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Weltgebetstag 2019 in Leinefelde

Gelungenes Miteinander

Sonntag, 03. März 2019, 12:57 Uhr
Zum Weltgebetstag hatten sich in diesem Jahr viele Frauen in die Kirche St. Maria Magdalena in Leinefelde versammelt. Zum ersten Mal kamen aus diesem Anlass evangelische und katholische Christinnen hier zusammen. Und es wurde auch ein besonderer Gottesdienst....

Weltgebetstag (Foto: Ilka Kühn) Weltgebetstag (Foto: Ilka Kühn)

Schon beim Eintreten in die Kirche war klar, dass es sich nicht um einen "normalen" ökumenischen Gottesdienst handelt. Vor der Altar waren Stühle aufgebaut. Rechts vor der ersten Reihe saßen Frauen mit Instrumenten, links stand eine große Leinwand und im Mittelgang ein langer und ein kleiner Tisch mit einer brennenden Kerze und den Broschüren zum Weltgebetstag. Die brauchte jeder, der mitbeten und mitsingen wollte.

Frauen mit Gaben (Foto: Ilka Kühn) Frauen mit Gaben (Foto: Ilka Kühn)
Gemeindeassistentin Angela Schöneberg hieß alle herzlich willkommen. Dann übernahmen alle die Rolle, die sie eingeübt hatten. Frauen zogen ein und brachten die Gaben mit Brot, Salz, einer Bibel, Blumen, Lavendel und Honig.

Walburga Klapprott hatte die Leitung des Gottesdienstes übernommen. Über 60 Frauen und der evangelische Pfarrer aus Leinefelde, Samuel Golling, hatten die symbolische Einladung der Frauen aus Slowenien angenommen. Sie hatten in diesem Jahr den Weltgebetstag vorbereitet.

Weltgebetstag (Foto: Ilka Kühn) Weltgebetstag (Foto: Ilka Kühn)
In Leinefelde erfuhren die Besucher auch viel über das Land in einem Lichtbildervortrag und in den einzelnen Porträts über sloweinische Frauen. Man erfuhr viel Schicksalhaftes, über Marjeta, die aus finanziellen Gründen nicht studieren konnte und Erfahrungen als Gastarbeiterin sammelte. Als Rentnerin ist sie froh, wieder in der Heimat zu leben. Über Mojca wurde gesagt, dass sie schwanger vom Freund verlassen wurde und den Alltag zunächst als Alleinerziehende zu bewültigen hatte.

Die 80jährige Marija lebt auf einem kleinen Bauernhof mit Sohn und Schwiegertochter, die keine Arbeit haben und alle mit Marijas bescheidener Rente auskommen müssen. Gewalt und Alkohol in der Familie hat Ema in ihrer Kindheit und in ihrer Ehe erlebt. Um den Ausschluss von Menschen ging es bei Natascha. Sie verbrachte ihre Kindheit in einem Roma-Dorf. In Slownien und Europa sind Romas oft ausgegrenzt, leben unter unzumutbaren Bedingungen, die Kinder gehen nur unregelmäßig in eine Schule.

Im gemeinsamen gebet dankten die Frauen allen Menschen, die von Jesus gelernt haben, respektvoll und ohne Vorurteile zu handeln. Am gedeckten Tisch wurde symbolisch für alle, die eingeladen werden sollten, Teller gestellt. Die Besucher erhielten Karten und Stifte, mit denen sie eine persönliche Karten, um konkret jemand einzuladen, einen Nachbarn, Arbeitskollegen oder wen auch immer.

Durch die Projektarbeit des Weltgebetstages werden weltweit viele Projekte unterstützt. Dafür wurde die Kollekte gesammelt. Ein Teil des Geldes kommt den Frauen in Slowenien für Projekte zu.

Und es wurden zum Weltgebetstag viele neue Lieder gesungen. Einige Frauen waren von den Melodien ganz begeistert. Nach dem Gottesdienst waren alle eingeladen in das Johanneshaus. Dort wartete eine reichlich gedekcte Tafel mit Spezialitäten auch aus Slowenien, die liebevoll vom Organisationsteam vorbereitet wurden. Die Zeit verging wie im Fluge beim Abendessen und einem herzlichen Miteinander.
Ilka Kühn

Autor: ik

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