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Lebenshilfe Leinefelde-Worbis

Gemeinsam gegen Diskriminierung

Donnerstag, 10. November 2016, 15:54 Uhr
Montag, 7. November, der Himmel war grau und regenschwer, aber die Stimmung unter dem Brandenburger Tor fröhlich, ausgelassen und kämpferisch. Aus mehr als 7000 Kehlen ertönte immer wieder der Ruf „Teilhabe“. Jeder hatte einen farbigen Luftballon in der Hand....

Demo in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt) Demo in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt)

Menschen mit und ohne Behinderung waren am 7. November nach Berlin gekommen, um bei der großen Lebenshilfe-Kundgebung dabei zu sein. Über 110 Reisebusse aus allen Regionen der Republik reihten sich entlang der Straße des 17. Juni.

Demo in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt) Demo in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt)

Auch Teilnehmer aus der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis und der Tabaluga-Förderschule hatten sich auf den Weg gemacht. Dann um 14 Uhr war es so weit: Die Petition der Lebenshilfe wurde an die Politik übergeben – und mit ihr die Forderungen für ein besseres Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz 3. Mehr als 150.000 Menschen hatten zu diesem Zeitpunkt per Unterschriftenlisten und im Internet die Petition unterzeichnet.

Auch aus dem Eichsfeld waren hunderte von Unterschriften dabei. Menschen mit Behinderung hatten in ihren Familien, Orten und Einrichtungen um Unterstützung geworben. Dabei waren einige sehr kreativ. Von der Arztpraxis bis zum Bäckerladen, von der Familienfeier bis hin zur Unterschriftenliste in der Kirche reichte das Engagement von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen. Betroffene selbst machten darauf aufmerksam, dass mit der jetzigen Fassung des Bundesteilhabegesetzes Menschen mit geistiger Behinderung benachteiligt werden.

Demon in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt) Demon in Berlin (Foto: Gisela Reinhardt)
“Diese 151.698 Unterschriften sind ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung – und für mehr Teilhabe“, sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Die Unterschriften übergab sie an die Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Kerstin Griese (MdB) und den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Dr. Edgar Franke (MdB).

Anschließend wurden die tausenden Luftballons mit den Forderungen in den Himmel geschickt und eine bunte Spur der Hoffnung zierte das Grau über Berlin. Staunend und fasziniert richteten sich alle Blicke nach oben und für einen kurzen Augenblick schien die Hektik der Hauptstadt still zu stehen.

Jetzt kommt es darauf an ein Bundesteilhabegesetz zu schaffen, das diesen Namen verdient. Menschen mit Behinderung sind Teil unserer Gesellschaft, sie brauchen bedarfsgerechte Unterstützung für ungehinderte Teilhabe!
Gisela Reinhardt
Autor: en

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