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Es wird hitziger im Wahlkampf

Mittwoch, 18. September 2019, 16:42 Uhr
Zwei Thüringer machen Schlagzeilen: Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Staatskanzlei in Erfurt, und Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag. Höcke beendete ein ZDF-Interview mit einem Eklat; Hoff er klärt: „Wer am stärksten provoziert, erhält die meiste Aufmerksamkeit.“ Der Wahlkampf kommt auf Touren...


„Wahlentscheidungen werden immer noch am Küchentisch oder in der Familie getroffen, nicht durch mediale Berichterstattung“, meint der Ramelow-
Adlatus. „Die Ostdeutschen werden wie Bürger/innen zweiter Klasse behandelt. Das ist ein strukturelles Problem der vergangenen 30 Jahre.“ Nach seiner Auffassung seien die öffentlich-rechtlichen Medien „der Leuchtturm, an dem man sich orientiert“.

Wenn in den sozialen Medien gegen die Öffentlich-Rechtlichen polemisiert oder mit Verschwörungstheorien der soften Art gearbeitet werde, müssten sie den „Fake-News-Produktionen von Frau von Storch und anderen“ entschieden entgegentreten. Der Umgang mit der AfD ähnele dem Spiel von „Hase und Igel“ oder dem „Zauberlehrling“. Trotz kluger Beiträge zur AfD „wird das Spiel immer wieder mitgespielt“.

„Meine Partei hat über viele Jahre hinweg dazu beigetragen, dass Ostdeutsche in der Gesellschaft integriert wurden, weil die PDS, die heutige Linke, sich als eine sozialistische Partei innerhalb dieser Gesellschaft versteht. Die AfD versteht sich nicht als Teil dieser Gesellschaft. Sie will, wie die NPD, diese Gesellschaft überwinden. Dadurch haben sich aber auch die Spielregeln völlig verändert“, behauptet Hoff in der FAZ.

„Wir reden zu Recht mit so viel Stolz von den Trümmerfrauen, aber wir reden nie mit Stolz über die Ostfrauen seit dem Fall der Mauer“, stellt er fest. Als „Tea Party Populismus“ von FDP und AfD lehnt er die Forderung nach einer Senkung des Rundfunk-Beitrages ab. „Im Prinzip hat die Politik die Menschen
mit der Beitragssenkung belogen.“ Stattdessen sei eine Erhöhung erforderlich, „das ist nicht populär, aber ehrlich“.

Björn Höcke, Anführer des rechtsnationalen Flügels in der „Alternative für Deutschland“, brach in Erfurt ein Interview mit dem ZDF nach knapp zehn Minuten ab. Sein Pressesprecher Günther Lachmann hatte aus dem Hintergrund interveniert. Weil Höcke zu „emotionalisiert“ sei, sollte das Gespräch noch einmal von vorn begonnen werden. Das sei unüblich, erwiderte der Reporter, und lehnte das Ansinnen ab.

Es sollte über die Sprache Höckes und NS-Begriffe diskutiert werden. Angeblich sei Höcke mit der Absicht ins Studio gegangen, über den Wahlkampf in Thüringen zu sprechen. „Wir wollten einen Beitrag, der sich mit der Sprache der AfD, der Sprache von Björn Höcke, auseinandersetzt“, sagte ZDF-Chef-
redakteur Peter Frey. „Wir wollten einen Beitrag zur Aufklärung, keine Skandalisierung“. Höcke erklärte wiederum, „dass der Journalist nicht mehr neutral ist, sondern dass er einen politischen Auftrag exekutiert“. Das ZDF stellte das abgebrochene Interview online. m.n.
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