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Der Corona Wochenrückblick

Thüringen wappnet sich für Omikron

Donnerstag, 06. Januar 2022, 11:52 Uhr
In Erfurt erwartete man die Omikron-Welle und hat einen Krisenstab eingerichtet, der mögliche Ausfälle bei kritischen Einrichtungen wie der Feuerwehr abfedern soll. Im Norden des Freistaates harrt man der Dinge die da kommen sollen. Für den Moment sehen die Zahlen stabil aus…



Im Landkreis Nordhausen verzeichnet man im Moment 341 aktive Fälle im Wochenschnitt, eine Inzidenz von 413,6. Die Spitze der aktuellen Welle traf den Kreis Anfang Dezember, am 8.12. verzeichnete man im Wochenschnitt 696 Neuinfektionen. Seitdem ging es mit den Fallzahlen, mit kleineren Ausreißern, stetig und zügig bergab. Seit Ende des Jahres scheint sich das Infektionsgeschehen nun aber zwischen 300 bis fast 400 Fällen im Schnitt eingependelt zu haben.

Im zweiten Pandemie-Marker des Thüringer Frühwarnsystems, der Rate der Krankenhauseinlieferungen vor Ort, hatte man die Spitze in der letzten Novemberwoche erreicht. Vor und zwischen den Feiertagen lag man kurzzeitig wieder im „gelben“ Bereich, findet sich aber seit Jahresbeginn wieder in roten Gefilden wieder. Die liegen aber mit einen Wert von aktuell 13,3 klar unter dem bisherigen Höchstwert von 31,5. In den vergangenen sieben Tagen wurden in glatten Zahlen konkret elf Einwohner des Kreises mit Corona-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert (Vorwoche: 10). Hier lag die Spitze mit 27 Einlieferungen in einer Woche ebenfalls Ende November und war zwischen den Feiertagen in den einstelligen Bereich gerutscht.

Von 42 verfügbaren Intensivbetten sind zur Zeit laut DIVI-Intensivregister nur neun frei. Ein gutes Drittel der Intensiv-Patienten, insgesamt 14 Fälle, haben mit schweren Corona-Infektionen zu kämpfen, sieben mussten an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Der Landkreis hat zudem in den letzten sieben Tagen einen weiteren Corona-Toten zu beklagen (insgesamt 86).

Im Kyffhäuserkreis bleibt eines von sieben Intensivbetten verfügbar. Zwei der drei schweren Corona-Infektionen die innerhalb der Wochenfrist behandelt wurden, mussten beatmet werden. Der Kreis liegt bei einer 7-Tage Inzidenz von 284,3 und hatte in der vergangenen Woche sechs weitere Todesfälle zu verzeichnen (insgesamt 191).

Im Eichsfeld waren in der gleichen Zeit fünf Verstorbene (insgesamt 296) zu betrauern. Das Eichsfelder Landratsamt meldet 25 stationäre Behandlungen und 12 schwere Verläufe bei insgesamt 838 aktiven Infektionen. Mit 134 Fällen liegt der Schwerpunkt im Bereich Leinefelde-Worbis, gefolgt von Heiligenstadt mit 104 Fällen.

Der Unstrut-Hainich-Kreis gibt 29 Krankenhauseinweisungen und 12 schwere Verläufe bei 648 aktiven Infektionen an. Sieben Fälle wurden aus den Pflegeheimen der Region gemeldet, (vier Bewohner, drei Pflegekräfte) und 750 Personen befinden sich laut Kreisverwaltung in häuslicher Quarantäne. Laut Intensivregister ist eines von 15 Intensivbetten frei, wobei zwei Corona-Patienten beatmet werden müssen. Innerhalb der vergangenen Woche waren im Kreis drei weitere Corona-Tote zu beklagen (insgesamt 344).

Landesregierung setzt Krisenstab ein
In der Landeshauptstadt macht man sich derweil Sorgen um die kritische Infrastruktur, sollte die inzwischen in Thüringen nachgewiesene Omikron-Variante um sich greifen. Die scheint zwar verschiedenen Studien zu Folge mit leichteren Krankheitsverläufen einherzugehen, könnte aber durch eine deutliche höhere Ansteckungsrate zu personellen Engpässen in vielen Bereichen führen. Die Virus-Variante wurden durch Forscher aus Jena und Weimar im Thüringer Abwasser nachgewiesen, anhand von Proben die am 20. Dezember an zwei Stellen entnommen wurden.

Am vergangenen Dienstag wurde mit Blick auf die Omikron-Variante durch die Landesregierung die Wiedereinrichtung des „Interministeriellen Arbeitsstabs für Notfalllagen“ (IMAS) angekündigt. Der IMAS hatte bereits 2020 für mehrere Monate gearbeitet und habe vor allem die Aufgabe festzustellen, wo freie Reserven verfügbar sind um kritische Infrastruktur von den Feuerwehren bis zum Klärwerk am laufen zu halten, erklärte Thüringens Innenminister, Georg Maier.

Der Krisenstab soll zunächst für vier Wochen zusammengerufen werden. Ein Katastrophensituation bestehe in Thüringen noch nicht, unterstrich der Innenminister am Dienstag, es gebe bisher keinen Anlass einen landesweiten Katastrophenfall auszurufen.

Die hier zusammengetragenen Zahlen basieren auf den Meldungen der Landkreise, Daten des Thüringer Gesundheitsministeriums und des DIVI-Intensivregisters.
Angelo Glashagel
Autor: red

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