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Eichsfeld Klinikum

Im Januar eröffnet Geriatrie in Worbis

Montag, 12. Dezember 2016, 15:07 Uhr
Angesichts der steigenden Lebenserwartung gewinnt ein medizinischer Fachbereich an Bedeutung – die Geriatrie, auch Altersmedizin genannt. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e. V. definiert die medizinische Spezialdisziplin als Versorgung, Prävention und Rehabilitation alter Patienten und hebt die über Achtzigjährigen hervor....

Franz Klöckner, Geschäftsführer des Eichsfeld Klinikums, weiß um die demografische Entwicklung im Eichsfeld: „Die Altersgruppe 80+ wird deutlich wachsen. Laut Bevölkerungsentwicklung von 2009 bis prognostisch 2030 wird speziell der Anteil der über Achtzigjährigen im Eichsfeld um 69,5 Prozent steigen.“ (Bertelsmann - Deutschland im demografischen Wandel...)

Klöckner unterstreicht: „Angesichts des demografischen Wandels brauchen nicht nur unsere Kinder eigene Fachärztinnen und Fachärzte, eigene Verordnungen und eigene Klinikabteilungen - ältere Menschen ebenso.“

Im Januar 2017 wird im Haus St. Elisabeth in Worbis deshalb die Geriatrie (Altersmedizin) mit zunächst zwanzig Betten eröffnet. Mediziner verschiedener Disziplinen kümmern sich dann gemeinsam um die älteren Patienten, die meist an Mehrfacherkrankungen leiden. Denn bei den genannten Erkrankten kommt es erheblich häufiger vor als bei jüngeren Patienten, dass sowohl chronische als auch akut auftretende Krankheiten nicht einzeln, sondern komplex auftreten. Beispiele hierfür sind Atemwegsbeschwerden, Lungenentzündungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungsprobleme. Ebenfalls mehr als bei jungen Patienten kann damit auch eine Einschränkung des Bewegungsapparates einhergehen.

Katarina Holland, die Medizin an der Universität Hamburg studierte und an einer Klinik in Sachsen bereits erfolgreich die Geriatrieabteilung aufgebaut hat, wird den für das Eichsfeld Klinikum neuen medizinischen Bereich leiten. Die Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie freut sich auf ihr neues Arbeitsumfeld im Eichsfeld Klinikum: „Hier wird nicht nur von christlichen Werten gesprochen, hier werden sie gelebt. Das hat mich überzeugt.“


Klöckner und Holland sind sich einig - Die Erhaltung der Lebensqualität älterer Menschen ist für beide wichtig. Und Klöckner betont dies zugleich mit einem weiteren neuen Angebot: In Kooperation mit der Leinefelder Wohnungsbau - Genossenschaft e.G. errichtet der Caritative Pflegedienst Eichsfeld (CPE) - eine Tochtergesellschaft des Eichsfeld Klinikums - in Dingelstädt barrierefreie Wohnungen, die seniorengerecht für Betreutes Wohnen zur Verfügung stehen. Sie sind voraussichtlich im April 2017 bezugsfertig. Sich die Eigenständigkeit in der eigenen Wohnung zu bewahren und ein Plus an Sicherheit sowie Betreuung hinzuzugewinnen – beides ist für Senioren im Betreuten Wohnen möglich. Sie können jederzeit und ihren individuellen Bedürfnissen
entsprechend Hilfs- und Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen und damit ihren Alltag erleichtern.


Betreuungskräfte vor Ort, Hilfe im Haushalt, ambulante Pflege und vieles mehr werden hier zur Verfügung stehen. Natürlich gehört auch ein Hausnotruf zur Grundausstattung des Betreuten Wohnens.

Das Eichsfeld Klinikum bildet mit seinen drei Betriebsstätten das Zentrum der stationären medizinischen Versorgung im Landkreis Eichsfeld. Zum Unternehmen gehören als Tochtergesellschaften die Caritativer Pflegedienst Eichsfeld gGmbH (CPE) mit sechs Sozialstationen, einem Altenpflegeheim, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), der ambulante Hospizdienst sowie die MVZ Eichsfeld Klinikum gGmbH (Medizinisches Versorgungszentrum) mit ambulanten Arztpraxen verschiedener Fachbereiche in der Region.


Hintergrund-Information
Die Häuser St. Elisabeth Worbis, Reifenstein und St. Vincenz Heiligenstadt haben jeweils eine Notfallambulanz und einen ärztlichen Bereitschaftsdienst, der täglich 24 Stunden verfügbar ist.
Als Grund- und Regelversorger ist das Eichsfeld Klinikum mit seinen Fachdisziplinen breit aufgestellt. Insbesondere im Haus St. Elisabeth Worbis sind die Bereiche der Inneren Medizin subspezialisiert worden und mit der Kardiologie (Herz und Kreislauf), der Pneumologie (Atmungsorgane) sowie der Diabetologie vertreten.

Mit Einführung des DRG (Diagnosis Related Groups) 2003 haben sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen drastisch geändert. So waren zu Beginn der Fusion der Häuser noch 12 Tage Verweildauer üblich. Mittlerweile ist diese auf 6 Tage reduziert. 2001 standen für rund 17.000 stationäre Patienten 587 Planbetten zur Verfügung, die mit dem Landeskrankenhausplan auf 353 Planbetten reduziert wurden. Heute werden dort rund 19.000 stationäre Patienten behandelt.

Vor dem Hintergrund dieser gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen wird der Bedarf auch beim Eichsfeld Klinikum kontinuierlich überprüft und angepasst. Insbesondere die Abteilung der Inneren Medizin stellt sich darauf ein und wird sich weiter subspezialisieren. Neben der Gastroenterologie (Verdauungsorgane) im Haus St. Vincenz Heiligenstadt ergänzt aktuell die Geriatrie das Haus St. Elisabeth Worbis.
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