eichsfelder-nachrichten
Andreas Englisch in Heilbad Heiligenstadt

Begeisterung in der Stadthalle

Samstag, 17. September 2016, 10:26 Uhr
„Ich hatte noch nie so ein aufmerksames Publikum“, sagte Andreas Englisch gestern Abend in der Stadthalle in Heilbad Heiligenstadt. Kein Wunder, er war im Eichsfeld. Da interessiert man sich für den Papst, will ein bisschen mehr über ihn und den Vatikan wissen. Und hier kennt man offensichtlich auch die Bücher von Andreas Englisch.....

Besucher bei Andreas Englisch (Foto: Ilka Kühn) Besucher bei Andreas Englisch (Foto: Ilka Kühn)

Das Interesse war deshalb groß, auch den Autor persönlich kennenzulernen. So waren 650 Leute am Abend die Stadthalle gekommen. Für einen Leseabend mit Andreas Englisch war geworben worden und für sein neuestes Buch: „Der Kämpfer im Vatikan - Papst Franziskus und sein mutiger Weg“.

Dass Andreas Englisch nach Heilbad Heiligenstadt kam, ist der Inhaberin der Eichsfelder Bücherstube, Karin Bohm-Lancé, zu verdanken. Sie hatte ihn angeschrieben – und er hat zugesagt. In Jana Bauer, der Leiterin der Heiligenstädter Bibliothek, hatte sie gleich eine Verbündete. Und es kamen mehr Leute, als gedacht.

Begrüßung durch Thomas Spielmann (Foto: Ilka Kühn) Begrüßung durch Thomas Spielmann (Foto: Ilka Kühn)


Bürgermeister Thomas Spielmann sprach in seiner Begrüßung von einer proppevollen Stadthalle und dankte den beiden Frauen für die Organisation. Dann reichte er auch schon dem Gast das Mikro. Alle warteten schon gespannt darauf, was der 53jährige Autor zum Buch sagen würde. Es kam sicher anders, als manch einer gewohnt ist. Andreas Englisch nahm weder das Buch zur Hand, um sich von Kapitel zu Kapitel durchzuhangeln und die spannendsten Zeilen vorzutragen, noch zitierte er Stellen daraus.

Er stand auf der Bühne und redete in einer Art und Weise über Vatikan und Päpste – und auch über sich selbst, die die Besucher des Abends fesselte. Als Andreas Englisch irgendwann dann sagte, "...zum Schluss noch eine Bemerkung".....war das Erstaunen groß, dass schon eine Stunde um war.

Er sei stolz heute hier zu sein, sagte er zum Anfang. Papst Johannes Paul II. hatte mit ihm in den 80er Jahren über mutige Christen jenseits des Eisernen Vorhangs gesprochen, dabei hatte er auch das Eichsfeld gemeint, sagte Andreas Englisch. Papst Benedikt XVI. hatte darauf bestanden, bei seiner Deutschlandreise auch das Eichsfeld zu besuchen, um den Christen hier zu danken für das, was sie in langen Jahren ausgehalten haben.

„Ich versuche heute Abend das, was ich am schlechtesten kann: langsam zu sprechen“, sagte der Autor zu Beginn. Es würden sich immer alle beschweren, dass er so schnell spricht. Vermutlich liegt es daran, dass er schon so lange in Italien lebe. Und zwar seit 1987. Um die Sprache zu lernen war er nach Rom gegangen. Geld hatte er natürlich mitgenommen, nach zwei Monaten war das aber alle und italienisch konnte er auch noch nicht.

Mit der Kirche hatte er damals nichts am Hut, den Vatikan kannte er nicht. Eine amerikanische Agentur suchte einen Vatikanfachmann – Andreas Englisch bewarb sich. Die erste Frage: haben Sie Theologie studiert? Das hatte er nicht und für die katholische Kirche interessiere er sich auch nicht, hatte nie darüber geschrieben, nur über Fußball... Wenigstens war er mal Messdiener gewesen. Vermutlich hat die Art von Andreas Englisch überzeugt, denn er bekam den Job. Und für ihn begann sozusagen ein neues Leben, denn heute ist er der bekannteste deutsche Vatikan-Korrespondent.

Man kann die Erzählweise von ihm nicht wiedergeben. Die Besucher waren allesamt begeistert. Es war ein überwiegend sehr humorvoller Abend. Andreas Englisch hat die Besucher mitgenommen auf eine etwas ungewöhnliche Zeitreise durch den Vatikan und eine nicht alltägliche Visite bei Papst Franziskus.

Beim Bücher signieren (Foto: Ilka Kühn) Beim Bücher signieren (Foto: Ilka Kühn)


Die meisten Katholiken mögen den neuen Papst, finden ihn nicht nur symphatisch, verbinden Hoffnung mit ihm. Durch Andreas Englisch ist das am Abend in Heiligenstadt noch verstärkt worden. Er gab einen Einblick in das Leben von Franziskus vor und nach der Wahl zum Papst, zeigte die Unterschiede zwischen den drei Päpsten, Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus auf. Seine persönlichen Begegnungen mit allen dreien, seine Einblicke in den Vatikan, die Episoden aus dem Privatleben der Päpste ergaben in der Summe einen sehr kurzweiligen und spannenden Abend, wo man Besucher beim Nachhausegehen sagen hörte: die Fahrt hierher hat sich gelohnt!

Erinnerungsfoto (Foto: Ilka Kühn) Erinnerungsfoto (Foto: Ilka Kühn)


Dementsprechend war auch der Andrang nach den Büchern und eine Signatur. Obwohl Andreas Englisch noch in der Nacht wieder nach Rom fliegen musste, gab er Autogramme und signierte die Bücher. Für Erringerungsfotos blieb auch noch ein bisschen Zeit.
Ilka Kühn
Autor: en

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 eichsfelder-nachrichten.de