eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 11:06 Uhr
21.02.2013

Umweltbuch des Monats

Was passiert eigentlich mit Kindern, wenn man ihnen die Natur wegnimmt? Eine abstrakte Frage – mag man denken. Doch das Buch „Das letzte Kind im Wald?“ des US-Umweltaktivisten Richard Louv belegt auf makabre Art, dass diese Frage für Millionen US-amerikanischer Kinder längst konkret geworden ist...


Wie in so vielen – und beileibe nicht immer positiven – Fällen, sind die USA auch hier uns um Einiges voraus. Aktuell liegt der Umfang des wöchentlichen Medienkonsums amerikanischer Jugendlicher, so hat die Studie "Medienquadratgeneration" der Kayser Family Foundation 2010 ermittelt, bei rund 53 Stunden. Dass bei dieser unglaublich hohen Zahl neben Schule und oft langen Pendelzeiten faktisch keine Zeit mehr für eigene Naturerfahrungen bleibt, ist nachvollziehbar.

Louv diagnostiziert deshalb bei weiten Teilen der Jugend eine „Natur-Defizit-Störung“. Und er hat konkrete Vorschläge parat: Statt bei Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität immer gleich einen Arzt zu konsultieren, schlägt er vor, einfach raus in die Natur zu gehen. Er erklärt in seinem flüssig geschriebenen Buch nicht nur, warum junge (und erwachsene) Menschen die Natur brauchen und wie es zur Entfremdung der Kinder von der Natur gekommen ist, sondern liefert in einem ausführlichen Praxisteil 80 direkt umsetzbare Ideen für Umweltaktionen mit Kindern.

Auch wenn die von Louv geschilderten Entwicklungen in dieser Intensität bei uns in Deutschland noch nicht zu diagnostizieren sind, so sollte uns sein Buch aufrütteln. Kinder müssen in die Natur, um sich gesund entwickeln zu können – und ein tiefes, auch emotionales Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge zu empfinden.

Die Auszeichnung „Umweltbuch des Monats“ wird von der Redaktion des JAHRBUCH ÖKOLOGIE gemeinsam mit der Deutschen Umweltstiftung vergeben. Aus den monatlichen Preisträgern wird alljährlich im September zum Erscheinen des neuen Jahrbuchs das „Wichtigste Umweltbuch des Jahres“ gewählt.
Autor: en

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)