Heute im Alten Rathaus in Heilbad Heiligenstadt
Kulturfreitag zum Thema: Ende des 2. Weltkrieges
Freitag, 12. Mai 2017, 09:35 Uhr
72. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges - unter diesem Thema steht heute der Kulturfreitag in Heilbad Heiligenstadt. Der Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt lädt dazu in das Heiligenstädter Alte Rathaus ein....
Am Montag (08.05.2017) dieser Woche jährte sich zum 72. Male das Ende des Zweiten Weltkrieges. Eines Krieges welcher unendliches Leid über die Millionen von Menschen Europas gebracht hatte. Nach über fünfeinhalb Jahren seit Beginn des Überfalls auf Polen am 1. September 1939 schwiegen nach dem 8. Mai 1945 zumindest in Europa die Waffen und die Menschen konnten somit vor kriegerischen Handlungen aufatmen.
Nicht zu vergessen, sind aber die Ereignisse und schicksalshaften Erlebnisse nach dem Tag der Befreiung, als Menschen trotz der schweigenden Waffen weiterhin durch Flucht, Übergriffen und anderen unmenschlichen Verhaltensweisen auf ihr Leben bedroht waren.
Der Film Anonyma - Eine Frau in Berlin schildert das Schicksal einer jungen Frau, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 in Berlin vergewaltigt wird und diese Zeit für ihren bis dahin im Osten verschollenen Lebensgefährten in einem Tagebuch festhält.
Aus Angst vor weiteren Übergriffen und Vergewaltigungen begibt sie sich auf die Suche nach einem russischen Offizier, der sie beschützen kann und als Gegenleistung mit ihr schlafen darf. Doch dann wendet sich unerwartet das Blatt und aus dem Schutz wir langsam eine Annäherung, die sich fast wie Liebe anfühlt.
Doch es bleibt eine Barriere bestehen, die sie bis zum Ende doch Feinde bleiben lässt. Als ihr Freund Gerd später von der Ostfront zurückkehrt, hat sie sich von ihm entfremdet. Der in diesem Jahr gezeigte Film, spiegelt daher die Zeit um und nach dem Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 wieder. Eine Zeit, die zwar von schweigenden Waffen geprägt war aber dennoch teilweise leidvolle Zeiten für die Menschen mit sich brachte.
Aber nicht nur an den Tag der Befreiung möchte die Stadt Heilbad Heiligenstadt und der Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt an diesem Abend erinnern.
Vielmehr auch an den 75. Jahrestag der ersten Deportationen Thüringer Juden im Mai 1942. Am 9. Mai 1942 wurden aus über 42 Orten Thüringens Menschen jüdischen Glaubens nach Weimar in die dortige Viehauktionshalle verschleppt um am nächsten Tag in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert zu werden.
Unter den 513 Menschen befanden sich auch fünf Heiligenstädter Juden die wohl noch im Jahr 1942 im dortigen Ghetto ermordet wurden. Ihr genaues Schicksal seit ihrer Deportation im Mai 1942 ist bis heute unbekannt. Diese beiden Jahrestage mahnen uns besonders in diesem Jahr, dass solch unermessliches Leid nie wieder geschehen darf und alle dazu aufgerufen sind, sich Antisemitismus, Rechtsnationalismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen zu stellen.
Die Stadt Heilbad Heiligenstadt und der Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt würden sich freuen, am Kulturfreitag (12.05.2017) um 19.30 Uhr viele Heiligenstädter Bürgerinnen und Bürger sowie deren Gäste im Saal des Alten Rathauses (Ratsgasse 9) in Heilbad Heiligenstadt zu diesem denkwürdigen Filmabend begrüßen zu dürfen.
Christian Stützer
Sprecher des Initiativkreises Jüdisches Erbe in Heiligenstadt
Autor: enAm Montag (08.05.2017) dieser Woche jährte sich zum 72. Male das Ende des Zweiten Weltkrieges. Eines Krieges welcher unendliches Leid über die Millionen von Menschen Europas gebracht hatte. Nach über fünfeinhalb Jahren seit Beginn des Überfalls auf Polen am 1. September 1939 schwiegen nach dem 8. Mai 1945 zumindest in Europa die Waffen und die Menschen konnten somit vor kriegerischen Handlungen aufatmen.
Nicht zu vergessen, sind aber die Ereignisse und schicksalshaften Erlebnisse nach dem Tag der Befreiung, als Menschen trotz der schweigenden Waffen weiterhin durch Flucht, Übergriffen und anderen unmenschlichen Verhaltensweisen auf ihr Leben bedroht waren.
Der Film Anonyma - Eine Frau in Berlin schildert das Schicksal einer jungen Frau, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 in Berlin vergewaltigt wird und diese Zeit für ihren bis dahin im Osten verschollenen Lebensgefährten in einem Tagebuch festhält.
Aus Angst vor weiteren Übergriffen und Vergewaltigungen begibt sie sich auf die Suche nach einem russischen Offizier, der sie beschützen kann und als Gegenleistung mit ihr schlafen darf. Doch dann wendet sich unerwartet das Blatt und aus dem Schutz wir langsam eine Annäherung, die sich fast wie Liebe anfühlt.
Doch es bleibt eine Barriere bestehen, die sie bis zum Ende doch Feinde bleiben lässt. Als ihr Freund Gerd später von der Ostfront zurückkehrt, hat sie sich von ihm entfremdet. Der in diesem Jahr gezeigte Film, spiegelt daher die Zeit um und nach dem Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 wieder. Eine Zeit, die zwar von schweigenden Waffen geprägt war aber dennoch teilweise leidvolle Zeiten für die Menschen mit sich brachte.
Aber nicht nur an den Tag der Befreiung möchte die Stadt Heilbad Heiligenstadt und der Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt an diesem Abend erinnern.
Vielmehr auch an den 75. Jahrestag der ersten Deportationen Thüringer Juden im Mai 1942. Am 9. Mai 1942 wurden aus über 42 Orten Thüringens Menschen jüdischen Glaubens nach Weimar in die dortige Viehauktionshalle verschleppt um am nächsten Tag in das Ghetto Belzyce bei Lublin deportiert zu werden.
Unter den 513 Menschen befanden sich auch fünf Heiligenstädter Juden die wohl noch im Jahr 1942 im dortigen Ghetto ermordet wurden. Ihr genaues Schicksal seit ihrer Deportation im Mai 1942 ist bis heute unbekannt. Diese beiden Jahrestage mahnen uns besonders in diesem Jahr, dass solch unermessliches Leid nie wieder geschehen darf und alle dazu aufgerufen sind, sich Antisemitismus, Rechtsnationalismus und Fremdenfeindlichkeit entgegen zu stellen.
Die Stadt Heilbad Heiligenstadt und der Initiativkreis Jüdisches Erbe in Heiligenstadt würden sich freuen, am Kulturfreitag (12.05.2017) um 19.30 Uhr viele Heiligenstädter Bürgerinnen und Bürger sowie deren Gäste im Saal des Alten Rathauses (Ratsgasse 9) in Heilbad Heiligenstadt zu diesem denkwürdigen Filmabend begrüßen zu dürfen.
Christian Stützer
Sprecher des Initiativkreises Jüdisches Erbe in Heiligenstadt
