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Jugendschutz und Suchtprävention

Dienstag, 15. September 2020, 20:39 Uhr
Online Glücksspiel erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit - auch in Deutschland. Sie bescheren Betreibern von Onlinecasinos jedes Jahr Milliardenumsätze, dumm nur, dass es in Deutschland seit 2011 prinzipiell nicht legal ist entsprechende Angebote anzubieten...

Glück im Spiel? (Foto: Michael Schwarzenberger auf Pixabay )
Die für das kommende Jahr geplante Aktualisierung des Glücksspielstaatsvertrags wird schon seit geraumer Zeit in den Medien diskutiert. Die Neureglung soll vor allem die Rechte von Online Casinos verbessern und sie in Deutschland legalisieren. Doch was genau soll sich ab 1. Juli 2021 ändern?

Noch ist das Betreiben eines Online Casinos in Deutschland ausschließlich in einem Bundesland möglich in Schleswig-Holstein. Das liegt unter anderem daran, dass die Regelungen der Glücksspielangebote sowie die der Konzessionen bislang Ländersache waren und unterschiedlich geregelt wurden. Die 15 übrigen Bundesländer hingegen konnten sich auf keinerlei Regelungen einigen, sodass hier schlicht weg seit 2011 ein generelles Verbot galt. Das soll nun mit dem neuen Staatsvertrag ein Ende haben.

Was ändert sich konkret?
Ab Mitte 2021 können sich Betreiber von Online-Casinos also in jedem Bundesland ganz legal um eine Lizenz bewerben. Somit wird das Betreiben von Online Casinos attraktiver, was dazu führen könnte, dass das ohnehin schon große Angebot an Online Glücksspiel in Deutschland zukünftig weiter wachsen wird.

Spieler sollen künftig maximal 1000 Euro auf ihr Spielerkonto einzahlen dürfen.
Gefährdete Spieler sollten in einer Sperrdatei vermerkt werden und ggf. vom spielen ausgeschlossen werden.
Ausländische Anbieter ohne deutsche Lizenz werden zukünftig nicht mehr von Deutschland aus nutzbar sein.
Sportwetten gehen mit Glücksspiel oft einher aber Sportwetten Angebote sollen zukünftig stark beschränkt werden. Beispielsweise werden nur noch Livewetten erlaubt sein, die einen tatsächlichen Einfluss auf das Endergebnis einer Partie haben. Livewetten bei Tennis oder Basketball dürften dementsprechend gar nicht mehr angeboten werden.
Im Internet und im Rundfunk dürfen Online Casinos zwischen 6 und 21 Uhr nicht mehr beworben werden.
Zahlungsanbieter wie PayPal und Co. werden darüber hinaus dazu verpflichtet, ihre Dienste nicht mehr für Anbieter ohne gültige Lizenz zur Verfügung zu stellen.

Durchaus kritikwürdig
Der neue Glücksspielstaatsvertrag soll das bislang herrschenden Chaos in der Glücksspielbranche in geordnete Bahnen lenken und den Umgang mit Online Casinos in Deutschland vereinheitlichen. Die Legalisierung von Online Casinos in allen deutschen Bundesländern sowie der erhöhte Jugendschutz und Suchtprävention sind generell erst einmal zu begrüßen. Dennoch gibt es auch berechtigte Kritik. So merken einige an, dass die Einrichtung einer Sperrdatei, welche für alle Online Casinos eingesehen werden kann, die Online Casinos dazu verpflichtet, die Klarnamen ihrer Spieler zu veröffentlichen. Datenschutzrechtlich könnte dies problematisch werden. Darüber hinaus kritisieren Spieler das geplante Einzahlungslimit von maximal 1000 Euro pro Monat, auch hier stellen sich datenschutzrechtliche bedenken, wie genau dieses Limit bei verschiedenen Anbietern überprüft und eingehalten werden kann.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die geplanten Änderungen auf die hiesige Glücksspielbranche auswirken wird.

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