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China auf dem Vormarsch:

Patente: Jede dritte deutsche Erfindung in ausländischer Hand

Donnerstag, 04. Juni 2026, 10:35 Uhr
China auf dem Vormarsch: 11.300 in Deutschland entwickelte Erfindungen gehören bereits chinesischen Eigentümern, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Einzelheiten wie immer in den Nordthüringer Online-Zeitungen...

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Patent (Symbolbild) (Foto: Dorothe Wouters auf Pixabay)

Zwischen 2000 und 2022 haben deutsche Erfinder mehr als 650.000 transnationale Patente angemeldet – also Patente, die in mehreren Ländern geschützt sind und als international wichtige Innovationen gelten. 189.000 davon (29 Prozent) gehören inzwischen Eigentümern im Ausland. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die Schweiz.

Besonders auffällig ist der Sprung Chinas: 11.300 aller ursprünglich in Deutschland hervorgebrachten Patente liegen nun in chinesischer Hand – um die Jahrtausendwende waren es fast keine. Peking sichert sich die Patente vor allem, indem Staatsunternehmen deutsche Firmen aufkaufen. Das zeigt die IW-Patentdatenbank im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Deutschland investiert zu wenig in Forschung
Dabei schwächelt die hiesige Innovationskraft ohnehin. Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund: Deutschland investiert zu wenig in Forschung und Entwicklung (FuE). Im Jahr 2000 lag das Land weltweit auf Platz drei – mit doppelt so hohen Ausgaben wie China. Bis 2021 rutschte es auf Platz sechs ab. China hat seine FuE-Aufwendungen seither verzwanzigfacht.

Strengere Kontrollen von chinesischen Übernahmen
Von 13 untersuchten Industriezweigen schneidet der Maschinenbau positiv ab: Die Zahl der Patentanmeldungen stieg hier von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022. Doch ausgerechnet hier greift China mit am stärksten zu: Prominentestes Beispiel ist der Augsburger Industrierobotik-Hersteller Kuka, den der chinesische Midea-Konzern 2016 übernommen hat.

„Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb", sagt IW-Experte Oliver Koppel. Doch Peking lenke Übernahmen im Westen geostrategisch – während der eigene Markt für ausländische Investoren durch Negativlisten, Sicherheitsüberprüfungen und Protektionismus weitgehend verschlossen bleibe. „Das ist ein Ungleichgewicht", warnt Koppel. Europa müsse genauer prüfen, wohin strategisch relevante Technologien abwandern. Die IW-Zahlen zeigten zudem: Deutschland müsse mehr in Forschung investieren, um international den Anschluss nicht zu verlieren.

Zur Methodik: Grundlage ist die IW-Patentdatenbank. Sie erfasst transnationale Patente – Erfindungen, die in mehreren Ländern gleichzeitig angemeldet werden und in der Forschung als belastbarer Indikator für wirtschaftlich bedeutsame Innovationen gelten. Weil Patentanmeldungen erst nach einer gesetzlichen Frist von 18 Monaten offengelegt werden, ist 2022 das jüngste Jahr, für das vollständige Daten vorliegen. Für jedes Patent hat das IW ermittelt, wer es heute kontrolliert (Global Ultimate Owner) – also welcher Konzern, Investor oder Staat am Ende der Beteiligungskette steht. Stichtag ist Dezember 2025: Wird ein deutsches Unternehmen verkauft, wandern auch seine Patente in der Statistik zum neuen Eigentümer.
Autor: psg

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