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Heilbad Heiligenstadt

Tierschutzkids auf Biberexkursion

Freitag, 15. November 2019, 07:35 Uhr
Der NABU Thüringen bietet unter fachkundiger Anleitung Exkursionen an unter dem "Motto "In der Werra bibert es". So weit mussten die Kinder vom Tierschutzverein Heiligenstadt aber nicht fahren....

Biberexkursion (Foto: Thomas Wiechmann & Stephanie Hellmann)
Auch bei uns im Eichsfeld hat sich ein Biber "niedergelassen". Wir hatten das große Glück, unter der fachkundigen Führung von Diplom Biologin Stephanie Hellmann und Herrn Wiechmann vom NABU eine unvergesslicher "Reise" in das Reich des Bibers unternehmen zu dürfen.

Besonder spannend für uns Kinder war die Exkursion entlang des kleinen Baches, den sich der Biber ausgesucht hat, um hier zu leben. Zuerst suchten wir nach "Spuren" des Bibers. Schon nach kurzer Zeit fanden wir Bäume, die der Biber "gefällt" hatte. Einige Bäume standen noch, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis auch diese fallen würden. Die gefällten Bäume dienen dem Biber als Nahrung. Das Holz, was übrig bleib, wird als "Baumaterial" für die Dämme benutzt.

Dann wurden wir von Herrn Wiechmann aufgefordert, direkt im Bach nach Spuren zu suchen, die wir auch fanden. Der Biber hatte mehrere Dämme gebaut. Über sogenannte "Biberrutschen" zieht der Biber das Holz in den Bach.

Ersichtlich wurde dies an den typischen Nagespuren an den Ästen, die den Damm bildeten. Ein besonderer Höhepunkt war, als wir direkt zum Biberbau gelangten.

Der "Weg"in den Bau befand sich halb unter der Wasseroberfläche. Einige Meter weiter war ein kleiner Hügel erkennbar, unter dem sich der Biberbau befand. Wir haben erfahren, dass ein Biberbau fast so eingerichtet ist wie unser zuhause.. Da gibt es am Anfang das "Putzzimmer", wo sich die Biber säubern. Dann kommt die "warmeStube" wo sich die Biberfamilie aufhält.

Wir waren alle sehr leise, um den Biber und seine Familien nicht zu stören. Während unserer Exkursion erfuhren wir viel über das Leben der Biber. Ein ausgewachsener Biber kann bis zu 35 kg schwer werden.Um Bäume fällen zu können, bedarf es scharfer Zähne.Darum befinden sich auf den Zähnen des Bibers Eisenpartikel, die diesen die notwendige Stärke geben.

Biberbabys werden ein Jahr lang von der Mutter gesäugt, bevor sie dann auf pflanzliche Nahrung umgestellt werden. Diese Umstellung ist nicht ganz unproblematisch und kostet leider manchem Biberbaby das Leben. Ein Biberpärchen bleibt ein Leben lang zusammen.

Der Biber ist das größte Nagetier Europas.
Wegen seinem Fell, seinem zarten Fleisch und einer angeblich erotisierenden Wirkung seines Öls ("Bibergeil") wurde der Biber gejagt und fast ausgerottet. Heute ist der Biber streng geschützt.

Zum Abschluss unsere Biberexkursion erhielt jeder von uns, neben einer Teilnehmerurkunde, von Herrn Wiechmann noch eine "Biberkette". Dies war ein vom Biber genagtes Holzstück an einer Kette. Biberburgen, Biberstaudämme.... dürfen nicht zerstört werden!!!

Wir möchten Herrn Wiechmann und Frau Hellmann ganz herzlich für diesen informativen und interessanten Nachmittag danken und können dies, z.B. für Schulklassen" weiter empfehlen. Ganz lieben Dank für diesen unvergesslichen Nachmittag!
Karin Ziegler und die "Tierschutzkids" vom Heiligenstädter Tierschutzverein
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