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Aus dem Polizeibericht

Kaum zu glauben: Fahrer 93 Stunden am Steuer

Montag, 03. Oktober 2016, 14:24 Uhr
Nachdem ein Sattelzug am Samstagmorgen (01.10.2016) gegen 00.55 Uhr auf der A 7 bei Hedemünden von der Fahrbahn abgekommen war und 15 Felder Außenschutzplanke beschädigt hatte, ist der 23-jährige Fahrer einfach weitergefahren...

Bei späteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Fahrer 93 Stunden
(!) quasi ununterbrochen hinterm Steuern gesessen hatte und er unter
dem Einfluss von Drogen stand. Um die außergewöhnliche
Lenkzeitüberschreitung zu vertuschen, setzte der Mann mehrere
Fahrerkarten anderer LKW-Fahrer ein, von denen er mindestens eine
zuvor gestohlen hatte.

Der Mann war nach dem Unfall mit dem beschädigten Sattelzug
weitergefahren, hatte die A 7 an der Anschlussstelle Hedemünden
verlassen und dann das dortige Industriegebiet angesteuert. Dort
stellte er das Gespann ab und informierte seinen 30-jährigen
Arbeitgeber. Der erschien im Industriegebiet und meldete als
angeblicher Fahrer den Unfall um 02.14 Uhr der Polizei. Der unter
Drogen stehende 23-Jährige fuhr indes mit dem Firmenwagen des Chefs
nach Hause.

Als im Rahmen der Unfallaufnahme auch der digitale
Fahrtenschreiber ausgelesen wurde, ergaben sich dabei erhebliche
Ungereimtheiten und Widersprüche, die in weiterführende Ermittlungen
mündeten. Nachdem sich der Chef in Widersprüche verwickelt hatte,
flog letztlich der ganze Schwindel auf. Auf Veranlassung des
Arbeitgebers begab sich daraufhin der eigentliche Fahrer - noch immer
unter Drogen stehend - mit dem Firmenwagen erneut zum Kontrollort.

Dort angekommen stellten die Beamten bei der Überprüfung der
Fahrtüchtigkeit fest, dass der Mann starke Ausfallerscheinungen
zeigte. Ein Drogenvortest reagierte positiv auf Amphetamine. Ihm
wurde eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein beschlagnahmt.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass er einem Verwandten die
Fahrerkarte gestohlen hatte und diese zur Vertuschung von
Lenkzeitüberschreitungen seit mindestens Ende August einsetzte.
Ferner besteht der Verdacht, dass er auch zeitweise die Karte des
Arbeitgebers nutzte.

Mehrere Strafverfahren wurden eingeleitet, auch gegen den
Arbeitgeber. Ferner folgt ein ausführlicher Bericht an das
Gewerbeaufsichtsamt. Die Höhe des Unfallschadens wurde mit 21.000
Euro beziffert.
Autor: en

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