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Wort zum Sonntag

Höchste Eisenbahn

Sonntag, 20. Dezember 2020, 09:00 Uhr
Weihnachten steht vor der Tür, nur wird diesmla wohl alles ein wenig anders als gewohnt. Aber was erwartet man eigentlich vom Fest der Liebe?, fragt Pfarrer Tobias Reinhold aus Teistungen im Wort zum Sonntag...

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist der 20.12., wenige Tage vor Heiligabend und vierter Advent. So ist es höchste Eisenbahn, denn der Herr kommt zu uns, es wird Weihnachten. Bei vielen sind wohl die Weihnachtsvorbereitungen längst gelaufen und damit erledigt, verbunden mit viel Stress: die Weihnachtseinkäufe sind getätigt, die Weihnachtsente vorbereitet, die Weihnachtspost geschrieben oder gemailt, die Krippe vom Boden geholt, der Weihnachtsbaum besorgt und was nicht noch alles? Aber sicher werden dennoch einige unter Druck stehen, denn man wird ja nie mit allem so rechtzeitig fertig und dies und das kommt einem da noch so in die Quere. Verpflichtungen, Termine, und die Frage: Wozu das alles?

Aber bei all unseren Vorbereitungen lautet die wichtigste Frage: Was erwarte ich denn eigentlich an diesem Weihnachtsfest, das wahrscheinlich auch ganz anders als sonst sein wird? Erwarte ich die Geburt Jesu, Frieden auf Erden oder nur Geschenke und Harmonie? In jedem von uns lebt ja doch eine tiefe oder unerfüllte Sehnsucht, die sehr groß ist, die uns bewegt, die uns nicht loslässt. Es muss doch mehr als alles in dieser vergänglichen Welt sein; diese Welt kann doch nicht das Einzige und Wahre sein: Zu unserm Leben gehören schmerzliche und oft bittere Erfahrungen wie Leid, Krankheit und Tod.

Gott lässt uns in unserer Angst, Ausweglosigkeit und in unseren Sorgen nicht allein. Er ist solidarisch und kommt in seinem Sohn Jesus Christus auf uns zu.

Die Botschaft des 4. Advents ruft in uns die Sehnsucht nach Geliebtsein und Geliebtwerden hervor. Weihnachten ist nicht die Erfüllung unserer irdischen Geschenke und Genüsse, sondern die Erfüllung unserer wahren Sehnsucht und Freude. Jesus Christus kommt auf uns zu, als sterblicher Mensch. Gott will die Welt erlösen von Dunkel und Tod, vom großen Elend und Leid und auch von der Corona-Pandemie. Und er unterbreitet uns ein Angebot. Sagen auch wir JA zu seinem Liebesangebot oder überhören wir es? Gott erwartet von uns, wie von der Gottesmutter Maria damals, eine klare Antwort auf unser JA zu ihm. Wenn wir ihn von ganzem Herzen aufnehmen, dann können wir auch wirklich Weihnachten feiern. Auf einem Kalenderblatt las ich folgende Gedanken:

„Am Ende der Nacht steht nicht die Nacht, sondern die Morgendämmerung.

Am Ende des Winters steht nicht der Winter, sondern der Frühling.

Am Ende des Advents steht nicht der Advent, sondern Weihnachten.“

Tobias Reinhold, Pfarrer in Teistungen
Autor: red

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