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iba Heilbad Heiligenstadt

USA-Studentin forscht zur Antibiotikabelastung

Donnerstag, 30. Mai 2019, 10:00 Uhr
In den letzten Jahren ist eine rasante Zunahme der Belastung von Abwässern mit Medikamentenrückständen (z.B. Diclofenac, Estradiol, Sulfamethoxazol) zu beobachten. Am iba in Heilbad Heiligenstadt forscht jetzt eine Studentin an diesem Problem...

Studentin im iba (Foto: Dr. Ronald Schade) Studentin im iba (Foto: Dr. Ronald Schade)
Weiyu Zhang hat sich ganz bewusst für ein Praktikum im Eichsfeld am iba entschieden.

Schon jetzt drohen unkalkulierbare Folgen für Mensch und Tier. Schlagzeilen in der Presse wie „Verweiblichung männlicher Fische in Flüssen unterhalb von Kläranlagenausläufen“ und „Multiresistente Keime in Badeseen entdeckt“ zeigen die große Brisanz, die der falsche Umgang mit Medikamenten mit sich bringt. Durch eine frühzeitige und sichere Detektion von Medikamenten in unseren Gewässern können die Gefahren erkannt und möglichst rasche Gegenmaßnahmen getroffen werden.

Das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V. forscht u.a. auch an diesem Problem und entwickelt Messgeräte für die Messung von Antibiotika in Gewässern direkt vor Ort. Seit Mai 2019 forscht Weiyu Zhang von der University of Connecticut in einem Forschungsteam des iba an der weiteren Optimierung eines Biosensors für Antibiotika auf Basis spezifischer Aptamere.

Aptamere sind kurze einzelsträngige DNA- oder RNA-Nukleotide, die aufgrund ihrer dreidimensionalen Struktur verschiedenste Substanzen binden können, ähnlich einem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Diese Aptamere können speziell für die Erkennung und Bindung von Antibiotika hergestellt werden. Die Detektion von Antibiotika ist dabei hochselektiv und sehr genau.

Weiyu Zhang hat sich ganz bewusst für ein Praktikum im Eichsfeld am iba entschieden: „Ich bin an das Institut gekommen, weil ich mich schon lange für Deutschland, die deutsche Mentalität und Kultur interessiert habe. Und das Praktikum bietet mir die Möglichkeit, neuartige Biosensoren des iba aus erster Hand kennenzulernen.“

Der Dreimonatige Aufenthalt wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Die international aktive Organisation der deutschen Hochschulen für die Internationalisierung des Wissenschafts- und Innovationssystems bietet Studierenden, Forschenden und Lehrenden durch Vergabe von Stipendien einen Zugang zu den besten Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland.

Autor: ik

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