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Mi, 13:36 Uhr
10.10.2012

Insolvenzen im Eichsfeld stark gestiegen

Von Januar bis Juli 2012 sind laut Landesamt für Statistik 123 Insolvenzverfahren im Eichsfeld beantragt worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 66. Das ist eine Steigerung um mehr als 86 Prozent...

Von den 123 beantragten Insolvenzverfahren sind 116 auch eröffnet und sieben mangels Masse abgewiesen worden. 168 Beschäftigte waren betroffen. Die voraussichtlichen finanziellen Forderungen belaufen sich auf rund 22 000 Euro. Bei den Isolvenzen handelt es sich sowohl um Privat- als auch um Unternehmerinsolvenzen.

Und so sieht es in ganz Thüringen aus:
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden in den ersten sieben Monaten 2012 über 2 260 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 14,0 Prozent auf Unternehmen und 86,0 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe).

Damit ging nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 52 Anträge bzw. 2,2 Prozent zurück. 2 125 Verfahren bzw. 94,0 Prozent aller Insolvenzanträge wurden eröffnet. 125 Verfahren bzw. 5,5 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und 10 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes.

Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf insgesamt rund 318 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 141 Tausend Euro aus. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg in den ersten sieben Monaten 2012 gegenüber 2011 um 15 Verfahren bzw. 5,0 Prozent auf 317 Unternehmen.

Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 1 548 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 69 Verfahren nach wie vor im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 54 Verfahren. Während die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe um 10 Insolvenzen zurückging, blieb sie im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 54 Verfahren gleich.

Die Zahl der insolventen Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe erreichte mit 39 Insolvenzen das Vorjahresniveau. In fast allen Dienstleistungsbereichen stieg die Anzahl der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung
(151) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (129) Insolvenz anmelden. Bei den übrigen Schuldnern wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 1 943 Verfahren gezählt, 67 Verfahren bzw. 3,3 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Von 1 481 privaten Verbrauchern wurde von Januar bis Juli 2012 das Insolvenzrecht in Anspruch genommen. Das waren 10 Verfahren mehr als in den ersten sieben Monaten 2011. Weitere 409 Verfahren (Januar bis Juli 2011: 501) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.
Autor: en

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