CDU Eichsfeld
Landrat Dr. Henning stellt sich der Kandidatur
Montag, 30. Oktober 2017, 18:40 Uhr
Beim Kreisparteitag der CDU am vergangenen Freitagabend in Kallmerode wurde Christina Tasch als Kreisvorsitzende der CDU Eichsfeld mit 121 Ja-Stimmen wiedergewählt. Dr. Werner Henning erhielt mit 83,6 Prozent (128 Ja, 23 Nein und 2 Enthaltungen) das Vertrauen, bei der nächsten Landratswahl wieder als Landrat zu kandidieren...
Der neue Kreisvorstand
Zum 1. Stellvertreter wurde Thadäus Köning, zum 2. Stellvertreter Gerald Schneider und zum 3. Stellvertreter Heiko Steinecke gewählt.
Landrat Werner Henning sagte in seiner Rede:
"Liebe Freunde in der CDU Eichsfeld, schon wieder sind 6 Jahre im Amt des Landrates des Landkreises Eichsfeld vergangen und noch einmal möchte ich mich bei Ihnen zur Nominierung für die im April 2018 anstehende Landratswahl bewerben. Ob dabei für eine möglicherweise nur verkürzte Legislatur von 3 Jahren gewählt wird, ist heute noch nicht wirklich belastbar raus.
Meine Bewerbung erfolgt aus mehreren Gründen. Zum einen meine ich, dass ich mit 61 Jahren die Pensionszusage des Landkreises Eichsfeld für mich noch nicht in Anspruch nehmen muss – glaube zum anderen aber auch, dem Landkreis in den jetzigen unsteten
existenziellen Zeiten noch gute Dienste leisten zu können.
Christina Tasch und Dr. Werner Henning (Foto: Gerhard Martin)
Christina Tasch wurde wieder zur Voristzenden gewählt, Landrat Werner Henning nominiert für die nächste Landratswahl.
So ich gewählt werde, wird diese Periode meine letzte im Amt des Landrates sein. Machen wir uns nichts vor. Die Landkreisebene wird derzeit im Freistaat überhaupt nicht gemocht. Geliebt war sie früher auch schon nicht. Dafür sind die Lebenswelten, in denen wir unterwegs sind, zu verschieden. Während das Land sich mehr oder weniger visionär im idealtypischen Überbau aufhält und diesen anhaltend zwischen Himmel und Hölle durchdekliniert, bewegen wir uns in den Landkreisen mehr in den Alltagsbelangen der Erde. Am besten ist es deshalb, man lässt sich in Ruhe und achtet, so lange es
funktioniert, die Unterschiedlichkeit der beschriebenen Welten.
So sind wir mit dieser Grundphilosophie in den zurückliegenden nahezu 28 Jahren, die auch meine in den Ämtern des Ratsvorsitzenden und des Landrates waren, alles in allem ebenso gut gefahren wie unsere Vorfahren, die sich im Grunde auch nie anders verhielten. Was wir geschaffen haben, kann sich sehen lassen und wird – im Vergleich zu anderen Regionen – überall als hochwertig und komfortabel beschrieben.
Das Besondere dieser Bilanz ist, dass sich sowohl der Landkreis als auch seine Gemeinden finanziell in
zumeist stabilen und geordneten Verhältnissen bewegen. Systembedingt geht es leider gerade kleinen Gemeinden mit vielen Kindern aufgrund ihrer Betreuungsaufwendungen schlechter, was genaugenommen eine Schande für die sonst so hohen
Anspruchshaltungen unserer Moderne ist. Die Lage des Landkreises selbst lässt sich am besten zutreffend mit der unsere Verbindlichkeiten deutlich übersteigenden Liquidität beschreiben.
Als Landrat war ich mit vielen dieser Entwicklungen verbunden und habe stets mein Bestes gegeben. Sicher ist mir dabei auch nicht alles geglückt, glaube aber ebenso, dass auch nicht sehr viel wirklich schief gegangen ist. Im Widerstreit der Interessen und der
verschiedensten Zwänge liegen die Patentlösungen nur selten einfach auf der Straße. In der Summe vieler Einzelfragen empfinde ich, auf eine zufrieden stellende Bilanz schauen zu können.
Liebe Freunde in der CDU!
Aktuell leben wir in einer Zeit, in der so manche Thüringer Kommunen die bei ihnen aufgelaufenen Defizite der vergangenen Jahre nicht mehr tragen können. Obgleich das Land mit immer größer werdenden Beträgen aus dem Landesausgleichsstock zuspringen und drohende Zahlungsunfähigkeiten abwehren muss, scheint das Ende dieses Prozesses
überhaupt noch nicht in Sicht. Hinzu kommen auf anderen Ebenen ständig steigende Ausgaben oder auch neue Leistungsgesetze, für die das Land nur unzureichend Verantwortung übernimmt.
Unter diesen Gegebenheiten können nur noch jene
Landkreise überleben, die in den zurückliegenden Jahren gut gewirtschaftet haben – heute aber auch, wie der Landkreis Eichsfeld, längst von ihrer Substanz zehren und – nur zeitversetzt – in die gleichen Dilemmata hineinlaufen, in denen andere schon sind.
Jene aber, die – aus welchen Gründen auch immer - ihre eigenen Handlungsspielräume selbst verspielt haben – man denke an unsere Nachbarlandkreise Nordhausen und Unstrut- Hainich - können ohne gesonderte Zuweisungen des Landes schon lange nicht mehr leben und wären, auf sich selbst gestellt, sofort zahlungsunfähig. Und genau hier liegt der eigentliche Grund für das ganze Gezerre um eine Kreisgebietsreform.
Ihr wirtschaftlicher Kern besteht darin, die letzten noch vorhandenen Guthaben bei solventen Kommunen in die großen Löcher der insolventen zu kehren und - in einem Abwasch - wohl auch die gewollte festere Anbindung an das Wollen des Landes – ein für alle Mal - neu zu strukturieren. Drum herum wird die Girlande der wahren Demokratie oder auch der notwendigen Anpassungsprozesse an Digitalisierung und demografischen Wandel gewickelt, aus der heraus eine Verwaltungs- und Funktionalreform unumgänglich sei.
So lange sich der wirtschaftliche Erfolg dieser Operationen nicht kaufmännisch und für alle nach gleichen Kriterien exakt vorrechnen lässt, so lange kann ich dem Ganzen auch überhaupt nichts abgewinnen. Ich selbst sehe ausschließlich die kommunistische Manie
nach staatlichem Zentralismus sowie eines Lebens auf Kosten anderer und damit das genaue Gegenteil von kommunaler Selbstverantwortung in verantworteter Freiheit.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Weil es so nicht geht, haben wir uns sofort einer solchen Schwindelreform verweigert und alle Hebel zum Schutz unserer eigenen Interessen in Bewegung gesetzt. Neben den wirtschaftlichen geht es aber auch um die noch viel tieferen Belange unserer Existenz, auf denen letztlich ganzheitlich unser Erfolg beruht. Dieser liegt in unserer Kultur oder in der Lebensart, mit denen wir unsere Belange bisher erfolgreich geregelt haben und es auch weiterhin so halten möchten.
Alles hängt miteinander zusammen und wurde im
Urteil des Thüringer Verfassungsgerichtshofes vom 9. Juni 2017 gegen das Vorschaltgesetz zur Durchführung der Gebietsreform in Thüringen mit den Begriffen der
landsmannschaftlichen Besonderheiten sowie der religiösen Bindungen zusammengefasst, welche der Gesetzgeber bei einem solchen tiefen Eingriff in das
gemeindliche Leben abwägen muss.
Ich habe dazu eine kleine Denkschrift verfasst, die sie auch auf der Homepage des Landkreises Eichsfeld einsehen können.
Liebe Freunde,
ich will dieses Thema keineswegs unnötig zuspitzen, mache aber auch unmissverständlich deutlich, dass ich überhaupt nicht dazu bereit bin, unser Sosein zwischen religiöser Lebensspiegelung und dem individuell verantworteten Tun, unter den politischen Pflug der ideologischen Selbstüberschätzung und auch der kulturellen Amnesie geraten zu lassen, woraus uns und unseren Kindern Schaden zuwächst. Wir sind
so, wie wir sind und in dieser Art überaus erfolgreich."
Autor: enDer neue Kreisvorstand
Zum 1. Stellvertreter wurde Thadäus Köning, zum 2. Stellvertreter Gerald Schneider und zum 3. Stellvertreter Heiko Steinecke gewählt.
Landrat Werner Henning sagte in seiner Rede:
"Liebe Freunde in der CDU Eichsfeld, schon wieder sind 6 Jahre im Amt des Landrates des Landkreises Eichsfeld vergangen und noch einmal möchte ich mich bei Ihnen zur Nominierung für die im April 2018 anstehende Landratswahl bewerben. Ob dabei für eine möglicherweise nur verkürzte Legislatur von 3 Jahren gewählt wird, ist heute noch nicht wirklich belastbar raus.
Meine Bewerbung erfolgt aus mehreren Gründen. Zum einen meine ich, dass ich mit 61 Jahren die Pensionszusage des Landkreises Eichsfeld für mich noch nicht in Anspruch nehmen muss – glaube zum anderen aber auch, dem Landkreis in den jetzigen unsteten
existenziellen Zeiten noch gute Dienste leisten zu können.
Christina Tasch und Dr. Werner Henning (Foto: Gerhard Martin)
Christina Tasch wurde wieder zur Voristzenden gewählt, Landrat Werner Henning nominiert für die nächste Landratswahl.So ich gewählt werde, wird diese Periode meine letzte im Amt des Landrates sein. Machen wir uns nichts vor. Die Landkreisebene wird derzeit im Freistaat überhaupt nicht gemocht. Geliebt war sie früher auch schon nicht. Dafür sind die Lebenswelten, in denen wir unterwegs sind, zu verschieden. Während das Land sich mehr oder weniger visionär im idealtypischen Überbau aufhält und diesen anhaltend zwischen Himmel und Hölle durchdekliniert, bewegen wir uns in den Landkreisen mehr in den Alltagsbelangen der Erde. Am besten ist es deshalb, man lässt sich in Ruhe und achtet, so lange es
funktioniert, die Unterschiedlichkeit der beschriebenen Welten.
So sind wir mit dieser Grundphilosophie in den zurückliegenden nahezu 28 Jahren, die auch meine in den Ämtern des Ratsvorsitzenden und des Landrates waren, alles in allem ebenso gut gefahren wie unsere Vorfahren, die sich im Grunde auch nie anders verhielten. Was wir geschaffen haben, kann sich sehen lassen und wird – im Vergleich zu anderen Regionen – überall als hochwertig und komfortabel beschrieben.
Das Besondere dieser Bilanz ist, dass sich sowohl der Landkreis als auch seine Gemeinden finanziell in
zumeist stabilen und geordneten Verhältnissen bewegen. Systembedingt geht es leider gerade kleinen Gemeinden mit vielen Kindern aufgrund ihrer Betreuungsaufwendungen schlechter, was genaugenommen eine Schande für die sonst so hohen
Anspruchshaltungen unserer Moderne ist. Die Lage des Landkreises selbst lässt sich am besten zutreffend mit der unsere Verbindlichkeiten deutlich übersteigenden Liquidität beschreiben.
Als Landrat war ich mit vielen dieser Entwicklungen verbunden und habe stets mein Bestes gegeben. Sicher ist mir dabei auch nicht alles geglückt, glaube aber ebenso, dass auch nicht sehr viel wirklich schief gegangen ist. Im Widerstreit der Interessen und der
verschiedensten Zwänge liegen die Patentlösungen nur selten einfach auf der Straße. In der Summe vieler Einzelfragen empfinde ich, auf eine zufrieden stellende Bilanz schauen zu können.
Liebe Freunde in der CDU!
Aktuell leben wir in einer Zeit, in der so manche Thüringer Kommunen die bei ihnen aufgelaufenen Defizite der vergangenen Jahre nicht mehr tragen können. Obgleich das Land mit immer größer werdenden Beträgen aus dem Landesausgleichsstock zuspringen und drohende Zahlungsunfähigkeiten abwehren muss, scheint das Ende dieses Prozesses
überhaupt noch nicht in Sicht. Hinzu kommen auf anderen Ebenen ständig steigende Ausgaben oder auch neue Leistungsgesetze, für die das Land nur unzureichend Verantwortung übernimmt.
Unter diesen Gegebenheiten können nur noch jene
Landkreise überleben, die in den zurückliegenden Jahren gut gewirtschaftet haben – heute aber auch, wie der Landkreis Eichsfeld, längst von ihrer Substanz zehren und – nur zeitversetzt – in die gleichen Dilemmata hineinlaufen, in denen andere schon sind.
Jene aber, die – aus welchen Gründen auch immer - ihre eigenen Handlungsspielräume selbst verspielt haben – man denke an unsere Nachbarlandkreise Nordhausen und Unstrut- Hainich - können ohne gesonderte Zuweisungen des Landes schon lange nicht mehr leben und wären, auf sich selbst gestellt, sofort zahlungsunfähig. Und genau hier liegt der eigentliche Grund für das ganze Gezerre um eine Kreisgebietsreform.
Ihr wirtschaftlicher Kern besteht darin, die letzten noch vorhandenen Guthaben bei solventen Kommunen in die großen Löcher der insolventen zu kehren und - in einem Abwasch - wohl auch die gewollte festere Anbindung an das Wollen des Landes – ein für alle Mal - neu zu strukturieren. Drum herum wird die Girlande der wahren Demokratie oder auch der notwendigen Anpassungsprozesse an Digitalisierung und demografischen Wandel gewickelt, aus der heraus eine Verwaltungs- und Funktionalreform unumgänglich sei.
So lange sich der wirtschaftliche Erfolg dieser Operationen nicht kaufmännisch und für alle nach gleichen Kriterien exakt vorrechnen lässt, so lange kann ich dem Ganzen auch überhaupt nichts abgewinnen. Ich selbst sehe ausschließlich die kommunistische Manie
nach staatlichem Zentralismus sowie eines Lebens auf Kosten anderer und damit das genaue Gegenteil von kommunaler Selbstverantwortung in verantworteter Freiheit.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Weil es so nicht geht, haben wir uns sofort einer solchen Schwindelreform verweigert und alle Hebel zum Schutz unserer eigenen Interessen in Bewegung gesetzt. Neben den wirtschaftlichen geht es aber auch um die noch viel tieferen Belange unserer Existenz, auf denen letztlich ganzheitlich unser Erfolg beruht. Dieser liegt in unserer Kultur oder in der Lebensart, mit denen wir unsere Belange bisher erfolgreich geregelt haben und es auch weiterhin so halten möchten.
Alles hängt miteinander zusammen und wurde im
Urteil des Thüringer Verfassungsgerichtshofes vom 9. Juni 2017 gegen das Vorschaltgesetz zur Durchführung der Gebietsreform in Thüringen mit den Begriffen der
landsmannschaftlichen Besonderheiten sowie der religiösen Bindungen zusammengefasst, welche der Gesetzgeber bei einem solchen tiefen Eingriff in das
gemeindliche Leben abwägen muss.
Ich habe dazu eine kleine Denkschrift verfasst, die sie auch auf der Homepage des Landkreises Eichsfeld einsehen können.
Liebe Freunde,
ich will dieses Thema keineswegs unnötig zuspitzen, mache aber auch unmissverständlich deutlich, dass ich überhaupt nicht dazu bereit bin, unser Sosein zwischen religiöser Lebensspiegelung und dem individuell verantworteten Tun, unter den politischen Pflug der ideologischen Selbstüberschätzung und auch der kulturellen Amnesie geraten zu lassen, woraus uns und unseren Kindern Schaden zuwächst. Wir sind
so, wie wir sind und in dieser Art überaus erfolgreich."

