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Gedenkveranstaltung in Duderstadt

Der Opfer des Nationalsozialismus gedacht

Freitag, 27. Januar 2017, 12:15 Uhr
Der 27. Januar ist seit 1996 bundesweit den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet. Die alljährliche Gedenkveranstaltung der Stadt Duderstadt wurde in diesem Jahr bereits am Dienstag, 24. Januar, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Eichsfeld Gymnasiums in der Liebfrauenkirche begangen.....

Gedenkveranstaltung (Foto: Duderstadt) Gedenkveranstaltung (Foto: Duderstadt)

Anschließend erfolgte die Niederlegung zweier Blumengestecke am Gedenkstein „Synagoge Neutorwall“ und an der „Gedenkstele“ in der Christian-Blank-Straße.

Bürgermeister Wolfgang Nolte hob in seiner Ansprache in besonderer Weise die Bedeutung der Mahn-, Erinnerungs- und Zukunftsarbeit hervor und verwies auf die zahlreichen Gedenkstätten und Denkmäler in der Stadt Duderstadt. Die Erinnerungsarbeit sei für alle eine selbstverständliche Verpflichtung, insbesondere auch als Mahnung für die nächsten Generationen.

Er nannte es eine besondere Fügung, dass gerade am heutigen Tag der Begründer dieses Gedenktages, Altbundespräsident Roman Herzog, mit einem Trauerstaatsakt im Berliner Dom gewürdigt wurde. Der Gedenktag wird immer mit dem Namen Roman Herzog verbunden bleiben.

Gedenkveranstaltung (Foto: Duderstadt) Gedenkveranstaltung (Foto: Duderstadt)


Auch in Zukunft wird die Stadt Duderstadt mit den Kirchengemeinden, den Schulen, Vereinen und Verbänden, den Ortsräten und insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern diese Arbeit konsequent weiterführen. Der Bürgermeister berichtete in diesem Zusammenhang von einem Vorschlag eines Bürgers, zur Vertiefung des Themas jährlich 2 bis 3 Schüler nach Auschwitz fahren zu lassen.

Der Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen, Herr Heiner J. Willen, forderte „Gedenkt, erinnert nicht nur! Gedenken ist mehr, es bedeutet, Leid wahrzunehmen, zu erschrecken, zu widerstehen und sich einfühlen.“ Er dankte den rund 100 Anwesenden in der Liebfrauenkirche, dass diese mit ihrer Teilnahme ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen würden.

„Am Anfang waren nur Worte, doch die Lawine kam ins Rollen“. Eindrucksvoll erinnerten Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Eichsfeld Gymnasiums an die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten. Namentlich nannten sie zunächst die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Duderstadt, die dem
Holocaust entkommen konnten, dann wurden die Namen derjenigen verlesen, die verschleppt, gequält und ermordet wurden. Stolpersteine lassen die Familien nicht in Vergessenheit geraten. Sie zündeten Kerzen an und erklärten, dass Zukunft ein langes Gedächtnis brauche.

Gedenkveranstaltung (Foto: Stadtverwaltung Duderstadt) Gedenkveranstaltung (Foto: Stadtverwaltung Duderstadt)


Feierlich umrahmt wurde die Gedenkstunde von vier Musikerinnen des 9. Jahrgangs des Eichsfeld Gymnasiums. Im Anschluss erfolgte gemeinsam die Niederlegung zweier Blumengestecke am Gedenkstein „Synagoge Neutorwall“ und an der „Gedenkstele“ in der Christian Blank-Straße.
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