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Mo, 11:18 Uhr
24.12.2012

Worte zum Weihnachtsfest 2012

"Erlösung kann man sich nicht selbst verschaffen" -
Wort zum Weihnachtsfest 2012 von Diözesan Administrator Weihbischof Reinhard Hauke...

Reinhard Hauke (Foto: Andreas Sturm) Reinhard Hauke (Foto: Andreas Sturm) Zu diesem Fest gehört traditionell ein Tannenbaum, schön geschmückt mit bunten Kugeln oder Naschwerk und mit strahlenden Kerzen. Im Zimmer, wo er steht, ist es behaglich warm, vielleicht erklingt eine schöne Musik, die Familie ist voll froher Erwartung beisammen und aus der Küche ziehen kulinarische Düfte durch die Wohnung. Um die Idylle perfekt zu machen, rieselt draußen leise der Schnee auf die ohnehin schneebedeckte Landschaft. Und, wo es einen gibt, knistert ein Feuer im Kamin.

In diese Idylle, die in vielen Fällen mehr Wunsch als Wirklichkeit ist, gehört auch die christliche Weihnachtsbotschaft: "Uns ist der Retter geboren, Christus, der Herr". Ein alttestamentlicher Bibeltext, der am Morgen des 25. Dezembers im katholischen Gottesdienst verlesen wird, spricht sogar von "erlösten Menschen". Erlösung - passt so ein Wort in die heimelige Weihnachtsstimmung? Gut, die Familienmutter fühlt sich vielleicht erlöst, wenn ihr der Abwasch nach dem Festessen abgenommen wird; der Vater des Hauses, wenn es doch nicht so viel schneit und er keinen Schnee schieben muss. Und Erlösung kann für manch einen auch bedeuten, dass das Familientreffen bei aller Unterschiedlichkeit der Familienmitglieder harmonisch verlief und es keinen Streit gab.

Wenn wir in die Welt schauen, fällt vieles auf, von dem wir wünschen, dass wir davon erlöst werden. Ich denke z.B. an den Klimawandel und sei-nen Folgen für Mensch und Natur, ich denke an ungerechte Verteilung von Gütern, die viele Menschen bitterarm und wenige sehr reich machen. Ich denke an Terror und Gewalt, die trotz vieler Bemühungen immer wieder die Oberhand zu haben scheinen. Auch im persönlichen Umfeld hat wohl jeder etwas, von dem er gern erlöst würde: unmenschlicher Leistungs-druck, Prüfungsangst, missgünstige Kollegen, gesundheitliche oder seeli-sche Beschwerden. Jeder trägt sein persönliches Päckchen mit dem, was er gern loswerden möchte.

Die Erlösung, von der die Bibel spricht und für die Gottes Sohn Mensch wurde, was Christen ja an Weihnachten feiern, ist jedoch kein Faustschlag Gottes auf den Tisch, mit dem alles geklärt und gut wäre ist. Die Erlösung durch Gott geschieht im Inneren eines jeden Menschen, sofern er sich dar-auf einlässt. Erlösung kann man sich nicht selbst verschaffen, sie ist ein Angebot, ein Geschenk. Aber sie ist dennoch keine Einbahnstraße. Erlö-sung setzt uns frei und ermöglicht uns so, mitzuwirken an der Erlösung der Welt. Indem wir uns etwa lösen: von gängigen Meinungen, die uns nur un-ter Druck setzen; von Vorurteilen, die ein Miteinander vergiften; von Ge-wohnheiten oder Bequemlichkeiten, mit denen wir selbst das Klima oder auch das Ausmaß notleidender Bevölkerungsteile beeinflussen.

Weihnachten unterstreicht, dass die Erlösung des Menschen durch Gott seinen Anfang genommen hat. Gott wird sie einst vollenden, auch das, was an unserem Leben und Wirken nur bruchstückhaft geblieben ist. Wenn wir dieses Geschenk annehmen und realisieren, wird sich auch unsere Welt, die kleine und die große, zum Besseren verändern.

In diesem Sinne wünsche ich frohe und gesegnete Weihnachtstage!
Autor: en

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