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Zum Bau der Müllverbrennungsanlage in Deuna

Gemeinderat soll Entscheidung vertagen

Donnerstag, 03. November 2016, 10:15 Uhr
Am morgigen Freitag will der Gemeinderat Deuna das Einvernehmen zum Bau der geplanten Müllverbrennungeanlage des Unternehmen Umweltdienste Bohn GmbH herstellen. Auf dem Gelände des Zementwerks in Deuna ist ein Ersatzbrennstoffkraftwerk mit einer Jahreskapazität von ca. 250.000 t Müll geplant, das auch Gewerbeabfälle verbrennen darf....

Die Einspruchsfrist der Bevölkerung läuft aber noch bis zum 18. November. Danach finden weitere Hinweise keine Berücksichtigung.

Da aus Sicht von Philipp Müller, Vorsitzender des SPD OV Eichsfelder Kessel, und Michael Hoffmeier, Kreistagsmitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, noch viele wichtige Fragen offen sind und die Einspruchsfrist noch läuft, fordern Müller und Hoffmeier vom Gemeinderat, den Beschluss des Einvernehmens zu der Anlage zu verschieben - mindestens bis die Einsprüche und deren Erwiderungen vorliegen, um sich ein vollständiges Bild machen zu können.
Die Planungsunterlagen liegen noch bis (zum morgigen) Freitag auf der Gemeinde Deuna aus.

Michael Hoffmeier und Philipp Müller befürchten, dass von der geplanten Müllverbrennungsanlage Gefährdungen für Menschen, Tiere und Pflanzen ausgehen können - insbesondere dann, wenn heterogene Müllmengen verbrannt werden. Diese Betrachtung kommt in den Planungsunterlagen schlicht nicht vor. Dort werden nur Schall, Staub und Brandschutz betrachtet. "Aus schlechter Erfahrung heraus bin ich sehr skeptisch, wenn bei einer Müllverbrennung keine Betrachtung von möglichen giftigen Abgasen gemacht wird, sondern einfach erklärt wird, es können keine entstehen", gibt der Dingelstädter Michael Hoffmeier zu bedenken.

"Die Abgase treffen bei jeder Windrichtung direkt auf Wohngebiete (Deuna,Vollenborn,Gerterode,Niederoschel), dadurch ist der geplante Standort völlig ungeeignet und die Anlage nicht genehmigungsfähig", meint der Deunaer Kommunalpolitiker Philipp Müller. Durch den Betrieb einer solchen Müllverbrennungsanlage befürchtet er die Freisetzung von Schadstoffen, trotz bester Filter, von Stickoxide, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Salzsäure und Fluorwasserstoffe, sowie Cyanide und Dioxine in Atemluft und eine schleichende Kontamination der umliegenden Äcker.

Von Müllverbrennungsanlage gehen immer Belastungen der Luft aus. Diese können Atemwegserkrankungen, Allergien und ein erhöhtes Krebsrisiko auslösen. Davon sind in erster Linie Kinder, Kranke und ältere Menschen betroffen. Zudem sind in derartigen Anlagen Störfälle möglich, bei denen gefährliche Giftstoffe in größeren Mengen in die Umwelt gelangen und sofort stark schädigend wirken. Im umliegenden Gebiet sind bereits Belastungen aus der Vergangenheit vorhanden.

Ebenso sei die zusätzliche Verkehrsbelastung in dem Bereich im Plan nicht ausreichend gewürdigt worden und es ist zu befürchten, dass die Straßen für die erwarteten 52 LKWs pro Tag nicht ausgelegt sind. "Dafür scheint es auch keine Betrachtungen zu geben, ebenso wenig für die Auswirkung der Anlage auf das Landschaftsbild", kritisiert Michael Hoffmeier.

Aus diesen Gründen sollte der Gemeinderat das ganze Verfahren nochmal kritisch hinterfragen und das Einvernehmen verschieben bis all diese Fragen und die, die sich noch bis zum 18. November ergeben, ausreichend beantwortet sind, um keinen fatalen Schnellschuss zu machen. Das fordern Philipp Müller und Michael Hoffmeier von den Verantwortlichen in Deuna.
Autor: en

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