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Stiftung für Bären Worbis

Junge Helfer aus Albanien zu Tränen gerührt

Montag, 05. Juni 2017, 08:17 Uhr
Helden nicht mit Superkräften, sondern mit Cleverness und Herzblut: Megi, Suela und Erti sind drei junge Albaner der neuen Generation. Sie stellen sich den veralteten Werten entgegen, setzten sich für den Tierschutz ein. Als ehrenamtliche Helfer von Bears Albania haben sie dem Bärenleid den Kampf angesagt und waren maßgeblich an einer Europa weit einzigartigen Rettungsaktion beteiligt....



Jetzt sind sie im ALTERNATIVEN WOLF- und BÄRENPARK SCHWARZWALD zu Besuch um zu sehen, wie es ihren Schützlingen nach der Rettung erging.

Die Situation in Albanien: In kleinen Käfigen werden Bären gesperrt, mit Bier überschüttet, in der Hitze an Ketten gelegt oder in Musikvideos als Accessoire misshandelt. Die Situation vieler Braunbären in Albanien ist katastrophal. Doch nicht nur den großen Landraubtieren geht es im EU Anwärter Staat an den Kragen.

Singvögel, Raubvögel, Haustiere, die Liste des Tierleids scheint endlos. Dem Naturraub im Balkanstaat Einhalt zu gebieten und den Naturschutz auf westliche Standards zu bringen ist auch eine wichtige Voraussetzung für den Beitritt in die Europäische Union. Eine der Hauptursachen der Ausbeute ist mangelnde Aufklärung.

Es mangelt an einer gewissen Grundstruktur, die der Zerstörung der Natur entgegenwirkt. Um ein grundlegendes Maß an Struktur auf die Beine zustellen bedarf es internationaler Hilfe, doch die eigentlichen Akteure dabei sind die Menschen vor Ort in Albanien. Sie müssen zur Aufklärung ermutigt werden, eine Sensibilität für den Naturschutz entwickeln.

ARIAN, ARTHOS und AGONIS sind drei junge Bären, die in Albanien als Selfie-Bären missbraucht wurden. Letzterer wurde auf einer Restaurant Terrasse angekettet, die anderen beiden wurden am Strand entlang gezerrt. Dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Bears Albania konnten die drei Braunbären gerettet und nach Deutschland in ein Tierschutzprojekt der STIFTUNG für BÄREN im Schwarzwald gebracht werden.

Eine einzigartige Rettungsaktion, die auch einzigartig bleiben soll. Denn effektiver, nachhaltiger Tierschutz hat nur eine Zukunft, wenn er vor Ort in Albanien umgesetzt wird. Die Rettung aus schlechter Haltung ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber eben leider nur einer. Direkt in Albanien bedarf es Auffangstationen, einem Team, das ggf. Tiere zurück in die Wildnis entlassen kann.

Doch um dieses Ziel umzusetzen, Albanien für die EU in puncto Umweltschutz fit zu bekommen, bedarf es einem Organisationspool aus Experten und Einrichtungen, die mit Know-How und Ausrüstung die Akteure vor Ort schulen, technisch einen neuen Standard etablieren. Die STIFTUNG für BÄREN hat dazu schon Vorbereitungen getroffen und wird in Kooperation mit befreundeten Organisationen und Helfern für einen Start in Albanien sorgen.

Als Megi, Suela und Erti den kleinen AGONIS das letzte Mal sahen, war der Braunbärwelpen unterernährt und wartete in einem kargen Käfig im Zoo auf seine Ausreise in die EU. Jetzt ist über ein halbes Jahr vergangen, aus dem kleinen Bären ist ein stürmischer Jugendlicher geworden, der wild badet und auf die höchsten Bäume klettert.

Die drei jungen Helfer von Bears Albania sind zu Tränen gerührt über die Entwicklung von AGONIS. Seine naturnahe Unterbringung im ALTERNATIVEN WOLF- und BÄRENPARK SCHWARZWALD soll Inspiration und Motivation für den Tierschutz in Albanien sein. Das Ende des Naturraubs auf dem Balkanstaat ist ein guter Schritt auf dem Weg in die EU. Ein aufgeklärter, zeitgemäßer, offener Umgang mit Natur kann nur erreicht werden, wenn es mehr junge Leute wie Megi, Suela und Erti gibt. Die sich für eine nachhaltige Entwicklung ihres Landes stark machen. Mutig, gebildet, uneigennützig – moderne Helden.
Bern Nonnenmacher

Über die STIFTUNG FÜR BÄREN
Die STIFTUNG FÜR BÄREN mit Sitz in Worbis setzt sich für nachhaltigen Tierschutz und für ein Wildtierverbot in Zirkussen ein. Auch gegen die Züchtung von Wildtieren in Gefangenschaft. Bildung, Aufklärung und eine clevere Alternative zeigen den Weg in eine Zivilisation, die im Einklang mit der Natur lebt.

Aus dem 1995 gegründeten Aktion Bärenhilfswerk e.V. hervorgegangen, betreibt die gemeinnützige Stiftung zwei Parks. 1996 entstand der Alternative Bärenpark Worbis. Weltweit als einzigartig, werden Bären und Wölfe in einem Tierschutzprojekt in interaktiver Gemeinschaftshaltung verhaltensgerecht betreut.

Seit 2010 besteht der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald, in dem sich Braunbärin JURKA, Mutter des 2006 erschossenen BRUNO, befindet. Ebenfalls 2010 rief die STIFTUNG für BÄREN das Projekt „Luchs – ein Waldgeist kehrt zurück“ ins Leben, eine Aufklärungsaktion für die Rückkehr wildlebender Luchse in Nordthüringen.
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