Bergschule St. Elisabeth
Vierzig Minuten Theodor Storm
Mittwoch, 01. Juni 2016, 08:57 Uhr
Die Schule ist abwechslungsreich. Das beweisen immer wieder Zuschriften von Schülern. Wie auch jetzt wieder der Bericht von Schülern der Bergschule in Heilbad Heiligenstadt, die kürzlich das Literaturmuseum ihrer Stadt besuchten....
Am Dienstag, den 10. Mai 2016, machten wir, die Klasse 8a der Bergschule St. Elisabeth, uns zusammen mit unserer Klassenlehrerin Frau Plath auf den Weg in das nur eine kurze Strecke entfernte Theodor Storm-Museum. Dieses ist zentral in Heiligenstadt direkt Am Berg gelegen. Auf den Stufen vor dem Museum steht die aus Bronze gefertigte, etwas überlebensgroße Storm-Statue.
Frau Dr. Fasold erwartete uns bereits in der Eingangshalle. Nach einer einladenden Begrüßung führte sie uns in den ersten Stock, wo einige Hocker und Stühle für uns bereitgestellt waren.
Anhand von Bildern aus dem Leben des Dichters ging es im ersten Raum der Ausstellung um Theodor Storms Werke und deren Verbindung zu seinem Leben. Auch die vielen Biographien über ihn wurden vorgestellt. Die Museumsleiterin verriet uns außerdem, dass einige Werke und Erstausgaben von Storm im Museum zu sehen seien.
Frau Dr. Fasold erzählte uns interessante Fakten über Storms Kindheit, welche in Husum begann. Er sei in einer Großfamilie aufgewachsen und habe schon früh angefangen Gedichte zu schreiben. Sein Verhältnis zu seiner Mutter jedoch sei nicht so gut gewesen. Sie zeigte ihm wohl oft die kalte Schulter und wies ihn zurück. Zum Beispiel wachsen seine Protagonisten meist nur mit einem Elternteil auf, was möglicherweise auf die abweisende und distanzierte Art, die Storms Mutter an den Tag gelegt hatte, zurückzuführen sei. Trotzdem sei das Familienband für die Storms sehr wichtig gewesen.
Im nächsten Ausstellungsteil wurde Storms Privatleben thematisiert. In dem dazugehörigen Raum stand ein Klavier aus der damaligen Zeit, sowie ein Tisch mit einer älteren Porzellantasse. Diese Objekte sollen symbolisieren, wie wichtig für Storm das Familienleben war, nämlich zum Beispiel durch das nachmittägliche gemeinsame Teetrinken der ganzen Familie. Wir schauten uns Familienfotos der großen Familie an und Frau Dr. Fasold erzählte von dem Familienmenschen im großen Schriftsteller, ebenfalls von seiner damals recht eigenen Erziehungsmethode, durch die sich die Kinder frei und ohne Zwang entfalten sollten.
Dies warf im späteren Leben seiner Söhne jedoch Probleme auf; die drei waren Alkoholiker, hatten Konzentrationsschwächen und oft verhielten sie sich nicht den Werten der damaligen Zeit entsprechend (sie waren als zappelig und undiszipliniert bekannt). Aus diesem Grund schrieb ihr Vater das Gedicht Für meine Söhne, das eine Ermahnung an das Verhalten der Söhne sein sollte.
Weiter ging es. Das Thema im dritten und kleinsten Raum war Storms Verhältnis zum Glauben. Wie auch Hauke Haien, der Protagonist in seinem berühmtesten Werk Der Schimmelreiter, zweifelte Storm Gottes Allmacht an. An seine Frau gerichtet schrieb er sein eigenes Glaubensbekenntnis, welches man im Museum sehen kann. Darin sagt er, jeder solle selbst auf sich aufpassen, die Hilfe des Allmächtigen sei nicht sicher genug, um darauf zu bauen. In diesem Raum findet sich auch ein alter Sekretär, das einzige Original-Möbelstück in Heiligenstadt, das aus der Einrichtung des berühmten Schriftstellers stammt.
Frau Dr. Fasold erzählte uns aber auch, dass, obwohl Theodor Storm kein Christ gewesen sein soll, das Weihnachtsfest sein liebstes Fest gewesen sei und er es immer mit seinen eigenen Bräuchen verbunden hätte.
Der vierte und letzte Raum drehte sich weniger um den Friesen selbst, als um die Märchen und Gruselgeschichten, die er gesammelt und hoch geschätzt hat. Viele davon sind in seinen Schriften verwebt. Der Schimmelreiter beispielsweise basiert auf einer alten Legende. Storm sammelte schon Märchen, als er noch ein Student war. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Der kleine Häwelmann. Davon ist im Museum auch ein Exemplar ausgestellt, sowie kleine, zur Geschichte passende Handpuppen. An den Wänden und in den Wandschränken konnten wir noch einige andere Handpuppen zu verschiedenen Märchen Theodor Storms sehen.
Und da war sie auch schon vorbei, diese spannende Deutschstunde, die uns endlich einmal aus unserem Klassenraum geführt hatte. Wir verabschiedeten uns mit Applaus von Theodor Storm und von Frau Dr. Fasold, welche uns den Dichter und sein Leben in etwa vierzig Minuten ein ganzes Stück näher bringen konnte, und gingen zufrieden zurück zur Schule.
Pauline Porzelt, David Gaulke, Klasse 8
Autor: enAm Dienstag, den 10. Mai 2016, machten wir, die Klasse 8a der Bergschule St. Elisabeth, uns zusammen mit unserer Klassenlehrerin Frau Plath auf den Weg in das nur eine kurze Strecke entfernte Theodor Storm-Museum. Dieses ist zentral in Heiligenstadt direkt Am Berg gelegen. Auf den Stufen vor dem Museum steht die aus Bronze gefertigte, etwas überlebensgroße Storm-Statue.
Frau Dr. Fasold erwartete uns bereits in der Eingangshalle. Nach einer einladenden Begrüßung führte sie uns in den ersten Stock, wo einige Hocker und Stühle für uns bereitgestellt waren.
Anhand von Bildern aus dem Leben des Dichters ging es im ersten Raum der Ausstellung um Theodor Storms Werke und deren Verbindung zu seinem Leben. Auch die vielen Biographien über ihn wurden vorgestellt. Die Museumsleiterin verriet uns außerdem, dass einige Werke und Erstausgaben von Storm im Museum zu sehen seien.
Frau Dr. Fasold erzählte uns interessante Fakten über Storms Kindheit, welche in Husum begann. Er sei in einer Großfamilie aufgewachsen und habe schon früh angefangen Gedichte zu schreiben. Sein Verhältnis zu seiner Mutter jedoch sei nicht so gut gewesen. Sie zeigte ihm wohl oft die kalte Schulter und wies ihn zurück. Zum Beispiel wachsen seine Protagonisten meist nur mit einem Elternteil auf, was möglicherweise auf die abweisende und distanzierte Art, die Storms Mutter an den Tag gelegt hatte, zurückzuführen sei. Trotzdem sei das Familienband für die Storms sehr wichtig gewesen.
Im nächsten Ausstellungsteil wurde Storms Privatleben thematisiert. In dem dazugehörigen Raum stand ein Klavier aus der damaligen Zeit, sowie ein Tisch mit einer älteren Porzellantasse. Diese Objekte sollen symbolisieren, wie wichtig für Storm das Familienleben war, nämlich zum Beispiel durch das nachmittägliche gemeinsame Teetrinken der ganzen Familie. Wir schauten uns Familienfotos der großen Familie an und Frau Dr. Fasold erzählte von dem Familienmenschen im großen Schriftsteller, ebenfalls von seiner damals recht eigenen Erziehungsmethode, durch die sich die Kinder frei und ohne Zwang entfalten sollten.
Dies warf im späteren Leben seiner Söhne jedoch Probleme auf; die drei waren Alkoholiker, hatten Konzentrationsschwächen und oft verhielten sie sich nicht den Werten der damaligen Zeit entsprechend (sie waren als zappelig und undiszipliniert bekannt). Aus diesem Grund schrieb ihr Vater das Gedicht Für meine Söhne, das eine Ermahnung an das Verhalten der Söhne sein sollte.
Weiter ging es. Das Thema im dritten und kleinsten Raum war Storms Verhältnis zum Glauben. Wie auch Hauke Haien, der Protagonist in seinem berühmtesten Werk Der Schimmelreiter, zweifelte Storm Gottes Allmacht an. An seine Frau gerichtet schrieb er sein eigenes Glaubensbekenntnis, welches man im Museum sehen kann. Darin sagt er, jeder solle selbst auf sich aufpassen, die Hilfe des Allmächtigen sei nicht sicher genug, um darauf zu bauen. In diesem Raum findet sich auch ein alter Sekretär, das einzige Original-Möbelstück in Heiligenstadt, das aus der Einrichtung des berühmten Schriftstellers stammt.
Frau Dr. Fasold erzählte uns aber auch, dass, obwohl Theodor Storm kein Christ gewesen sein soll, das Weihnachtsfest sein liebstes Fest gewesen sei und er es immer mit seinen eigenen Bräuchen verbunden hätte.
Der vierte und letzte Raum drehte sich weniger um den Friesen selbst, als um die Märchen und Gruselgeschichten, die er gesammelt und hoch geschätzt hat. Viele davon sind in seinen Schriften verwebt. Der Schimmelreiter beispielsweise basiert auf einer alten Legende. Storm sammelte schon Märchen, als er noch ein Student war. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Der kleine Häwelmann. Davon ist im Museum auch ein Exemplar ausgestellt, sowie kleine, zur Geschichte passende Handpuppen. An den Wänden und in den Wandschränken konnten wir noch einige andere Handpuppen zu verschiedenen Märchen Theodor Storms sehen.
Und da war sie auch schon vorbei, diese spannende Deutschstunde, die uns endlich einmal aus unserem Klassenraum geführt hatte. Wir verabschiedeten uns mit Applaus von Theodor Storm und von Frau Dr. Fasold, welche uns den Dichter und sein Leben in etwa vierzig Minuten ein ganzes Stück näher bringen konnte, und gingen zufrieden zurück zur Schule.
Pauline Porzelt, David Gaulke, Klasse 8

