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IW-Regionalranking:

Cottbus entwickelt sich am besten

Dienstag, 12. Mai 2026, 12:52 Uhr
Der Landkreis München bleibt Spitzenreiter, Cottbus holt am stärksten auf. Seit 2016 ist Brandenburg das Aufsteiger-Bundesland – fast 80 Prozent der dortigen Regionen haben sich deutlich verbessert, zeigt das Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)...

Das war einmal - die Lausitz, dominiert von der Braunkohle (Foto: Jörg Peter Rademacher auf Pixabay) Das war einmal - die Lausitz, dominiert von der Braunkohle (Foto: Jörg Peter Rademacher auf Pixabay)
Keine Region hat sich in den vergangenen zwei Jahren so stark verbessert wie Cottbus. Die einstige Braunkohlestadt baut auf ihrer industriellen Basis und der einzigen Technischen Universität Brandenburgs auf – mit neuen Forschungseinrichtungen, einem ICE-Instandhaltungswerk und der Renaturierung des Tagebaus. Auf Rang zwei im Dynamikranking liegt das holsteinische Neumünster, auf dem dritten Platz der Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz.

Am schwächsten entwickelten sich der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz (Rang 400), das thüringische Suhl (Rang 399) und Mainz (Rang 398), das unter dem schwindenden Erfolg von BioNTech leidet. Das IW-Regionalranking vergleicht seit 2016 alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte Deutschlands anhand von Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität.

Bayerische Regionen weiterhin am stärksten
Im Niveauranking verteidigt der Landkreis München seit 2016 ununterbrochen Platz eins. Elf der zwanzig stärksten Regionen liegen in Bayern – dank hoher Steuerkraft, niedriger Arbeitslosigkeit und vieler hochqualifizierter Fachkräfte. Am unteren Ende der Rangliste finden sich vor allem kreisfreie Städte: Schlusslicht ist das thüringische Suhl, knapp davor liegen die Ruhrgebietsstädte Duisburg und Gelsenkirchen.

Krisenjahre setzen Regionen unter Druck
Erstmals erlaubt das Ranking einen Zehnjahresvergleich. Das Ergebnis ist überraschend: Baden-Württemberg hat unter allen Bundesländern den höchsten Anteil an Verlierer-Regionen. Mehr als jeder zweite Kreis verlor seit 2016 mindestens 25 Ränge. Das spiegelt den Transformationsdruck in der Industrie wider, die in Baden-Württemberg traditionell zu den zentralen Stärken zählte. Am besten hat sich Brandenburg entwickelt: 80 Prozent der Kreise zählen dort zu den Gewinnern.„Energiekrise, Stagnation und geopolitische Verwerfungen treffen den industriellen Kern Deutschlands besonders“, sagt IW-Regionalexperte Hanno Kempermann. Regionen wie Cottbus, Würzburg und Tirschenreuth zeigten aber auch, wie der Strukturwandel gelingen könne: „Keine erfolgreiche Region hat auf einen kompletten Strukturbruch gesetzt – sie alle knüpfen an vorhandene Stärken an und entwickeln sie gezielt weiter“, so Kempermann.

Zur Methodik: Für das IW-Regionalranking untersucht die IW Consult seit 2016 alle zwei Jahre 400 Landkreise und kreisfreie Städte anhand von Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Das Niveauranking zeigt, wo die Lage aktuell am besten ist. Das Dynamikranking misst, welche Regionen sich in den vergangenen zwei Jahren am stärksten verbessert haben.
Autor: psg

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