Heimatmuseum Duderstadt
Sonderausstellung zum Kloster Gerode
Freitag, 22. Januar 2016, 11:29 Uhr
Erstmalig präsentiert das Heimatmuseum Duderstadt in einer kombinierten Sonderausstellung die mittelalterliche Skulptur des Hl. Thomas von Aquin, sowie einen geschichtlichen Abriss zum ehemaligen Benediktinerkloster Gerode....
Das älteste Kloster des Eichsfelds, neben dem St. Martins-Stift in Heiligenstadt, ist vermutlich relativ unbekannt. In den letzten 100 Jahren sind große Teile der ursprünglichen Klosteranlage verloren gegangen. Die einst imposante Barockkirche ragt als vermeintlich
verwunschene Ruine hinter der Klostermauer hervor.
1124 erstmals erwähnt, errichteten Benediktinermönche aus hessischen oder thüringischen Klöstern wohl schon einige Jahrzehnte früher hier eine Klosteranlage. Diese entwickelte sich im Mittelalter zu einem blühenden und bedeutenden klösterlichen Zentrum, das zudem über das Markt- und Münzrecht verfügte und den Blutbann
ausübte. Kloster Gerode weist in über 890 Jahren eine ereignisreiche Geschichte auf und blieb leider von Fehden, dem tollen Christian, Misswirtschaft, Kriegen oder Demontagen nicht verschont.
Heute wird das gesamte Gelände als Ausbildungs- und Gesundheitszentrum genutzt und damit vor dem Verfall bewahrt. Unter verschiedenen Blickwinkeln präsentiert die Ausstellung auch die Verbindungen zur Stadt Duderstadt, den Orgelvirtuosen Homeyer der St. Cyriakuskirche Duderstadt und den Gelbgießerfamilien Gottlieb und Hotze aus Jützenbach mit dem Kloster.
Für die Ausstellung konnten besonders herausragende mittelalterliche Originaldokumente und Objekte des ehemaligen Klosters als Leihgaben, z. B. aus dem Stadtarchiv Duderstadt und aus dem Eichsfelder Heimatmuseum Heiligenstadt gewonnen werden.
Auch das Kirchenmuseum Jützenbach, welches mit seinen Kunstschätzen dem Bistum Erfurt zugehörig ist, sowie die Heimatstube Weißenborn zeigen außergewöhnliche Stücke.
Nach der Auflösung des Klosters verblieben der letzte Abt von Gerode, Edmund Otto und seine kunstvollen Besitztümer in der Jützenbacher Gemeinde.
Ein weiterer Glanzpunkt ist die mittelalterliche Skulptur des Heiligen Thomas von Aquin aus dem Städtischen Museum Göttingen. Die Holzfigur gelangte 1897 durch den Duderstädter Händler Carl Anton Gläse nach Göttingen. Sie stammt ursprünglich aus dem Inventar der Tiftlingeröder Kirche. Gerade im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden viele katholische Kirchen im Eichsfeld modernisiert. Altäre und Kircheninnenräume umgestaltet, Figuren ausgemustert. Gläse erkannte den Wert dieser Objekte, sammelte sie und bot schließlich fast 200 Kunstschätze dem Städtischen Museum in Göttingen an.
Kunsthistorische Aspekte zum vormals falsch betitelten Hl. Martin oder Heiligen Mönch und die Objekt erhaltenen Aufgaben eines jeden Museums sollen in diesem, vom Städtischen Museum Göttingen konzipierten Ausstellungsteil im Vordergrund stehen.
Durch die Unterstützung der Stadt Duderstadt konnte die Figur, dessen Zustand unter konservatorischen Gesichtspunkten sehr bedenklich erschien, aufwendig restauriert werden.
Zu den gerade frisch restaurierten und ausgestellten Kunstobjekten zählt auch die Reliquie des Heiligen Johannes von Nepomuk. Eine private Patenschaft durch Herrn Christoph Schmidt aus Jützenbach ermöglichte hier die fachgerechte Restaurierung.
Bürgermeister Wolfgang Nolte lädt alle Interessierten herzlich ein, diese besondere Ausstellung zum Thema Kloster und Heilige in der Zeit vom 23. Januar bis 13. März 2016 jeweils freitags bis sonntags von 11.00 -16.00 Uhr im Heimatmuseum Duderstadt, Bei der Oberkirche 3, in 37115 Duderstadt zu besichtigen.
Autor: enDas älteste Kloster des Eichsfelds, neben dem St. Martins-Stift in Heiligenstadt, ist vermutlich relativ unbekannt. In den letzten 100 Jahren sind große Teile der ursprünglichen Klosteranlage verloren gegangen. Die einst imposante Barockkirche ragt als vermeintlich
verwunschene Ruine hinter der Klostermauer hervor.
1124 erstmals erwähnt, errichteten Benediktinermönche aus hessischen oder thüringischen Klöstern wohl schon einige Jahrzehnte früher hier eine Klosteranlage. Diese entwickelte sich im Mittelalter zu einem blühenden und bedeutenden klösterlichen Zentrum, das zudem über das Markt- und Münzrecht verfügte und den Blutbann
ausübte. Kloster Gerode weist in über 890 Jahren eine ereignisreiche Geschichte auf und blieb leider von Fehden, dem tollen Christian, Misswirtschaft, Kriegen oder Demontagen nicht verschont.
Heute wird das gesamte Gelände als Ausbildungs- und Gesundheitszentrum genutzt und damit vor dem Verfall bewahrt. Unter verschiedenen Blickwinkeln präsentiert die Ausstellung auch die Verbindungen zur Stadt Duderstadt, den Orgelvirtuosen Homeyer der St. Cyriakuskirche Duderstadt und den Gelbgießerfamilien Gottlieb und Hotze aus Jützenbach mit dem Kloster.
Für die Ausstellung konnten besonders herausragende mittelalterliche Originaldokumente und Objekte des ehemaligen Klosters als Leihgaben, z. B. aus dem Stadtarchiv Duderstadt und aus dem Eichsfelder Heimatmuseum Heiligenstadt gewonnen werden.
Auch das Kirchenmuseum Jützenbach, welches mit seinen Kunstschätzen dem Bistum Erfurt zugehörig ist, sowie die Heimatstube Weißenborn zeigen außergewöhnliche Stücke.
Nach der Auflösung des Klosters verblieben der letzte Abt von Gerode, Edmund Otto und seine kunstvollen Besitztümer in der Jützenbacher Gemeinde.
Ein weiterer Glanzpunkt ist die mittelalterliche Skulptur des Heiligen Thomas von Aquin aus dem Städtischen Museum Göttingen. Die Holzfigur gelangte 1897 durch den Duderstädter Händler Carl Anton Gläse nach Göttingen. Sie stammt ursprünglich aus dem Inventar der Tiftlingeröder Kirche. Gerade im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden viele katholische Kirchen im Eichsfeld modernisiert. Altäre und Kircheninnenräume umgestaltet, Figuren ausgemustert. Gläse erkannte den Wert dieser Objekte, sammelte sie und bot schließlich fast 200 Kunstschätze dem Städtischen Museum in Göttingen an.
Kunsthistorische Aspekte zum vormals falsch betitelten Hl. Martin oder Heiligen Mönch und die Objekt erhaltenen Aufgaben eines jeden Museums sollen in diesem, vom Städtischen Museum Göttingen konzipierten Ausstellungsteil im Vordergrund stehen.
Durch die Unterstützung der Stadt Duderstadt konnte die Figur, dessen Zustand unter konservatorischen Gesichtspunkten sehr bedenklich erschien, aufwendig restauriert werden.
Zu den gerade frisch restaurierten und ausgestellten Kunstobjekten zählt auch die Reliquie des Heiligen Johannes von Nepomuk. Eine private Patenschaft durch Herrn Christoph Schmidt aus Jützenbach ermöglichte hier die fachgerechte Restaurierung.
Bürgermeister Wolfgang Nolte lädt alle Interessierten herzlich ein, diese besondere Ausstellung zum Thema Kloster und Heilige in der Zeit vom 23. Januar bis 13. März 2016 jeweils freitags bis sonntags von 11.00 -16.00 Uhr im Heimatmuseum Duderstadt, Bei der Oberkirche 3, in 37115 Duderstadt zu besichtigen.
