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Ein Blick in die Statistik

Höhere Steuereinnahmen in 2025

Donnerstag, 18. Juni 2026, 10:06 Uhr
Thüringens Gemeinden haben 2025 mehr Steuern eingenommen als je zuvor. Die Steuereinnahmekraft der 605 Kommunen stieg auf 2,261 Milliarden Euro, ein Plus von 100 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr...

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Steuereinnahmen im Jahr 2025 nach Gemeinden. (Foto: Quelle: Statistisches Landesamt)
Im Rahmen des jährlich durchzuführenden Realsteuervergleichs wird die Steuereinnahmekraft der Gemeinden ermittelt: aus Realsteuern, Gewerbesteuerumlage und den Gemeindeanteilen an der Einkommen- und Umsatzsteuer. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik betrug die Steuereinnahmekraft der 605 Thüringer Gemeinden im Jahr 2025 insgesamt 2,261 Milliarden Euro. Das waren 100 Millionen Euro beziehungsweise 4,6 Prozent mehr als im Jahr 2024. Dies entsprach einem Anstieg um 57 Euro auf nunmehr 1.083 Euro pro Kopf.

Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer auf Basis reformierter Regeln erhoben. In der Folge erhöhten sich die landesdurchschnittlichen Hebesätze für das Jahr 2025 deutlich. Für die Grundsteuer A bedeutete dies einen Anstieg von 304 Prozent auf 344 Prozent und für die Grundsteuer B von 440 Prozent auf 474 Prozent. Von der Möglichkeit, einen separaten erhöhten Hebesatz C für unbebaute, baureife Grundstücke festzulegen und eine Grundsteuer C zu erheben, hat in Thüringen bisher keine Gemeinde Gebrauch gemacht. Der landesdurchschnittliche Hebesatz für die Gewerbesteuer änderte sich nur minimal um einen Prozentpunkt auf 415 Prozent.

Die Thüringer Gemeinden nahmen 1,377 Milliarden Euro an Realsteuern ein, davon 1,137 Milliarden Euro an Gewerbesteuer (brutto) und 240 Millionen Euro an Grundsteuern. Das waren 47 Millionen Euro beziehungsweise 4,0 Prozent mehr Realsteuern als im Jahr 2024.

Die Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer stiegen gegenüber dem Vorjahr um 49 Millionen Euro beziehungsweise 6,6 Prozent auf 799 Millionen Euro. Aus dem Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer hatten die Gemeinden mit insgesamt 181 Millionen Euro Mehreinnahmen in Höhe von 8 Millionen Euro (+4,9 Prozent) gegenüber dem Jahr 2024.

Die an Bund und Land abzuführende Gewerbesteuerumlage, deren Umlagesatz bei 35 Prozent lag, belief sich im Jahr 2025 auf 96 Millionen Euro. Im Jahr 2024 waren es 91 Millionen Euro (+5,2 Prozent) bei einem Umlagesatz von ebenfalls 35 Prozent.

Regional fiel die Steuereinnahmekraft 2025 in Thüringen sehr unterschiedlich aus. Sie betrug bei den kreisfreien Städten 1.129 Euro je Einwohner (+47 Euro gegenüber 2024). Die Steuereinnahmekraft der kreisangehörigen Gemeinden lag bei 1.067 Euro je Einwohner (+61 Euro gegenüber 2024).

Unter den kreisfreien Städten lag der Pro-Kopf-Wert der Steuereinnahmekraft in Erfurt (1.254 Euro) am höchsten, gefolgt von Jena (1.232 Euro), Suhl (999 Euro), Weimar (977 Euro) und Gera (873 Euro). Die kreisfreien Städte Erfurt, Weimar und Suhl konnten eine Erhöhung ihrer Steuereinnahmekraft verzeichnen.

Kreisangehörige Gemeinden wie Marth im Landkreis Eichsfeld (32.970 Euro je Einwohner) und Großheringen im Landkreis Weimarer Land (28.698 Euro je Einwohner) erzielten bei den Pro-Kopf-Werten ein Mehrfaches des Landesdurchschnitts. Sie lagen 2025 zwar im Bereich vieler großer Städte der alten Bundesländer, konnten aber wegen ihres relativ geringen Volumens den Thüringer Durchschnitt nur gering beeinflussen.

Den stärksten Rückgang der Steuereinnahmekraft je Einwohner gegenüber 2024 gab es in der Gemeinde Ritschenhausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (um 3.766 Euro auf 2.141 Euro). Dagegen konnten die Gemeinden Marth im Landkreis Eichsfeld (+31.219 Euro auf 32.970 Euro) und Korbußen im Landkreis Greiz (+8.592 Euro auf 21.736 Euro) das größte Einnahmeplus ihrer Pro-Kopf-Steuern gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.

Insgesamt erreichten 30 der 605 Thüringer Gemeinden beziehungsweise 5,0 Prozent eine Steuereinnahmekraft von über 2.000 Euro pro Kopf. Eine Steuereinnahmekraft zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Kopf konnten 156 Gemeinden beziehungsweise 25,8 Prozent verzeichnen. Weitere 386 Gemeinden beziehungsweise 63,8 Prozent hatten eine Steuereinnahmekraft zwischen 500 und 1.000 Euro pro Kopf. Unter 500 Euro pro Kopf lagen 33 Gemeinden beziehungsweise 5,5 Prozent.

Insgesamt 141 Gemeinden beziehungsweise 23,3 Prozent lagen über dem Landesdurchschnitt von 1.083 Euro pro Kopf.
Autor: red

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