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Neues aus der Musikszene

Saltatio Mortis „Zirkus Zeitgeist“

Donnerstag, 20. August 2015, 11:48 Uhr
Es gibt Bands, die haben es durchaus verdient, das man ihnen und ihrem musikalischen Schaffen durchaus ein wenig mehr Beachtung schenkt, meint Stafan Peter, der in die neue CD hineingehört hat....

Saltatio (Foto: Agentur) Saltatio (Foto: Agentur)


Bei Saltatio Mortis – einer Band, die um das Jahr 2000 gegründet wurde, ist dies mit Sicherheit der Fall. Ihre Anfänge nahmen die „Spielleute“ auf vielen Mittelaltermärkten, als sie begannen sich die Gunst der Zuhörer mit ihrer ganz besonderen Mischung aus hartem Rock – Pop – Folk und natürlich mittelalterlichen Elementen zu erspielen.

Aber nicht nur mit ihrer Musik zogen und ziehen die Vollblutmusiker das Volk immer wieder auf ihre Seite, sondern auch mit jeder Menge Unterhaltung, wie es sich für Spielmänner des Mittelalters eben gehört.

Dabei zelebrieren sie nicht nur wie viele andere Bands dieser Szene, die Zeit des Altertums und schwelgen in der Vergangenheit, sondern haben neben viel Spaß an ihrem Tun, durchaus mit kritischen eigenen Texten etwas zu sagen.

So auch auf ihrer neusten CD „Zirkus Zeitgeist“. Hier haben Saltatio Mortis wie sie sagen „Dem Volk in den Rachen geschaut“, den herrschenden Zeitgeist genau beobachtet. Und tun nun, wie es sich für Gaukler und Spielleute gehört teils überspitzt, teils sehr direkt und respektlos offen ihre Meinung kund.

Dabei blicken die acht Vollblutmusiker, rockend mittelalterlich und kritisch fragend auf unsere Welt und unsere Gesellschaft. Neugierig und unbefangen toben Saltatio Mortis kunstvoll hier mit ihren mittelalterlichen
Instrumenten und einer fetten Portion Rock so modern wie noch nie durch unsere Welt und halten dem Zeitgeist den sprichwörtlichen Spiegel vor.

Da wird lautstark darüber nachgedacht „Wo sind die Clowns“ – und wer sind diese überhaupt und darf man überhaupt noch feiern und Spaß haben, „Wenn nachts die Soldaten weinen“, wenn Mütter, wie „Maria“, verzweifelt sind und keine Ausweg mehr sehen.

Auch fragt sich die Band ganz offen, warum machen so viele Menschen „Die Augen zu“ und stecken den Kopf in den Sand, vor allem was vor ihrer Haustür passiert, wenn wieder marschiert und krakelt wird, wie in den dunkelsten Zeiten dieses Landes.

Auch geht es um korrupte Bankiers, die nicht genug Geld scheffeln können oder um die Frage, wenn es draußen noch 30 Grad sind und es in den Geschäften schon heißt „Willkommen in der Weihnachtszeit“.

„Wer sich darin erkennt oder auf den Schwanz getreten fühlt, dem gehört es nicht anders“, so die Band. Vorhang auf und Manege frei für den „Zirkus Zeitgeist“, einem Album mit vielen offen Worten (daran kann sich die ein oder andere Band gern ein Beispiel nehmen) ohne dabei ständig den Zeigefinger zu heben und zu belehren.

Songs die (provokant) zum Nachdenken anregen, Platz für Selbstironie haben und trotzen viel Spielraum für Spaß, Lebensfreude und natürlich zum Feiern und Abtanzen lassen.

Rund um Saltatio Mortis – (latein. Totentanz) wissen auch auf ihrem neusten Werk genau was sie wollen und nehmen dabei verpackt in eingängige, zum Teil, sehr hitverdächtige ans Mittelalter angelehnte gehaltvolle Rocksongs und Balladen kein Blatt vor dem Mund.

Oder anders ausgedrückt, hier kommt geballter Spielmannsrock der Extraklasse oder frei nach dem Motto der Band „ Wer tanzt stirbt nicht“.

Übrigens sind sie live am 4.12.2015 in Leipzig im Haus Auensee zu erleben.
Stefan Peter
Autor: en

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