Lichtblick(e)
Gedanken zum Jahreswechsel
Sonntag, 31. Dezember 2017, 11:00 Uhr
Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Die letzten Stunden rinnen dahin wie der Sekt in die Kehlen der Feiernden. Es ist Silvester, der letzte Tag im Kalenderjahr, benannt nach dem Bischof von Rom, der 314 sein Amt antrat und am 31.12.335 starb...
Kein Tag im Jahr ist gefüllter mit Hoffnungen und guten Vorsätzen. Aber auch heidnische und Bräuche des Aberglaubens bestimmen diesen Tag in unserer, sich für aufgeklärt haltenden Welt. Menschen, die meinen, dass sie einen GOTT nicht nötig haben, gießen Blei, um sich die Zukunft zu erschließen. Menschen, die glauben, dass sie nicht glauben müssen, weil sie das einschränkte, schießen, einem ursprünglich chinesischen Ritus zur Vertreibung böser Geister folgend, wieder Millionen Euro in Form von Raketen in den Himmel. Noch kurze Zeit zuvor klagten dieselben Menschen, dass es ihnen wirtschaftlich schlecht gehe und nun das.
Als die Pfarrer im Oktober für einige Tage nach Rumänien fuhren, um sich dort mit der Situation der Siebenbürger Sachsen und deren kulturellem Erbe auseinander zu setzen, da wurde uns augenscheinlich deutlich, was wirkliche Not ist.
Vielleicht ist es eine gute Idee, dass wir unsere seit 28 Jahren gewonnene Freiheit einmal darauf verwenden, die Not der Menschen in anderen (nicht einmal afrikanischen, sondern europäischen) Ländern wahrzunehmen. Wer in Feriensiedlungen in Albanien, Bulgarien, Rumänien oder andernorts Urlaub macht, bekommt von der Wirklichkeit nichts mit und kann auch nicht behaupten, diese Länder gesehen (geschweige denn verstanden) zu haben.
Wer genau hinsieht und auch an die Orte abseits der aufpolierten Touristenorte geht, wird auch demütiger in seinen Ansprüchen und der Postulierung, dass ihm Glück und Wohlstand zustünden.
Mich hat diese Reise sehr demütig gemacht und gelehrt, wie gut es uns geht. Diese Erfahrung wünsche ich vielen Menschen, die sich auf verschiedenste Weise als benachteiligt bezeichnen (auch denen, die alles haben wünsche ich diese Erfahrung) und deshalb so oft undifferenziert und von Hass getrieben, die Medienlandschaft verarmen (denn von Bereicherung kann an dieser Stelle keine Rede sein).
Das neue Jahr steht vor uns und es bringt eine Menge Aufgaben mit sich. Wenn wir diese Aufgaben nicht lösen, werden wir erleben, wie wir nicht nur geistlich, sondern auch geistig verarmen und damit eine Hoffnungslosigkeit herbeireden, die dann von einem großen Führer, wie wir sie in aller Welt erschrocken zur Kenntnis nehmen müssen, mit eigenem Inhalt gefüllt werden könnte. Dessen Füllung wird aber nicht die Er-Füllung bringen, die sich die Menschen vorstellen. Sie wird Leid und Not bringen, wie vor, während und nach dem 1. und dem 2. Weltkrieg, weil Krieg als ein Lösungsmittel wieder salonfähig wird, obwohl wir alle nachlesen und z.T. hören (es gibt noch Zeitzeugen) können, wie unsere Großeltern und Eltern am Krieg gelitten haben. Was wir nicht selbst erleben scheint es nicht zu geben und 70 Jahre Frieden offensichtlich die Sinne für die Kostbarkeit desselben zu vernebeln.
Was steht vor uns? Die größte Aufgabe besteht in einem Mentalitätswechsel. Es bringt nichts aber auch gar nichts, auf das politische Establishment zu schimpfen, es als Popanz aufzubauen, um dann darauf herumzuprügeln. Jedem steht es frei, sich in Parteien zu organisieren, Wahlen zu gewinnen und es dann besser zu machen. Wer aber ständig auf den anderen herumhackt ohne überzeugende Alternativentwürfe zu haben, der destruiert die Demokratie und sorgt dafür, dass wieder eine Diktatur Nährboden findet (Ungarn und die Türkei sind nur zwei Beispiele für die Berechtigung der Sorge). Nach zwei deutschen Diktaturen steht mir danach nicht der Sinn.
Deswegen muss es diesen Mentalitätswechsel in Deutschland, aber auch in unseren Kirchengemeinde(verbänden)n geben. Probleme müssen benannt, müssen offen ausgesprochen werden aber nicht mit Zorn und Geifer vor dem Mund. Zorn war schon immer ein schlechter Ratgeber und Geifer schadet dem Geifernden (Jesus Sirach 30,24; 40,2- 11) zuerst und erst danach dem Begeiferten.
Dabei wird zu viel Energie und intellektuelles sowie gestalterisches Potential vergeudet. Wenn all die anonymen Kritiker und Wortführer im Internet beispielsweise ihre Kritik klar und deutlich benennen und dann konstruktive Gegenvorschläge machten, die empirisch überprüfbar wären, dann könnte sich eine Lösungskultur entwickeln, die die eingesetzten Emotionen und Kräfte zum Wohl der ganzen Bevölkerung nutzbar machten. So könnten ganz neue Prozesse angestoßen werden, die die Bürger einbeziehen und nach dem Besten der Stadt (Jer 29,7), des Staates suchen. Die immerwährende Kommentierung vom heimischen Sofa aus führt nicht nur in eine Gewaltspirale der Worte, sondern auch keinen Schritt vorwärts. Sie bereitet nur einem Verdrussgefühl Vorschub, dass dann in neue und schlimmere Nöte führt.
Überdies ist niemandem geholfen, schon gar nicht dem oft proklamierten Volk (wer legt eigentlich fest, wer das Volk ist? Gelegentlich hat man den Eindruck, dass man sich sein Volk zusammensucht, denn eine homogene Meinung in Deutschland ist nirgends erkennbar), wenn jemand immer alles besser weiß, jedoch keine nachprüfbaren Gegenvorschläge vorlegt und auch noch anonym bleibt, so dass mit ihm nicht in einen Diskurs um die beste Lösung getreten werden kann. Doch genau darum sollte es ja gehen um die beste Lösung für unser Land. Oder geht es letztlich gar nicht darum, sondern nur um Erregungsabfuhr, um Recht haben und Meinungsführerschaft?
Ich bedauere deshalb sehr, dass sich viele Menschen, von den Gesprächsforen angewidert, abwenden und der Eindruck entsteht, dass das die Meinung des Volkes sei, die da zu lesen ist. Aber mancher glaubt, dass ein Gespräch mit Menschen, die nicht einmal den Mut haben, sich erkennen zu geben, überhaupt kein Sinn macht und verschwendete Lebenszeit ist Mein Angebot an solche Anonyme, nach Gottesdiensten mit mir in ein konstruktives Gespräch zu kommen, wurde bisher nicht einmal angenommen.
Weitere Anforderungen stehen vor uns, ich will nur noch zwei davon nennen. In den letzten Monaten wurden immer wieder Verbrechen begangen. Auch in unserem ländlich geprägten Landkreis. Das wird zu Recht benannt und kritisiert. Ich vermisse aber die gleiche Empörung, wenn ein Deutscher eine Frau vergewaltigt, Diebstahl oder Körperverletzung begeht. Denn die Tat unterscheidet sich doch in nichts und das Opfer ist doch immer gleich traumatisiert egal welcher Nationalität der Täter ist. Jede*r, der/die eine Straftat begeht, muss gefasst, verurteilt und seiner/ihrer Strafe zugeführt werden. Wir sollten aber bedenken, ob wir nicht zu Heuchlern werden, wenn wir die Taten der Ausländer anders bewerten als die der Inländer. Dann werden wir mitschuldig, denn wir sind nicht solidarisch mit den Opfern, die in jedem einzelnen Fall unser Einfühlungsvermögen brauchen.
Eine dritte (und hier vorläufig letzte) Anforderung ist unser Umgang miteinander. Ich wünsche mir für 2018, dass wir unsere Worte sorgsamer und überlegter wählen, lieber etwas mit Reaktionen warten und nicht im Brass schreiben und reden. Warum?
Es ist ein Zeichen von (Mit)Menschlichkeit, wenn wir darum bemüht sind, den anderen auch mit Worten zu würdigen und zu respektieren. Mir muss nicht alles gefallen, was ich lese. Jedoch kann ich es als eine Meinung erst einmal respektieren (außer, es steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes) und mich Wertungen enthalten. Niemand von uns gefällt es, wenn der andere unseren Beitrag abfällig kommentiert. Deswegen können wir damit anfangen, es nicht zu tun. Warum nicht so? Ich höre Deine Meinung, aber folgende Argumente sprechen m.E. gegen Deine Meinung. Mich würde interessieren, wie Du auf meine Argumente eingehst und verspreche, sie auch zu hören und zu bedenken.
Das müsste nicht jedes Mal so gesagt, aber gelebt werden. Das würde die von mir als verbale Gewaltspirale wahrgenommene Entwicklung deutlich abbrechen helfen. Denn recht zu haben ist ein Privileg, das ich durch Nachdenken, Weiterentwickeln und ständige Veränderungen erhalte. Es ist nicht per Geburt oder Abstammung zugesichert. Wir Deutschen sind dafür trauriger Beweis in der Geschichte der Menschheit.
Nach den nur drei Anforderungen will ich noch auf einen entscheidenden Zuspruch zu sprechen kommen, der die Kraft geben kann, die Anforderungen zu meistern.
Der für das Jahr 2018 geloste Bibelvers (Jahreslosung) bringt es wie kaum ein anderer auf den Punkt: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Viele Menschen, vor allem die, die sich zu kurz gekommen wähnen, haben einen ungestillten Lebensdurst. Doch der ist nicht durch materielle Dinge zu stillen, denn die vergehen, verblassen, verlieren (sobald wir ihrer habhaft wurden) ihren Wert. Tragende Werte sind immateriell. Es sind verlässliche Freundschaft, Treue, Liebe. Sie sind nicht käuflich. Sie können auch nicht eingeklagt, sondern nur empfangen werden. Sie kommen uns von außen zu bestenfalls.
Der Bibelvers aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, sagt uns, dass wir das lebendige, das Durststillende Wasser umsonst bekommen. Von GOTT. Doch die Durstigen müssen es haben wollen, müssen das Angebot annehmen und nicht vor der Quelle liegend verdursten, nur weil sie glauben, es gäbe die Quelle nicht, weil sie sich das nicht vorstellen können. Das Angebot ist unvorstellbar aber es ist wahr. SEINE Einladung steht, unsere Antwort steht aus.
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes neues Kalenderjahr 2018, wie immer Sie dessen Anfang auch feiern. Die Antworten auf meine Gedanken werden zeigen, ob sie schon erste Früchte bringen. Ich wünsche es Ihnen und mir von Herzen.
Ihr Superintendent Kristóf Bálint
Autor: redKein Tag im Jahr ist gefüllter mit Hoffnungen und guten Vorsätzen. Aber auch heidnische und Bräuche des Aberglaubens bestimmen diesen Tag in unserer, sich für aufgeklärt haltenden Welt. Menschen, die meinen, dass sie einen GOTT nicht nötig haben, gießen Blei, um sich die Zukunft zu erschließen. Menschen, die glauben, dass sie nicht glauben müssen, weil sie das einschränkte, schießen, einem ursprünglich chinesischen Ritus zur Vertreibung böser Geister folgend, wieder Millionen Euro in Form von Raketen in den Himmel. Noch kurze Zeit zuvor klagten dieselben Menschen, dass es ihnen wirtschaftlich schlecht gehe und nun das.
Als die Pfarrer im Oktober für einige Tage nach Rumänien fuhren, um sich dort mit der Situation der Siebenbürger Sachsen und deren kulturellem Erbe auseinander zu setzen, da wurde uns augenscheinlich deutlich, was wirkliche Not ist.
Vielleicht ist es eine gute Idee, dass wir unsere seit 28 Jahren gewonnene Freiheit einmal darauf verwenden, die Not der Menschen in anderen (nicht einmal afrikanischen, sondern europäischen) Ländern wahrzunehmen. Wer in Feriensiedlungen in Albanien, Bulgarien, Rumänien oder andernorts Urlaub macht, bekommt von der Wirklichkeit nichts mit und kann auch nicht behaupten, diese Länder gesehen (geschweige denn verstanden) zu haben.
Wer genau hinsieht und auch an die Orte abseits der aufpolierten Touristenorte geht, wird auch demütiger in seinen Ansprüchen und der Postulierung, dass ihm Glück und Wohlstand zustünden.
Mich hat diese Reise sehr demütig gemacht und gelehrt, wie gut es uns geht. Diese Erfahrung wünsche ich vielen Menschen, die sich auf verschiedenste Weise als benachteiligt bezeichnen (auch denen, die alles haben wünsche ich diese Erfahrung) und deshalb so oft undifferenziert und von Hass getrieben, die Medienlandschaft verarmen (denn von Bereicherung kann an dieser Stelle keine Rede sein).
Das neue Jahr steht vor uns und es bringt eine Menge Aufgaben mit sich. Wenn wir diese Aufgaben nicht lösen, werden wir erleben, wie wir nicht nur geistlich, sondern auch geistig verarmen und damit eine Hoffnungslosigkeit herbeireden, die dann von einem großen Führer, wie wir sie in aller Welt erschrocken zur Kenntnis nehmen müssen, mit eigenem Inhalt gefüllt werden könnte. Dessen Füllung wird aber nicht die Er-Füllung bringen, die sich die Menschen vorstellen. Sie wird Leid und Not bringen, wie vor, während und nach dem 1. und dem 2. Weltkrieg, weil Krieg als ein Lösungsmittel wieder salonfähig wird, obwohl wir alle nachlesen und z.T. hören (es gibt noch Zeitzeugen) können, wie unsere Großeltern und Eltern am Krieg gelitten haben. Was wir nicht selbst erleben scheint es nicht zu geben und 70 Jahre Frieden offensichtlich die Sinne für die Kostbarkeit desselben zu vernebeln.
Was steht vor uns? Die größte Aufgabe besteht in einem Mentalitätswechsel. Es bringt nichts aber auch gar nichts, auf das politische Establishment zu schimpfen, es als Popanz aufzubauen, um dann darauf herumzuprügeln. Jedem steht es frei, sich in Parteien zu organisieren, Wahlen zu gewinnen und es dann besser zu machen. Wer aber ständig auf den anderen herumhackt ohne überzeugende Alternativentwürfe zu haben, der destruiert die Demokratie und sorgt dafür, dass wieder eine Diktatur Nährboden findet (Ungarn und die Türkei sind nur zwei Beispiele für die Berechtigung der Sorge). Nach zwei deutschen Diktaturen steht mir danach nicht der Sinn.
Deswegen muss es diesen Mentalitätswechsel in Deutschland, aber auch in unseren Kirchengemeinde(verbänden)n geben. Probleme müssen benannt, müssen offen ausgesprochen werden aber nicht mit Zorn und Geifer vor dem Mund. Zorn war schon immer ein schlechter Ratgeber und Geifer schadet dem Geifernden (Jesus Sirach 30,24; 40,2- 11) zuerst und erst danach dem Begeiferten.
Dabei wird zu viel Energie und intellektuelles sowie gestalterisches Potential vergeudet. Wenn all die anonymen Kritiker und Wortführer im Internet beispielsweise ihre Kritik klar und deutlich benennen und dann konstruktive Gegenvorschläge machten, die empirisch überprüfbar wären, dann könnte sich eine Lösungskultur entwickeln, die die eingesetzten Emotionen und Kräfte zum Wohl der ganzen Bevölkerung nutzbar machten. So könnten ganz neue Prozesse angestoßen werden, die die Bürger einbeziehen und nach dem Besten der Stadt (Jer 29,7), des Staates suchen. Die immerwährende Kommentierung vom heimischen Sofa aus führt nicht nur in eine Gewaltspirale der Worte, sondern auch keinen Schritt vorwärts. Sie bereitet nur einem Verdrussgefühl Vorschub, dass dann in neue und schlimmere Nöte führt.
Überdies ist niemandem geholfen, schon gar nicht dem oft proklamierten Volk (wer legt eigentlich fest, wer das Volk ist? Gelegentlich hat man den Eindruck, dass man sich sein Volk zusammensucht, denn eine homogene Meinung in Deutschland ist nirgends erkennbar), wenn jemand immer alles besser weiß, jedoch keine nachprüfbaren Gegenvorschläge vorlegt und auch noch anonym bleibt, so dass mit ihm nicht in einen Diskurs um die beste Lösung getreten werden kann. Doch genau darum sollte es ja gehen um die beste Lösung für unser Land. Oder geht es letztlich gar nicht darum, sondern nur um Erregungsabfuhr, um Recht haben und Meinungsführerschaft?
Ich bedauere deshalb sehr, dass sich viele Menschen, von den Gesprächsforen angewidert, abwenden und der Eindruck entsteht, dass das die Meinung des Volkes sei, die da zu lesen ist. Aber mancher glaubt, dass ein Gespräch mit Menschen, die nicht einmal den Mut haben, sich erkennen zu geben, überhaupt kein Sinn macht und verschwendete Lebenszeit ist Mein Angebot an solche Anonyme, nach Gottesdiensten mit mir in ein konstruktives Gespräch zu kommen, wurde bisher nicht einmal angenommen.
Weitere Anforderungen stehen vor uns, ich will nur noch zwei davon nennen. In den letzten Monaten wurden immer wieder Verbrechen begangen. Auch in unserem ländlich geprägten Landkreis. Das wird zu Recht benannt und kritisiert. Ich vermisse aber die gleiche Empörung, wenn ein Deutscher eine Frau vergewaltigt, Diebstahl oder Körperverletzung begeht. Denn die Tat unterscheidet sich doch in nichts und das Opfer ist doch immer gleich traumatisiert egal welcher Nationalität der Täter ist. Jede*r, der/die eine Straftat begeht, muss gefasst, verurteilt und seiner/ihrer Strafe zugeführt werden. Wir sollten aber bedenken, ob wir nicht zu Heuchlern werden, wenn wir die Taten der Ausländer anders bewerten als die der Inländer. Dann werden wir mitschuldig, denn wir sind nicht solidarisch mit den Opfern, die in jedem einzelnen Fall unser Einfühlungsvermögen brauchen.
Eine dritte (und hier vorläufig letzte) Anforderung ist unser Umgang miteinander. Ich wünsche mir für 2018, dass wir unsere Worte sorgsamer und überlegter wählen, lieber etwas mit Reaktionen warten und nicht im Brass schreiben und reden. Warum?
Es ist ein Zeichen von (Mit)Menschlichkeit, wenn wir darum bemüht sind, den anderen auch mit Worten zu würdigen und zu respektieren. Mir muss nicht alles gefallen, was ich lese. Jedoch kann ich es als eine Meinung erst einmal respektieren (außer, es steht nicht auf dem Boden unseres Grundgesetzes) und mich Wertungen enthalten. Niemand von uns gefällt es, wenn der andere unseren Beitrag abfällig kommentiert. Deswegen können wir damit anfangen, es nicht zu tun. Warum nicht so? Ich höre Deine Meinung, aber folgende Argumente sprechen m.E. gegen Deine Meinung. Mich würde interessieren, wie Du auf meine Argumente eingehst und verspreche, sie auch zu hören und zu bedenken.
Das müsste nicht jedes Mal so gesagt, aber gelebt werden. Das würde die von mir als verbale Gewaltspirale wahrgenommene Entwicklung deutlich abbrechen helfen. Denn recht zu haben ist ein Privileg, das ich durch Nachdenken, Weiterentwickeln und ständige Veränderungen erhalte. Es ist nicht per Geburt oder Abstammung zugesichert. Wir Deutschen sind dafür trauriger Beweis in der Geschichte der Menschheit.
Nach den nur drei Anforderungen will ich noch auf einen entscheidenden Zuspruch zu sprechen kommen, der die Kraft geben kann, die Anforderungen zu meistern.
Der für das Jahr 2018 geloste Bibelvers (Jahreslosung) bringt es wie kaum ein anderer auf den Punkt: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Viele Menschen, vor allem die, die sich zu kurz gekommen wähnen, haben einen ungestillten Lebensdurst. Doch der ist nicht durch materielle Dinge zu stillen, denn die vergehen, verblassen, verlieren (sobald wir ihrer habhaft wurden) ihren Wert. Tragende Werte sind immateriell. Es sind verlässliche Freundschaft, Treue, Liebe. Sie sind nicht käuflich. Sie können auch nicht eingeklagt, sondern nur empfangen werden. Sie kommen uns von außen zu bestenfalls.
Der Bibelvers aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, sagt uns, dass wir das lebendige, das Durststillende Wasser umsonst bekommen. Von GOTT. Doch die Durstigen müssen es haben wollen, müssen das Angebot annehmen und nicht vor der Quelle liegend verdursten, nur weil sie glauben, es gäbe die Quelle nicht, weil sie sich das nicht vorstellen können. Das Angebot ist unvorstellbar aber es ist wahr. SEINE Einladung steht, unsere Antwort steht aus.
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes neues Kalenderjahr 2018, wie immer Sie dessen Anfang auch feiern. Die Antworten auf meine Gedanken werden zeigen, ob sie schon erste Früchte bringen. Ich wünsche es Ihnen und mir von Herzen.
Ihr Superintendent Kristóf Bálint
