DAK Gesundheit
Die Eichsfelder sind gesünder geworden
Dienstag, 23. Oktober 2018, 15:10 Uhr
Der Krankenstand der Bevölkerung in Thüringen ist im vergangenen Jahr leicht auf 4,9 Prozent gesunken. In einzelnen Städten und Landkreisen gab es allerdings sehr unterschiedliche Entwicklungen. Welche Besonderheiten gab es bei einzelnen Diagnosen? Die Leiterin der DAK Gesundheit Eichsfeld, Beatrice Knauft-Müller, stellte die Ergebnisse gestern der Presse vor...
Beatrice Knauft-Müller (Foto: DAK)
Mit dem aktuellen Gesundheitsreport 2018 der DAK-Gesundheit liegen zum elften Mal in Folge auch regionale Daten für das Eichsfeld vor. Es gibt auch einen direkten Vergleich mit dem DAK-Bundes- und -Landesreport. Danach ist das Eichsfeld von 5,4 Prozent jetzt bei 4,7 Prozent bei Krankschreibungen angekommen. Der Landesdurchschnitt 2017 lag bei 4,9 Prozent. Allerdings war der Bundesdurchschnitt 2017 bei 4,1 Prozent. Der niedrigste Stand im Eichsfeld war 2009 mit 3,8 Prozent.
Fehlzeiten (Foto: DAK)
Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Eichsfeld zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen stiegen um 17 Prozent und damit am stärksten in der Region an. Sie lagen über dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 26 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen im Eichsfeld an.
Krankenstand (Foto: DAK)
Um zwölf Prozent zugenommen haben die Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Verletzungen, bei denen die Fehlzeiten weitgehend gleich blieben. Um 30 Prozent gesunken sind hingegen die Ausfalltage aufgrund von psychischen Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen zählen. Sie lagen auf Position vier.
Beatrice Knauft-Müller hatte viele Zahlen parat, aus denen man erkennen konnte, wie es im Eichsfeld konkret aussieht bei DAK-Mitgliedern. Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Eichsfeld, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben, sagt Beatrice Knauft-Müller, Chef der DAK-Gesundheit im Eichsfeld. Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.
740.000 Thüringer leiden unter Rückenschmerzen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt Rätsel Rücken – warum leiden so viele Thüringer unter Schmerzen? auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Osten sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Thüringen aus.
Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Thüringen rund 740.000 Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 70 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr Rücken. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Thüringen entfielen rund 114 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es mit rund 87 Tagen deutlich weniger.
Im Landkreis Eichsfeld war die Zahl der Ausfalltage mit rund 132 höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit rund 16 Tagen ebenfalls über dem Landesdurchschnitt (gut 13 Tage). Leider zeigt sich auch bei uns im Eichsfeld, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt, so Beatrice Knauft-Müller. Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.
Risikofaktoren für Rückenschmerzen
Die große Mehrheit in Thüringen meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 90 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.
Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken
Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Thüringen konkret leiden: So schmerzt bei 76 Prozent die Lendenwirbelsäule. 49 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Fast jeder Dritte (31 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Jeder achte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.
Mehrheit geht nicht zum Arzt
Die große Mehrheit der Thüringer versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur etwa jeder vierte Betroffene (28 Prozent) war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. Von ihnen suchten rund 76 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 19 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden.
Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. Jeder Vierte erhielt Schmerzmittel, ebenso viele eine Spritze. Bildgebende Untersuchungen wie CT oder MRT kamen bei jedem Fünften zum Einsatz. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in Thüringer Praxen hingegen nur sehr selten thematisiert (drei Prozent).
Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden, fordert Beatrice Knauft-Müller.
Neues individuelles Rücken-Coaching der DAK-Gesundheit
Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein, erläutert Beatrice Knauft-Müller. Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema Gesunder Rücken: www.dak.de/ruecken
Autor: ik
Beatrice Knauft-Müller (Foto: DAK)
Mit dem aktuellen Gesundheitsreport 2018 der DAK-Gesundheit liegen zum elften Mal in Folge auch regionale Daten für das Eichsfeld vor. Es gibt auch einen direkten Vergleich mit dem DAK-Bundes- und -Landesreport. Danach ist das Eichsfeld von 5,4 Prozent jetzt bei 4,7 Prozent bei Krankschreibungen angekommen. Der Landesdurchschnitt 2017 lag bei 4,9 Prozent. Allerdings war der Bundesdurchschnitt 2017 bei 4,1 Prozent. Der niedrigste Stand im Eichsfeld war 2009 mit 3,8 Prozent.
Fehlzeiten (Foto: DAK)
Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Eichsfeld zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen stiegen um 17 Prozent und damit am stärksten in der Region an. Sie lagen über dem Landesdurchschnitt. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile fast 26 Prozent. Damit führt die Diagnose die Liste der Krankheitsursachen im Eichsfeld an.
Krankenstand (Foto: DAK)
Um zwölf Prozent zugenommen haben die Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Verletzungen, bei denen die Fehlzeiten weitgehend gleich blieben. Um 30 Prozent gesunken sind hingegen die Ausfalltage aufgrund von psychischen Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen zählen. Sie lagen auf Position vier.
Beatrice Knauft-Müller hatte viele Zahlen parat, aus denen man erkennen konnte, wie es im Eichsfeld konkret aussieht bei DAK-Mitgliedern. Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Eichsfeld, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben, sagt Beatrice Knauft-Müller, Chef der DAK-Gesundheit im Eichsfeld. Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt werden.
740.000 Thüringer leiden unter Rückenschmerzen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt Rätsel Rücken – warum leiden so viele Thüringer unter Schmerzen? auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Osten sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Thüringen aus.
Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Thüringen rund 740.000 Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 70 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr Rücken. Jeder Vierte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Erwerbstätige in Thüringen entfielen rund 114 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es mit rund 87 Tagen deutlich weniger.
Im Landkreis Eichsfeld war die Zahl der Ausfalltage mit rund 132 höher als im Landesschnitt. Die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit rund 16 Tagen ebenfalls über dem Landesdurchschnitt (gut 13 Tage). Leider zeigt sich auch bei uns im Eichsfeld, dass es trotz eines verstärkten Engagements im Betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt, so Beatrice Knauft-Müller. Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.
Risikofaktoren für Rückenschmerzen
Die große Mehrheit in Thüringen meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 90 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.
Knackpunkte Lendenwirbelsäule und Nacken
Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Thüringen konkret leiden: So schmerzt bei 76 Prozent die Lendenwirbelsäule. 49 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Fast jeder Dritte (31 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. Jeder achte Rückenschmerz-Geplagte hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.
Mehrheit geht nicht zum Arzt
Die große Mehrheit der Thüringer versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur etwa jeder vierte Betroffene (28 Prozent) war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen der Rückenbeschwerden beim Arzt. Von ihnen suchten rund 76 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 19 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden.
Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. Jeder Vierte erhielt Schmerzmittel, ebenso viele eine Spritze. Bildgebende Untersuchungen wie CT oder MRT kamen bei jedem Fünften zum Einsatz. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in Thüringer Praxen hingegen nur sehr selten thematisiert (drei Prozent).
Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden, fordert Beatrice Knauft-Müller.
Neues individuelles Rücken-Coaching der DAK-Gesundheit
Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein, erläutert Beatrice Knauft-Müller. Auch im Internet finden Schmerzgeplagte viele Infos und praktische Tipps rund um das Thema Gesunder Rücken: www.dak.de/ruecken
