Lebenshilfe Leinefelde-Worbis
Kollege für einen Tag
Dienstag, 19. Januar 2016, 18:40 Uhr
Nicht schlecht staunten die Bischofferöder Beschäftigten der Werkstatt für Menschen mit Behinderung bei der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis, als ihr Ortsbürgermeister Karl-Josef Wand sie an ihrem Arbeitsplatz besuchte und für einen Tag mitarbeitete....
Ganz stolz stellten sie allen Kollegen ihren Bürgermeister vor, der ganz selbstverständlich gemeinsam mit den Beschäftigten an verschiedenen Aufträgen mitarbeitete. Schon seit Jahren bietet die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis Führungskräften der Wirtschaft und Verwaltung, aber auch anderen Interessierten, kurzzeitig und freiwillig ohne weitere Verpflichtung, an, einen Blick in die Arbeits-und Lebenswelt von Menschen mit Behinderung zu werfen.
Karl-Josef Wand, der hauptberuflich als Sachbearbeiter beim Landwirtschaftsamt Leinefelde-Worbis tätig ist, hatte sich schon lange vorgenommen, die Einrichtung zu besuchen. Menschen mit Behinderung sind Teil der Gesellschaft und gehören selbstverständlich zur Bürgerschaft einer Kommune. Besuche eines Bürgermeisters bei Vereinen, Volksfesten oder auch bei Geburtstags- bzw. Ehejubiläen bieten ihm die Gelegenheit, mit einer großen Zahl seiner Bürgerinnen und Bürger direkt in Kontakt zu kommen.
Wie aber ist es mit Menschen mit Behinderung? Auch deren Wünsche und Sorgen, ihren Alltag und ihr Arbeitsleben kennenzulernen, waren ihm wichtig. In einer älter werdenden Gesellschaft wird auch der Anteil der Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen steigen, die genau das tun wollen, was für alle selbstverständlich ist: arbeiten, einkaufen, Sport treiben, Infrastruktur nutzen. Ort, Gemeinde – das ist dort, wo die Menschen, die Familien leben, wo sie zur Arbeit gehen, ihre Kinder in die Kita oder die Schule bringen, einen entspannten Abend im Verein erleben oder auf den Fußballplatz gehen.
In der Gemeinde entscheidet sich, was Lebensqualität bedeutet, dort beginnt oder endet gleichberechtigte Teilhabe. Ein Politiker zum Anfassen zu sein, bedeutet nicht Anbiederung, sondern Offenheit für andere Menschen, Bereitschaft zum Gespräch und zum Zuhören – nicht nur in Wahlkampfzeiten. Der Bürgerdialog bzw. der direkte Kontakt mit den Bürgern, auch mit denen, die ein Handikap haben, ist für Karl-Josef Wand sehr wichtig.
Die bislang fehlende Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen führte bei ihm in der Vergangenheit zu einer gewissen Unsicherheit. Das wollte der ehrgeizige Kommunalpolitiker ändern. So tauschte er seinen Arbeitsplatz im trockenen Amt für einen Tag mit dem eines behinderten Menschen. Er war schon ein bisschen aufgeregt, als er in der Lebenshilfewerkstatt ankam. Schnell stellte er fest, dass es keinen Grund für Berührungsängste und Hemmungen gab. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung wurde er auch von den Beschäftigten herzlich und freundlich aufgenommen.
Karl-Josef Wand arbeitete in verschiedenen Gruppen mit. Es galt zu wiegen, zu montieren, zu konfektionieren und zu demontieren. Egal, in welcher Arbeitsgruppe er zum Einsatz kam, überall begegnete ihm ein herzliches Willkommen, wie bei einem alten Freund. Die Beschäftigten erklärten ihm gern, was zu tun ist und berichteten stolz von ihrer Arbeit.
Er lernte aber auch die Arbeit der Mitarbeiter kennen, die als Gruppenleiter oder Betreuer täglich für die Belange der behinderten Menschen da sind. Eine besondere Herausforderung war die Unterstützung bei der Essenaufnahme der schwerstbehinderten Gruppenmitglieder des Förderbereichs. Schnell stellte Karl-Josef Wand fest, man wächst mit seinen Aufgaben.
Am Ende seines Arbeitstages resümierte er, dass er nicht erwartet hatte, dass hier Menschen mit Behinderung so vielfältige und qualitativ hochwertige Arbeitsaufgaben erledigen. Vom Konfektionieren von Gewürzen, präzisen Nähaufträgen bis hin zur Qualitätskontrolle von Autoteilen war das Spektrum der Tätigkeiten anspruchsvoll. Karl-Josef Wand sagte, dass er dankbar dafür ist, dass er diese Erfahrung machen konnte.
Er hat erlebt, dass Menschen mit Behinderung vor allem als Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen anzusehen sind. Als Bürgermeister geht es ihm darum, das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Einschränkungen vor Ort weiter zu fördern und Menschen mit Behinderung die möglichst uneingeschränkte und selbstbestimmte Teilhabe am öffentlichen und privaten Leben zu ermöglichen. Auch wenn nicht alles von heute auf morgen umgesetzt werden kann, so wird er doch mit all den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und gemeinsam mit den Bürgervertretern auf dieses Ziel hinarbeiten.
Gisela Reinhardt
Autor: enGanz stolz stellten sie allen Kollegen ihren Bürgermeister vor, der ganz selbstverständlich gemeinsam mit den Beschäftigten an verschiedenen Aufträgen mitarbeitete. Schon seit Jahren bietet die Lebenshilfe Leinefelde-Worbis Führungskräften der Wirtschaft und Verwaltung, aber auch anderen Interessierten, kurzzeitig und freiwillig ohne weitere Verpflichtung, an, einen Blick in die Arbeits-und Lebenswelt von Menschen mit Behinderung zu werfen.
Karl-Josef Wand, der hauptberuflich als Sachbearbeiter beim Landwirtschaftsamt Leinefelde-Worbis tätig ist, hatte sich schon lange vorgenommen, die Einrichtung zu besuchen. Menschen mit Behinderung sind Teil der Gesellschaft und gehören selbstverständlich zur Bürgerschaft einer Kommune. Besuche eines Bürgermeisters bei Vereinen, Volksfesten oder auch bei Geburtstags- bzw. Ehejubiläen bieten ihm die Gelegenheit, mit einer großen Zahl seiner Bürgerinnen und Bürger direkt in Kontakt zu kommen.
Wie aber ist es mit Menschen mit Behinderung? Auch deren Wünsche und Sorgen, ihren Alltag und ihr Arbeitsleben kennenzulernen, waren ihm wichtig. In einer älter werdenden Gesellschaft wird auch der Anteil der Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen steigen, die genau das tun wollen, was für alle selbstverständlich ist: arbeiten, einkaufen, Sport treiben, Infrastruktur nutzen. Ort, Gemeinde – das ist dort, wo die Menschen, die Familien leben, wo sie zur Arbeit gehen, ihre Kinder in die Kita oder die Schule bringen, einen entspannten Abend im Verein erleben oder auf den Fußballplatz gehen.
In der Gemeinde entscheidet sich, was Lebensqualität bedeutet, dort beginnt oder endet gleichberechtigte Teilhabe. Ein Politiker zum Anfassen zu sein, bedeutet nicht Anbiederung, sondern Offenheit für andere Menschen, Bereitschaft zum Gespräch und zum Zuhören – nicht nur in Wahlkampfzeiten. Der Bürgerdialog bzw. der direkte Kontakt mit den Bürgern, auch mit denen, die ein Handikap haben, ist für Karl-Josef Wand sehr wichtig.
Die bislang fehlende Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen führte bei ihm in der Vergangenheit zu einer gewissen Unsicherheit. Das wollte der ehrgeizige Kommunalpolitiker ändern. So tauschte er seinen Arbeitsplatz im trockenen Amt für einen Tag mit dem eines behinderten Menschen. Er war schon ein bisschen aufgeregt, als er in der Lebenshilfewerkstatt ankam. Schnell stellte er fest, dass es keinen Grund für Berührungsängste und Hemmungen gab. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführung wurde er auch von den Beschäftigten herzlich und freundlich aufgenommen.
Karl-Josef Wand arbeitete in verschiedenen Gruppen mit. Es galt zu wiegen, zu montieren, zu konfektionieren und zu demontieren. Egal, in welcher Arbeitsgruppe er zum Einsatz kam, überall begegnete ihm ein herzliches Willkommen, wie bei einem alten Freund. Die Beschäftigten erklärten ihm gern, was zu tun ist und berichteten stolz von ihrer Arbeit.
Er lernte aber auch die Arbeit der Mitarbeiter kennen, die als Gruppenleiter oder Betreuer täglich für die Belange der behinderten Menschen da sind. Eine besondere Herausforderung war die Unterstützung bei der Essenaufnahme der schwerstbehinderten Gruppenmitglieder des Förderbereichs. Schnell stellte Karl-Josef Wand fest, man wächst mit seinen Aufgaben.
Am Ende seines Arbeitstages resümierte er, dass er nicht erwartet hatte, dass hier Menschen mit Behinderung so vielfältige und qualitativ hochwertige Arbeitsaufgaben erledigen. Vom Konfektionieren von Gewürzen, präzisen Nähaufträgen bis hin zur Qualitätskontrolle von Autoteilen war das Spektrum der Tätigkeiten anspruchsvoll. Karl-Josef Wand sagte, dass er dankbar dafür ist, dass er diese Erfahrung machen konnte.
Er hat erlebt, dass Menschen mit Behinderung vor allem als Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen anzusehen sind. Als Bürgermeister geht es ihm darum, das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Einschränkungen vor Ort weiter zu fördern und Menschen mit Behinderung die möglichst uneingeschränkte und selbstbestimmte Teilhabe am öffentlichen und privaten Leben zu ermöglichen. Auch wenn nicht alles von heute auf morgen umgesetzt werden kann, so wird er doch mit all den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und gemeinsam mit den Bürgervertretern auf dieses Ziel hinarbeiten.
Gisela Reinhardt



