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Städtepartnerschaft auf gutem Weg

Nowe und Leinefelde-Worbis kommen sich näher

Sonntag, 16. August 2015, 20:31 Uhr
Sandro Bode, Eichsfelder und Spezialist in Sachen Möbel, arbeitete für die Firma Steinhoff Möbel, eines der größten Unternehmen der europäischen Möbelbranche, lange Jahre als Manager am Standort Polen, genauer gesagt, in der polnischen Stadt Nowe....

Delegation aus Nowe zu Besuch (Foto: Gisela Reinhardt) Delegation aus Nowe zu Besuch (Foto: Gisela Reinhardt)


Nowe liegt etwa 75 Kilometer nordöstlich von Bydgoszcz (Bromberg) und 80 Kilometer südlich von Danzig an der Weichsel. Da Eichsfelder auch in der Ferne im Allgemeinen immer mit der Heimat verbunden sind, regte er beim Bürgermeister von Nowe an, Kontakt zum Eichsfeld aufzunehmen.

Interessiert wendete sich der polnische Bürgermeister mit dem Wunsch, eine Städtepartnerschaft zu gründen, an die Stadt Leinefelde-Worbis. Städtepartnerschaften sind nicht nur gute Möglichkeiten, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen, sie dienen auch dem freiwilligen Zusammenfinden von Menschen über Ländergrenzen hinweg.

So fuhren im März Helmut Funke, Erster Beigeordneter der Stadt Leinefelde-Worbis, der Birkunger Ortsteilbürgermeister Michael Apel, dessen Stellvertreter Swen Löffelholz und Ortsteilratsmitglied Rafael Stadermann zu einem ersten Kennenlernen in die nordpolnische Kleinstadt Nowe.

Am 13. August traf auf Einladung des Ortsteilbürgermeisters von Birkungen, Michael Apel, eine Delegation mit polnischem Bürgermeister, Stadtratsmitgliedern und einem Dolmetscher zu Gegenbesuch in Leinefelde-Worbis ein.

Für den nächsten Tag hatte Helmut Funke einen Besuch in der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis organisiert. Herzlich wurden die Gäste aus Nowe und ihre gastgebenden Begleiter in der Lebenshilfe von Geschäftsführung und Werkstattleiter begrüßt.

Werner Leukefeld hatte sogar Begrüßungsworte auf Polnisch vorbereitet. Bei einem kleinen Imbiss im Speiseraum der Werkstatt interessierten sich die polnischen Gäste für die Arbeit der Lebenshilfe und zogen Vergleiche zu der Behindertenarbeit in Polen.

Auch in Polen gibt es Behinderteneinrichtungen, die allerdings Pflege und Betreuung, aber auch geschützte Arbeitsplätze zum Schwerpunkt haben. Sie lobten vor allem die guten Erfolge der Integration von Menschen mit Behinderung in Deutschland. „Wir müssen in Polen noch mehr daran arbeiten, Menschen mit Behinderung selbstverständlicher in die Gesellschaft zu integrieren“, waren sich die Gäste einig.

Bei einem Werkstattrundgang überzeugten sie sich vom Fleiß der Beschäftigten und der Qualität der Arbeit. In der Gewürzeabteilung staunten sie über die strengen hygienischen Bedingungen bei der Verpackung von Vanillestangen. Beim Besuch der Nähgruppe, in der Werkzeugtaschen für Mercedes genäht werden, heiterten Neckereien über die Liebe der Polen zu Autos, besonders für die Marke Mercedes, die Runde auf.

Besonderes Interesse fanden der Holzbereich und die dort vorgestellten Lebendfallen für Marder und Waschbären. Noch gibt es in Polen nicht die Waschbärenplage, wie bei uns. Dennoch schauten sie sich die Fallen ganz genau an und ließen sich die Funktionsweise demonstrieren.

Zum Abschluss wurden Geschenke ausgetauscht. Der Bürgermeister von Nowe fährt mit einem „Zwitscherkasten“, gefüllt mit Schnapsgläsern und einer entsprechenden Spirituose nach Polen zurück. Er hatte für die Mitarbeiter der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis Souvenirs seines Ortes, in Form von Medaillen mitgebracht. Auch der Bürgermeister von Birkungen holte hochprozentige Leineschnäpse als Dankeschön für die Gastgeber aus der Tasche. Es war ein interessanter Vormittag. Ehrlich interessierte und sehr umgängliche und sympathische polnische Freunde sagten „Dankeschön“ und „Auf Wiedersehen“.

Das menschliche Miteinander zeigt gute Voraussetzungen für eine Städtepartnerschaft mit dem Ortsteil Birkungen. Die Zeichen stehen günstig, dass sie vielleicht noch in diesem Jahr ratifiziert wird.
Gisela Reinhardt
Autor: en

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