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Mo, 11:34 Uhr
19.11.2012

Ein Tag der Hoffnung auf Versöhnung...

Mit einem ökumenischen Gottesdienst begann die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag der Stadt Leinefelde-Worbis. In der Kirche in Breitenholz hatten Einwohner aus allen Stadtteilen Platz genommen. Ganz stark vertreten war vor allen Dingen die Feuerwehr...


Aber auch vom Kreisverbindungskommando Eichsfeld der Bundeswehr und der Marinekameradschaft des Eichsfeldes waren Vertreter bei der Veranstaltung dabei.

Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn) Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn)


Dechant Bernhard Wehner und der evangelische Pfarrer Traugott Eber gestalteten gemeinsam den Gottesdienst. Pfarrer Eber sagte, das der Volkstrauertag zwar kein kirchlicher Feiertag sei, das er aber in den christlichen Gottesdiensten zum Anlass genommen würde, die Verantwortung für Frieden, Toleranz und Versöhnung besonders zu thematisieren.

Dechant Wehner verlas einen Ausschnitt aus dem Gebet der Vereinten Nationen: Herrgott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen sind in sinnloser Trennung von Rasse, Hautfarbe und Weltanschauung.

Pfarrer Eber sagte, erinnernd an die Klagelieder des Jeremia u.a., die Bilder des Krieges sind seit Jahrtausenden immer die gleichen. Die bedauernswertesten Opfer sind die Kinder, die Frauen, die Alten. Er stellte aber auch die Frage, was tun wir als Gesellschaft, damit junge Menschen heute nicht den gewalt- und hasspropagierenden Ideologen von rechts oder links verfallen und von ihnen verführt werden.

Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn) Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn)


Im Anschluss an den Gedenk-Gottesdienst gingen alle Teilnehmer zum Kriegerdenkmal hinter der Breitenhölzer Kirche, um Kränze niederzulegen.

Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn) Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn)

Bürgermeister Gerd Reinhardt trat mit einer alten Postkarte ans Mikrofon. Geschrieben hatte sie sein Großvater am 11. April 1918 an seine Tochter, der Mutter von Gerd Reinhardt.

"Meine liebe Angela, mein liebes Töchterchen. Deiner gedenkend sendet Dir Dein Vater dieses kleine Kärtchen. Du bist sicher schon viel gewachsen, ich habe Dich solange nicht gesehen. Aber bald bin ich aus Frankreich zurück und dann werden wir sicher viel Freude haben“, war auf der Karte zu lesen.

Als diese liebevollen Zeilen Leinefelde erreichten und meiner Mutter vorgelesen wurden – sie war erst 4 – ist ihr Vater bereits tot, gefallen in Frankreich, sagte Gerd Reinhardt weiter. Auf eine ganz eigene Weise wird in den wenigen Worten das Grauen des Krieges sichtbar, erklärte der Bürgermeister. Obwohl ganz privat und aus einer längst vergangenen Zeit stammend, sind solche Zeilen und die sie begleitenden Umstände nach wie vor bitterer Alltag vieler Menschen auf der Welt, betonte Reinhardt.

Krieg ist auch im 21. Jahrhundert immer noch Realität. Der Volkstrauertag hat nicht an Aktualität verloren. Er sei ein Tag der Trauer und der Mahnung, aber auch ein Tag der Hoffnung auf Versöhnung und Verpflichtung für die Zukunft, so Gerd Reinhardt.

Mit Dankesworten an die Teilnehmer des Volkstrauertages in Leinefelde und vor allem an den Leinefelder Posaunenchor, der die Veranstaltung hier musikalisch sehr würdevoll umrahmte, beendete Gerd Reinhardt die Veranstaltung und lud alle in das Feuerwehrhaus zum Kaffee, den die Feuerwehrkameraden bereitgestellt hatten, ein.

Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn) Volkstrauertag Leinefelde-Worbis (Foto: Ilka Kühn)

Autor: en

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