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Wallfahrt zum Jubiläumsjahr des Bistums Erfurt

Erfurter Bischof predigte vor 3.000 Pilgern

Sonntag, 15. September 2019, 18:44 Uhr
Mit dem Geläut der Gloriosa und einem festlichen Gottesdienst hat heute Morgen die Erfurter Bistumswallfahrt begonnen. Auf dem Domplatz und den Stufen zum Domberg feierten 3.000 Pilger das 25-jährige Bestehen des Bistums Erfurt. Das Motto der Wallfahrt lautete: „Miteinander frei!“.....

Als Ehrengäste begrüßte der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr den Würzburger Bischof Franz Jung und den Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez, zu deren Bistümern die Katholiken des Bistums Erfurt bis 1994 zum allergrößten Teil gehörten. Beide Bischöfe sprachen ein Grußwort. Auch der neue Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, wird in der Feierstunde zum Abschluss der Wallfahrt als Ehrengast begrüßt werden können.

„Wir danken Gott für das Geschenk der Freiheit für unser Bistum und für unser Land und nehmen in Freiheit den Auftrag zum Miteinander an in der Familie, in der Pfarrei, im Bistum, in unserer Gesellschaft, in unserem Land und in unserer Welt“, sagte Bischof Neymeyr in seiner Predigt.

Sein besonderer Dank gilt allen Gläubigen, die in den letzten 25 Jahren die Kirche in Thüringen gestaltet hätten „mit Engagement und Gebet, mit persönlichem Glaubenszeugnis und Treue zur Kirche auch in Krisenzeiten, mit Spendenbereitschaft und Unterstützung der Kirche auf allen Ebenen. Ihnen allen rufe ich zu: Vergeltís Gott!“ Der Bischof dankte ebenso den Bistümern Würzburg und Fulda, aber auch Hildesheim, die vor 25 Jahren das damalige Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen in die Freiheit einer selbständigen Diözese entlassen hätten.

„Wir werden achtsam weiterbauen“, unterstrich der Bischof den Willen, auch in Gegenwart und Zukunft Kirche zu gestalten, selbst wenn die katholische Kirche in Thüringen „keine Massenveranstaltung“ sei. „Bei uns zählt auch die kleine Zahl“, ermunterte Neymeyr die Gläubigen.

„Wir freuen uns über einen großen Wallfahrtsgottesdienst im Eichsfeld, und wir freuen uns über eine kleine Gemeinde, die den Sonntag mit einer Wort-Gottes-Feier begeht. Ich freue mich über 200 Jugendliche beim Bistumsjugendtag und über zwei Messdiener an einem kleinen Kirchort.“ Er sehe nicht nur, „was wir mit unseren Möglichkeiten und Kräften nicht mehr können, sondern ich sehe das, was wir können und was wir tun.“

Zum Ende der Predigt kam der Bischof auf den Mauerfall vor 30 Jahren zu sprechen, ohne den es keine Neugründung des Bistums Erfurt gegeben hätte. Eindringlich erinnerte Neymeyr daran, was den Alliierten die Zustimmung zur Deutschen Einheit erleichtert hätte:

„Die Alliierten haben zugestimmt, weil sie uns Deutschen zugetraut haben, die Freiheit bzw. die Souveränität unseres Landes im Miteinander der Völker zu leben und nicht wieder in Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus zu verfallen.“ Die Worte des Bischofs lösten Beifall bei den Wallfahrern aus.
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