eichsfelder-nachrichten
GRÜNE: Trotz Klimakrise bleibt die Bahn auf der Strecke

"Straßenbauwahn im Eichsfeld wird unbeirrt fortgesetzt"

Freitag, 13. August 2021, 11:36 Uhr
Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bundestag geht hervor, dass die Ortsumgehung Kallmerode viel teurer als ursprunglich erwartet wird: Aus den einmal angegebenen 8,3 Millionen Euro sind nun über 31 Millionen Euro geworden - und die Schlussrechnung kommt erst noch...

Kreistagsmitglied Michael Hoffmeier sagte dazu: "Ein Blick auf die Schneise der Verwüstung der im Bau befindlichen neuen Straßen zeigt, wohin das Geld fließt: drei Spuren mit Leitplanken mit all den Brücken für kreuzungsfreie Querungen für noch schnelleres Fahren. Hinzu kommt zerstörter Wald und Flur und die Zerschneidung der Landschaft. Dabei sollte Kallmerode einfach um den Durchgangsverkehr mit dem relativ hohen LKW-Anteil entlastet werden. Dazu hätte eine zweispurige Straße völlig ausgereicht - so wie jetzt zwischen Kallmerode und Dingelstädt. Diese Maßlosigkeit führt natürlich dazu, dass Planungs- und Baukosten sehr hoch sind und am Ende nicht genug Mittel für notwendige Verkehrsprojekte und die davon betroffenen Menschen viel länger als notwendig darauf warten müssen.

Aus der gleichen Antwort geht hervor, dass der Bund zwischen Dingelstädt und Mühlhausen eine neue dann dreispurige Straße neben die bestehende B 247 bauen, obgleich dieser Abschnitt überhaupt keinen Engpass darstellt. Es ist unglaublich, welcher unverantwortliche Straßenbauwahn bei DEGES und Verkehrsministerium solche Vorhaben auf den Weg bringen. Dieser faktische Neubau wird von der Planungsbehörde als "Um- und Ausbau" deklariert. Andererseits muss die parallele Bahnstrecke Leinefelde - Mühlhausen - Gotha immer noch mit einem unelekrifiziertem Gleis auskommen. Hier besteht wirklich ein Engpass, aber es gibt noch keine Planungen, diesen endlich zu beseitigen, obgleich dieser als vordringlicher Bedarf festgestellt wurde. Der Neubau der dreispurigen Straße zwischen Dingelstädt und Mühlhausen ist aber schon in Leistungsphase 3.

Hier muss eine neue Bundesregierung unbedingt umsteuern und die Planung zur Elekrifizierung und zumindestens teilweise Zweigleisigkeit der Bahnstrecke Leinefelde - Gotha auf den Weg bringen.

Und es muss endlich Schluss sein, mit Aufwand und weiterer Zerstörung wertvoller Ackerflächen Anreiz zum Umstieg von der klimafreundlichen Bahn auf die Straße zu schaffen. Vor dem Hintergrund des bedrohlichen Klimawandels erscheint das aktuelle Handeln der zuständigen Verkehrsministerien völlig der Realität entrückt."
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 eichsfelder-nachrichten.de