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Planänderung bei Ortsumgehung Duderstadt:

Schutzgemeinschaft befürchtet noch größerenUmweltfrevel

Freitag, 15. Dezember 2017, 13:49 Uhr
Die Querspange bei Teistungenburg vergrößert den geplanten Umweltfrevel, das ist die Mienung der Schutzgemeinschaft Hahletal-Pferdeberg. Zur Bekanntmachung der ersten Planänderung bei der Ortsumgehung Duderstadt, erklärt Michael Hoffmeier von der Schutzgemeinschaft Hahletal-Pferdeberg:....

"Mehr als anderthalb Jahre nach der Erörterung der umfangreichen Einwendungen gegen die Ortsumgehung Duderstadt, plant die Straßenbauverwaltung nun also eine neue Auslegung der Planunterlagen. Das zeigt ganz deutlich, dass die Zweifel der Umweltverbände und die Einwände der betroffenen Bürgerinnen und Bürger gerechtfertigt waren und sind.

Denn ansonsten hätte es keiner Neuauslegung bedurft, die aus unserer Sicht erhebliche Mängel aufweist. Wir sind nun gespannt, was die Straßenbauverwaltung unter 'Aktualisierung der Verkehrsuntersuchungen' versteht. Wir hoffen, dass jetzt endlich realistische Annahmen getroffen werden - mit dem Ergebnis einer realistischen und so deutlich überzogenen Verkehrsbelastung, die bisher Planungsgrundlage war. Denn damit steht und fällt die Begründung des Bedarfs für das mehr als zweifelhafte Straßenbauprojekt.

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für uns die Planung einer neuen Querspange zwischen Gerblingerode und Teistungen, die auch Rückwirkungen auf die Ortsumgehung Duderstadt hätte. Sowohl die thüringische als auch die niedersächsische Straßenbauverwaltung haben in den Erörterungsterminen im Frühjahr 2016 deutlich gemacht, dass es für diese Anbindung keinen Bedarf gibt,diese schlicht entbehrlich ist und sogar kontraproduktiv bzgl. der gewünschten Entlastungswirkung.

Anstatt die Auswirkungen auf Natur und Umwelt minimieren zu wollen, werden mit der Querspange neue Eingriffe in den sensiblen Bereich der Hahleaue vorgenommen und zusätzliche landwirtschaftliche Nutzflächen geöpfert. Der Damm für die Spange wirkt bei Hochwasser in der Aue zudem wie ein Staudamm und ist daher auch wasserwirtschaftlich als hochproblematisch zu werten.

Diesen neuerlichen Frevel an der Umwelt unserer Eichsfelder Heimat werden wir scharf rügen, sobald auch die neuen Unterlagen für die Ortsumgehung Teistungen-Ferna ausgelegt werden. Auch verkehrlich ist die Spange grober Unfug, da sie zusätzlichen Verkehr in die Ortslage von Gerblingerode verlagern würde.

Uns beschleicht der Verdacht, dass Ortsbürgermeister Horst Dornieden und Bürgermeister Wolfgang Nolte hier ihre Partikularinteressen als Mitglieder des Trägervereins des Grenzlandmuseums Eichsfeld durchsetzen wollen. Das ist völlig inakzeptabel. Es ist nämlich zu befürchten, dass das Grenzlandmuseum trotz dieser 'Privatstraße' gegenüber dem Istzustand hinsichtlich der Besucherzahlen Schaden nehmen wird.

Für alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger wollen wir rechtzeitig vor der Einwendungsfrist am 5. März einen Planungsdialog durchführen. Wir sind entschlossen, den Frevel am Naherholungsgebiet im Hahletal und am Pferdeberg zu verhindern."

Hintergrund: Die Schutzgemeinschaft Hahletal-Pferdeberg bündelt die Interessen der von der Planung der Ortsumgehungen Duderstadt, Teistungen und Ferna Betroffenen. Im Planfeststellungsverfahren wollen wir für größtmögliche Transparenz sorgen und fachliche Expertise im Rahmen der Anhörungsverfahren einbringen.
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