese werden von 2.300 Mitarbeitern in rund 220 Filialen und 16
Geschäftskunden-Beratungszentren betreut.
Zur Geschichte der Commerzbank in den neuen Ländern und in Heiligenstadt zeigt die Filiale noch bis September eine Ausstellung mit weiteren interessanten Hintergründen, Entwicklungen und Bildern. Zudem wird das 25-jährige Bestehen mit Kunden im Rahmen einer Jubiläumswoche vom 3. bis 7. August gefeiert.

