eichsfelder-nachrichten
DAK: Krankenstand im Eichsfeld auf Landesniveau

Frauen gehen häufiger krank zur Arbeit

Dienstag, 25. Oktober 2016, 15:57 Uhr
Die DAK-Gesundheit hat heute eine neue Statistik vorgestellt. Darin geht es um den Krankenstand im Eichsfeld im vergangenen Jahr. Die Analyse zeigt aber auch die Unterschiede zwischen Frauen und Männer in punkto Krankschreibung. Die interessanten Zahlen und Fakten stellte die Regionalleiterin des Eichsfeldes, Beatrice Knauft-Müller in einem Pressegespräch vor.....

DAK Analyse (Foto: Ilka Kühn) DAK Analyse (Foto: Ilka Kühn)


Daran nahmen auch die Amtsärztin des Landkreises Eichsfeld, Judith Rahrig (2.v.li.), der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Leinefelde-Worbis, Helmut Funke und Barbara Schneeberg (li.) von der DAK-Gesundheit teil.

Und hier die Fakten:

Der Krankenstand im Landkreis Eichsfeld ist 2015 unverändert geblieben. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen bei 5,1 Prozent. Damit hatte die Region nun insgesamt den gleichen Krankenstand wie der Landesdurchschnitt. Laut DAK-Gesundheitsreport waren demnach an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 51 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Thüringen wurde mit 6,4 Prozent im Landkreis Nordhausen sowie im Kyffhäuserkreis verzeichnet, der niedrigste mit 4,2 Prozent in Jena.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Eichsfeld zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage verursachten erneut Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen. Diese Diagnose war Ursache für jeden vierten Fehltag (24,9 Prozent). Die Zahlen stiegen leicht an und lagen über dem Landesschnitt von 22,7 Prozent. Es folgten auf Platz zwei mit 16,9 Prozent Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis, bei denen es ein Plus von knapp 30 Prozent gab. Krankschreibungen aufgrund von psychischen Leiden wie Depressionen und Angstzustände nahmen um fast zwölf Prozent zu und belegen mit 15,5 Prozent Rang drei.

"Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Eichsfeld", sagt Beatrice Knauft-Müller von der DAK-Gesundheit. "Dafür werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus. Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an."

Für ihre Versicherten geht die DAK-Gesundheit als erste Kasse Deutschlands neue Wege: Seit kurzem bietet sie eine medizinische Beratung per Videochat an. An dem Online-Angebot nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil. Versicherte können ihre Fragen schnell und unkompliziert vis-à-vis von zu Hause aus klären. Wichtig: Die Ärzte können im Videochat nicht behandeln und keine Diagnose stellen. Versicherte bekommen aber eine ausführliche und kompetente Beratung.

Frauen in Eichsfeld haben sechs Prozent mehr Fehltage als Männer
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Thüringen und im Landkreis Eichsfeld aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.

Ein Fazit: Frauen in Thüringen fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 22 Prozent höher. Im Landkreis Eichsfeld betrug der Unterschied sechs Prozent. "Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht", sagt Beatrice Knauft-Müller "Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind."

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern im Kreis Eichsfeld
Im Landkreis Eichsfeld erkranken Männer dreimal häufiger am Herz-Kreislauf-System (plus 222 Prozent) als Frauen. Diese hingegen leiden 62 Prozent öfter an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Auch bei den Krebsleiden liegen sie ein Drittel (plus 34 Prozent) über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist.

"Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben", erklärt Knauft-Müller. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf - meist ab etwa 60 Jahren. "Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst", so Knauft-Müller.

Frauen neigen zu Präsentismus
Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 77 Prozent der Frauen in Thüringen waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern nur 59 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (86 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (83 Prozent).

Auch tragen Frauen immer noch einen großen Anteil bei der Betreuung kranker Kinder: Fast jede dritte Frau in Thüringen sagte, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste (31,5 Prozent). Bei den Männern sagten das nur 9,5 Prozent.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat rund 1.480.000 Versicherte in Thüringen, davon rund 7.000 im Landkreis Eichsfeld.

Autor: en

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 eichsfelder-nachrichten.de