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Heilbad Heiligenstadt

Bürgermeister Thomas Spielmann zieht Bilanz

Sonntag, 24. Dezember 2017, 12:29 Uhr
Liebe Heiligenstädterinnen, liebe Heiligenstädter, liebe Bürgerinnen und Bürger in unseren Ortsteilen, schon wieder ist es soweit, ein Jahr geht zu Ende. Ich hoffe sehr, es war für Sie persönlich ein gutes Jahr. Es ist gute Tradition, am Ende zurückzublicken. Das möchte auch ich tun:...

Thomas Spielmann (Foto: Privat) Thomas Spielmann (Foto: Privat) Museums- und Stormverein begannen das Jahr wie immer mit dem Hammelessen im damals noch geöffneten „Haus des Handwerks“. Damit wurde auch das Jubiläum „200 Jahre Theodor Storm“ eingeläutet, gewidmet einem der größten Söhne unserer Stadt. Kurze Zeit später schloss das HdH leider seine Türen, seither bleibt die Küche kalt. Große Investitionen wären bei einem Betreiberwechsel erforderlich gewesen, die der Eigentümer leider nicht trägt.

Im Laufe des Jahres glückte der Betreiberwechsel jedoch im Bürgerhof, auch eine Gaststätte in der Lindenallee eröffnete neu. Dennoch macht das „Kneipensterben“ gerade uns, als vom Tourismus geprägte Stadt, Sorge. Vor allem Mitarbeiter, die mit Leib und Seele Gastgeber sein möchten, fehlen. Interessierte Bewerber sind immer herzlich willkommen.

Für mich persönlich begann das Jahr 2017 mit einer Reise nach Afrika. Gemeinsam mit Jugendlichen des Jugendparlaments schloss ich mich Mitgliedern des Ugandakreises zu einer Reise in die Partnergemeinde Lwamagwa an. Bewegende Eindrücke konnten wir nach gut einer Woche wieder mit nach Hause nehmen. Und da war alles dabei: Hunger, Krankheit, bittere Armut, Staub, Schmutz, Hitze. Aber auch Musik, Farben, Gelassenheit, Neugier, Freundlichkeit, Zufriedenheit und unbändige Lebensfreude. Die Menschen in Uganda sind dankbar für die Hilfe, die der Ugandakreis seit vielen Jahren leistet. Bildung, Gesundheit, Wasser. Für uns Selbstverständlichkeiten tragen dazu bei, dass die Menschen in ihrer Heimat eine Zukunft haben.

Auf Basis eines im Mai geschlossenen Freundschaftsvertrages und von der Stadt finanziert, werden auch Anfang des neuen Jahres Heiligenstädter Jugendliche Uganda besuchen. Und ganz sicher werden auch sie nach ihrer Rückkehr mit neuen Ideen und daraus entstehenden Aktionen einen Anteil zu der in unserer Stadt immer weiter wachsenden Ugandahilfe beitragen. Wir wünschen schon heute eine gute Reise!

Es wurde auch wieder viel gebaut im ablaufenden Jahr. Wichtigste Meilensteine waren sicher die Fertigstellung des Stadions und die Übergabe an die Sportler unserer Stadt im August. Das Stadionfest zur Einweihung verlangt des großen Erfolges wegen, nach Wiederholung. Auch einen neuen Radweg gibt es seit diesem Jahr. Mit dem städtischen Teilstück Richtung Kalteneber wurde durch uns die Voraussetzung geschaffen, dass irgendwann eine durchgehende Erreichbarkeit bis ins Südeichsfeld gegeben ist. Gut ist, dass der Landkreis die Koordination dafür übernommen hat.

Unsere Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Bahnlinie konnte ebenfalls planmäßig, d. h. termingerecht und im Kostenrahmen liegend, eröffnet werden. Weiter geht es in dem Bahnhofsareal nun um die Anbindung an die Westspange, um den Ausbau der Hospitalstraße selbst (samt Entwässerung, Beleuchtung und Gehwege) und auch eine Rampe mit einer sanften Steigung (6 %) wird auf der Nordseite noch gebaut.

Auch das Rathaus wurde fertiggestellt, es ist wieder Leben eingezogen. Der Bürgermeister sitzt nun wieder dort, wo bereits 300 Jahre zuvor der Bürgermeister saß. Und auch die anderen Räume sind nach Einzug von Ordnungs- und Hauptamt gut genutzt. Auch das ist Innenstadtbelebung.

Ausdruck einer sich wandelnden Bürgerorientierung ist auch das neue Bürger- und Gästebüro im Rathaus. Jeder, der dort schon einmal gewesen ist, konnte sich selbst davon überzeugen. Vorbei ist die Zeit, in der man auf einem kalten Behördenflur auf Einlass warten musste. Vorbei die Zeit, in der man an einem Tresen bedient wurde. Statt 14 Stunden- wie zuvor - werden die Bürger und Gäste heute 47 Stunden in der Woche bedient.

Und auch das sonst in Behörden oft übliche „Nummer ziehen“, gibt es bei uns in Heiligenstadt nicht. Die richtige Reihenfolge löst ein modernes Computersystem im Hintergrund. Das Dienstleistungsangebot im Rathaus ist an die Bürger und Gäste angepasst und reicht von den üblichen Angelegenheiten eines Meldeamts bis zur Beratung zu Rad- und Wanderrouten. Das Angebot ist damit beispielgebend.

Am 29.5.2017 wurde der Palmsonntagsprozession der Titel „Immaterielles Weltkulturerbe“ verliehen. Damit erkennt die UNESCO die Prozession als besonders schützenswerte Tradition an. Lediglich 68 Bräuche und Traditionen stehen auf dieser Liste.

Neu gestaltet und übergeben wurde im Herbst 2017 das Areal rund um die Aegidienkirche. Kirchgemeinde und Stadt haben bei dieser gemeinsamen Baumaßnahme Barrierefreiheit hergestellt, Pflaster getauscht und vor allem die Ansicht deutlich verbessert. Neuer Gemeindesaal und Kirche sind damit optisch noch ein Stück näher an den Marktplatz „herangerutscht“.

Im Lutherjahr widmete sich eine vielbeachtete Ausstellung dem Thema der Gegenreformation im Eichsfeld. Dr. Torsten Müller, dem Leiter des Eichsfeldmuseums, ist es gelungen, mit dieser Sonderausstellung überregional Bedeutung zu erlangen. Viele Gäste, prominent oder auch weniger, konnten begrüßt werden.

Der Großbrand in der Marktstraße am 7. März 2017 verlangte von den Kameraden unserer Feuerwehren aus Heiligenstadt, den Ortsteilen, aus Uder, Westhausen und Leinefelde, sowie dem Rettungs- und Sanitätszug des Landkreises, alles ab. Stundenlang kämpften sie dafür, dass sich das Feuer vor allem nicht weiter ausbreiten konnte. Die Enge in der Innenstadt und die in Straßen und Gassen geparkten Fahrzeuge behinderten die Kräfte zudem. Ein Anwohner wurde bei dem Brand schwer verletzt, zuvor wurde er von seinen persönlichen Schutzengeln aus dem brennenden Gebäude geholt. Zwei Häuser mussten infolge abgerissen werden. Trotzdem muss man sagen, dass wir alle großes Glück hatten. Nochmals vielen Dank an alle Kameradinnen und Kameraden. Ihr seid 24 Stunden für uns in Bereitschaft und riskiert im Fall der Fälle Euer Leben. Und das ehrenamtlich!

Das kommende Jahr wird uns erneut sehr herausfordern. Trotz weiterer Schuldensenkung (von 27 Millionen im Jahr 1998 auf aktuell 11 Millionen Euro) investieren wir die außergewöhnlich hohe Summe von 12 Millionen Euro, der Haushalt wurde einstimmig im Stadtrat verabschiedet. Neben den schon genannten Maßnahmen sind es vor allem das Freibad, der Schöllbach und die Wilhelmstraße, der Rückbau der Mescheder Straße und der Umbau der Skaterbahn auf den Liethen, verschiedene Maßnahmen im Hochwasserschutz, zwei neue Wohngebiete, ein neues Gewerbegebiet, die zuvor verschobene Neukonzeption des Heimatmuseums, der ebenfalls verschobene Neubau des Friedhof-Hauptweges sowie verschiedene Maßnahmen in unseren Ortsteilen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist dem gesellschaftlichen Leben unserer Stadt gewidmet, zum Beispiel durch die Unterstützung unserer vielen Vereine. Wir haben da stets ein offenes Ohr und helfen, wo wir können. Aber auch die Stärkung der kulturellen Aktivitäten tut der Attraktivität unserer Stadt sehr gut und hat zu vielen neuen Veranstaltungen geführt: Kulturfreitag, Sommernachtsball, Sommerkino, Bürgerfest, Weinfest, Museums-, Lichter- und Liethenfest oder das große Vitalpark-Openair, locken jedes Jahr viele Gäste aus Nah und Fern. Und auch der Weihnachtsmarkt hat eine neue und ganz besondere Qualität bekommen, auf die wir wirklich stolz sein können. Endlich hat er seinen richtigen Platz gefunden, das Programm ist rund und das Ambiente in der historischen Altstadt wunderschön.
Das alles geht nur durch viele engagierte Helfer. Menschen, die mutig Neues ausprobieren und dabei aktiv mittun. Wir sind eine alte und traditionsbewusste Stadt, aber wir entwickeln uns stets weiter und wir können auch modern. Danke dafür. Das alles macht Heiligenstadt zur lebens- und liebenswerten Kulturhauptstadt des Eichsfeldes!

Liebe Heiligenstädterinnen und Heiligenstädter,
liebe Bewohner unserer Ortsteile,

herzlichen Dank an alle, die sich im vergangenen Jahr erneut um das gute Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt gekümmert haben. Dank an die Kameraden der Feuerwehr und des THWs, auf die man immer zählen kann. Danke an alle Ehrenamtlichen, die in unseren Vereinen Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass Sport, Kultur und Unterstützung für den Nächsten überhaupt möglich ist.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie an den Weihnachtstagen ein wenig zur Ruhe kommen können. Ganz besonders wünsche ich das auch den vielen neuen Bürgern in unserer Stadt. Erstmals hat die Einwohnerzahl wieder die 17.000 überschritten. Möge Ihre „erste Weihnacht in Heilbad Heiligenstadt“, Ihrem neuen Zuhause, eine ganz besonders schöne sein.

Wie immer wünsche ich all denen, die sich in diesen Tagen einsam fühlen, die Kraft, Erinnerungen zuzulassen. Auch der Besuch eines Gottesdienstes oder Begegnungen beim Spaziergang können Ihnen Mut und Zuversicht geben. Sie sind nicht allein!

Ich wünsche Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Herzliche Grüße
Ihr Thomas Spielmann
Autor: en

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