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Schultreffen der einstigen BBS Sundhausen/Gotha

Wo sind die Ehemaligen?

Freitag, 03. Mai 2019, 07:43 Uhr
Im September dieses Jahres wird es in Arnstadt ein großes Treffen ehemaliger Schüler geben. Und zwar derer, die einst an der BBS Sundhausen bei Gotha ihr Abitur mit Berusfausbildung gemacht oder eine Landwirtschaftliche Ausbildung erhalten haben. Darunter waren auch einige aus dem Eichsfeld...

Die Schule in ihrer alten Form gibt es schon lange nicht mehr. 48 Klassen haben sie durchlaufen. Die Schüler kamen aus unterschiedlichen Regionen des damaligen Bezirkes Erfurt und darüber hinaus. Viele von ihnen wollten Veterinär- oder Humanmedizin studieren, ein Studium für Landwirtschaft oder Gartenbau aufnehmen oder Ähnliches. Da war Sundhausen sozusagen der Startschuss. Mit Abi und Berufsausbildung in der Tasche war es eine gute Voraussetzung.

Es gab aber auch sogenannte Fachklassen, die ihr Facharbeiterbrief machten. Das ging über drei Jahre. Diese jungen Leuten begannen dann in landwirtschaftlichen Betrieben zu arbeiten.
Alle hatten eines gemeinsam: neben der Theorie wurde im volkseigenen Gut Sundhausen gearbeitet. Was manchmal recht abenteuerlich wirkte, denn das Gut gehörte zur damaligen Zeit nicht zu den modernsten.

Ohne die Abiturienten und auszubildenden Facharbeiter hätte es sicher auch nicht überleben können. Dem Gut standen sowohl auf den Feldern als auch in der tierischen Produktion immerhin etwa 100 Lehrlinge pro Schul- bzw. Ausbildungsjahr zur Verfügung. Ein kleines sogenanntes Lehrlingsentgelt gab es auch: in der A1 (also erstes Jahr nach der 10. Klasse) waren es 40 Mark (DDR), Hatten die Abiturienten in den letzten Monaten bereits den Facharbeiterbrief in der Tasche, wurden gerade Mal etwas über 100 DDR-Mark gezahlt.

Die BBS (Betriebsberufsschule) hatte ihr eigenes Internat im Schulgebäude. Nur bis auf ganz wenige Ausnahmen waren die Schüler alle dort untergebracht. Es war eine Gemeinschaft, wo alle sich kannten, auch mit den Vor- und Nachteilen. Auch wenn jemand was „ausgefressen“ hatte, sprach sich das schnell herum. In den oberen Etagen waren die Internatszimmer, lauf der einen Seite die Mädchen, auf der anderen die Jungen. Die Treppe zum Speiseraum hinunter führt direkt am Zimmer des Direktors vorbei. Und der rief jeden Morgen mit lauter Stimme zum Raport. Seine Stimme hörte man bis zum oberen Stock.

Der Spruch: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hatte in Sundhausen durchaus Bewandnis. Die Absolventen hatten eine Menge gelernt und die unterschiedlichsten Berufe ergriffen. Manch einer hat es sogar bis in Regierungskreise und Ministerien geschafft. Andere wurden Mediziner, Journalisten, Lehrer, die Aufzählung könnte man beliebig fortsetzen.

So ist es kein Wunder, dass es am 21. September überaus viel Gesprächsstoff geben wird. Das Organisationsteam rechnet mit rund 300 ehemaligen Schülern. Die Schule selbst gibt es seit 1993 nicht mehr. Deshalb ist es auch nicht leicht, an die Ehemaligen heranzukommen.

Wer zwischen 1955 und 1993 im VEG Gotha/Friedrichswerth gelernt oder gelehrt hat bzw. anderweitig beschäftigt war und es nicht versäumen möchte, dieses BBS-Absolvententreffen zu besuchen, sollte sich melden bei Siegfried Hörcher, Tel. 03674-322252 oder per E-Mail s.hoercher@t-online.de.

Das Treffen selbst beginnt am 21.September 2019 um 14:00 Uhr mit Kaffee und Kuchen, danach ist Abendbuffet.
Ilka Kühn

Autor: ik

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