Liesbeth Göber aus Mühlhausen feierte Geburtstag
Mit 100 noch einmal an die Ostsee
Montag, 23. September 2019, 16:23 Uhr
Es gibt viele Superlative, die Liesbeth Göber in sich vereint. Der beste: Am Sonntag feierte die schwippe Dame ihren 100. Geburtstag. Gratulanten waren neben ihrer 95-jährigen Schwester Hedwig die komplette Verwandtschaft vierer Generationen sowie Ministerpräsident Bodo Ramelow, Landrat Harald Zanker und Bürgermeisterin Beate Sill...
Großer Bahnhof für eine ganz besondere Frau!
Als fünftes von 8 Kindern kam sie in Roggen/Ostpreußen zur Welt. Die gute Zeit zwischen zwei Weltkriegen verging viel zu schnell. Liesbeth wurde Köchin in Königsberg und half auf dem elterlichen Bauernhof.
Doch dann der Krieg. Mit Vater und Schwester Hedwig erreichte sie flüchtend im Februar ´45 eines der zwei letzten Lazarettschiffe mit Ziel Kopenhagen. Das zweite Schiff kam dort nie an. Zwei Monate später machte das Kriegsende aus ihnen Kriegsgefangene in einem Internierungslager vor den Toren Kopenhagens. Erst 1947 kam mit der Entlassung die Freiheit. Nach Umwegen dann endlich die Wiedervereinigung der Familie in Deutschland. Friedrichroda sah alle wieder, nur die gefallenen Brüder nicht.
Zu Lisbeth Göbers Gratulanten gesellte sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Foto: Heidi Fischer)
1949 besuchte Liesbeth ihre Schwester Berta in Ammern/bei Mühlhausen. Dort lernte sie die Liebe ihres Lebens kennen: ihren Karl. 1950 dann die Hochzeit, 1952 Geburt von Tochter Liane und 26 schöne gemeinsame Jahre. 1976 starb ihr Mann.
Mit den Enkelkindern Steffen (geboren 1975) und Katja (1979) vergrößerte sich die Familie. Liesbeth Göber hatte viel Freude mit ihnen, bis 1992 das Schicksal noch einmal zuschlug. Sie verlor ihre 40-jährige Tochter an den Krebs.
Fortan kümmerten sich Schwiegersohn Hans und später dessen neue Partnerin Petra rührend um die Schwiegermutter, die 1995 in ihre Nähe nach Mühlhausen zog.
Dort lebt Liesbeth Göber noch heute in der eigenen Wohnung. Täglich beweist sie körperliche Vitalität, steigt bis in die 3. Etage empor. Geistig ist die Jubilarin noch genau so fit. Tennis ist ihre TV-Leidenschaft. Sie verfolgt Turniere und fachsimpelt gern mit ihrer Nichte.
Zur aufregendsten und emotionalsten Reise brach sie vor 12 Jahren noch einmal in die alte Heimat nach Roggen auf. Ihre nächste soll sie an die Ostsee führen. Dies ist ihr persönlicher Geburtstagswunsch. Alle 60 Gäste haben die Reisekasse gut gefüllt. Und gewiss wird die Hundertjährige auch dort nach dem Essen gern ihr Schnäpschen trinken. So wie immer. – Prost, Liesbeth Göber, und beste Wünsche zum 100.!
Autor: redGroßer Bahnhof für eine ganz besondere Frau!
Als fünftes von 8 Kindern kam sie in Roggen/Ostpreußen zur Welt. Die gute Zeit zwischen zwei Weltkriegen verging viel zu schnell. Liesbeth wurde Köchin in Königsberg und half auf dem elterlichen Bauernhof.
Doch dann der Krieg. Mit Vater und Schwester Hedwig erreichte sie flüchtend im Februar ´45 eines der zwei letzten Lazarettschiffe mit Ziel Kopenhagen. Das zweite Schiff kam dort nie an. Zwei Monate später machte das Kriegsende aus ihnen Kriegsgefangene in einem Internierungslager vor den Toren Kopenhagens. Erst 1947 kam mit der Entlassung die Freiheit. Nach Umwegen dann endlich die Wiedervereinigung der Familie in Deutschland. Friedrichroda sah alle wieder, nur die gefallenen Brüder nicht.
Zu Lisbeth Göbers Gratulanten gesellte sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Foto: Heidi Fischer)
1949 besuchte Liesbeth ihre Schwester Berta in Ammern/bei Mühlhausen. Dort lernte sie die Liebe ihres Lebens kennen: ihren Karl. 1950 dann die Hochzeit, 1952 Geburt von Tochter Liane und 26 schöne gemeinsame Jahre. 1976 starb ihr Mann.
Mit den Enkelkindern Steffen (geboren 1975) und Katja (1979) vergrößerte sich die Familie. Liesbeth Göber hatte viel Freude mit ihnen, bis 1992 das Schicksal noch einmal zuschlug. Sie verlor ihre 40-jährige Tochter an den Krebs.
Fortan kümmerten sich Schwiegersohn Hans und später dessen neue Partnerin Petra rührend um die Schwiegermutter, die 1995 in ihre Nähe nach Mühlhausen zog.
Dort lebt Liesbeth Göber noch heute in der eigenen Wohnung. Täglich beweist sie körperliche Vitalität, steigt bis in die 3. Etage empor. Geistig ist die Jubilarin noch genau so fit. Tennis ist ihre TV-Leidenschaft. Sie verfolgt Turniere und fachsimpelt gern mit ihrer Nichte.
Zur aufregendsten und emotionalsten Reise brach sie vor 12 Jahren noch einmal in die alte Heimat nach Roggen auf. Ihre nächste soll sie an die Ostsee führen. Dies ist ihr persönlicher Geburtstagswunsch. Alle 60 Gäste haben die Reisekasse gut gefüllt. Und gewiss wird die Hundertjährige auch dort nach dem Essen gern ihr Schnäpschen trinken. So wie immer. – Prost, Liesbeth Göber, und beste Wünsche zum 100.!







