Mo, 16:17 Uhr
25.02.2013
Seitenwechsel für einen Tag
Der Tag heute war bei der Lebenshilfe in Leinefelde etwas anders als sonst. Die Mitarbeiter hatten Hilfe von Menschen erhalten, die sonst einen ganz anderen Job machen....
Es war der 17. November 2012, als Karsten Froböse, Chef der Nordthüringer Arbeitsagentur, anlässlich des Aktionstages Gesundheits- und Pflegeberufe in der Agentur für Arbeit Nordhausen, von Stand zu Stand ging und sich über die Arbeit von sozialen Einrichtungen informierte. Interessiert stellte er Fragen und nutzte die Angebote an den Ständen. Er ließ sich in einen Alters-Simulations-Anzug zwängen, legte sich in ein Bällchenbad und testete Hilfsmittel in der Pflege.
Karsten Froböse hat als Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in seinem Arbeitsalltag nichts mit Tätigkeiten, wie Unterstützung von Menschen mit Behinderung bei der Essenaufnahme, der Körperhygiene oder der Freizeitgestaltung zu tun. Dennoch liegen ihm gerade soziale Berufe sehr am Herzen.
Die Menschen werden heute älter als früher. Und weil es große Generationen sind, die da gerade immer älter werden, müssen sich immer weniger junge Menschen um immer mehr immer ältere Menschen kümmern. Im Jahr 2025 werden in Deutschland laut Hochrechnungen ungefähr 152.000 Mitarbeiter in Pflegeberufen fehlen, um alle Patienten und pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Und es geht jetzt schon los! In Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen gibt es nicht genug gut ausgebildete Fachkräfte. Überall werden Stellen ausgeschrieben und Azubis gesucht.
Als Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit weiß Karsten Froböse um diese Situation und wollte ein Zeichen setzen. Heute tauschte er seinen Anzug gegen legere Kleidung und verbrachte den Tag als Hilfskraft in den Einrichtungen der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis. Hier wartete ein umfangreiches Programm auf ihn.
Er hat schwerbehinderten Menschen bei der Esseneinnahme und der Körperhygiene unterstützt, mit einer Gruppe in der Werkstatt gearbeitet. Sicher hat ihn die eine oder andere Aufgabe auch an persönliche Grenzen gebracht, denn er wird musste viel Geduld, Geschick und Überwindung für diese ihm unbekannten Aufgaben mitbringen. Ganz neue Erlebnisse warteten auf ihn.
Karsten Froböse ist sich nicht zu schade, die Ärmel hochzukrempeln und Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe zu begegnen: Ich gebe gern zu, dass ich über die Arbeit in sozialen Berufen zu wenig weiß. Ich habe zwar große Hochachtung vor der Arbeitsleistung der Mitarbeiter, die sich in den Dienst an den Menschen stellen, mir fehlen allerdings konkrete Erfahrungen.
Aber Karsten Froböse war an diesem Tag nicht allein. Andrea Gunkel, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V., im Hauptberuf Rechtsanwältin und Werner Leukefeld als Mitglied des Vorstandes, haben ihn begleitet. Auch sie wollten praktische Erfahrungen sammeln und freuten sich über die Initiative des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.
Andrea Gunkel war bereits bei ihrem ersten Rundgang durch alle Bereiche der Einrichtung, kurz nach ihrer Wahl zur Vorstandsvorsitzenden, erstaunt über die vielfältigen Angebote und die Leistung von Beschäftigten und Mitarbeitern. Nun verließ sie für einen Tag ihre Kanzlei, um tiefer in die Materie einzutauchen und gemeinsam mit ihrem Vorstandkollegen Hand anzulegen. So ist es ihnen noch intensiver möglich, sich ein Bild von der Arbeit der Mitarbeiter in Schule, Werkstatt und Wohnstätte zu machen. Dieser Tag wird ihnen Einsichten ermöglichen, die ihr beruflicher Alltag nicht bietet. Sicher werden die Eindrücke dieses Tages in ihre Vorstandsarbeit einfließen.
Mit dieser Aktion machen die Teilnehmer dieses für sie besonderen Tages einerseits selbst praktische Erfahrungen in verschiedenen sozialen Berufen der Einrichtung, werben durch ihr Tun in Politik und Gesellschaft für mehr Wertschätzung gegenüber Fachkräften in der Sozialwirtschaft und stellen ihr soziales Engagement im Dienst an Menschen mit Behinderung in den öffentlichen Focus.
Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass dieser Arbeitsplatzwechsels keine einmalige Aktion ist, sondern von diesem Tag eine Initialzündung ausgeht, die auch Chefs und Mitarbeiter von anderen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sowie Politiker animiert, diesem Beispiel zu folgen.
Autor: enEs war der 17. November 2012, als Karsten Froböse, Chef der Nordthüringer Arbeitsagentur, anlässlich des Aktionstages Gesundheits- und Pflegeberufe in der Agentur für Arbeit Nordhausen, von Stand zu Stand ging und sich über die Arbeit von sozialen Einrichtungen informierte. Interessiert stellte er Fragen und nutzte die Angebote an den Ständen. Er ließ sich in einen Alters-Simulations-Anzug zwängen, legte sich in ein Bällchenbad und testete Hilfsmittel in der Pflege.
Karsten Froböse hat als Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in seinem Arbeitsalltag nichts mit Tätigkeiten, wie Unterstützung von Menschen mit Behinderung bei der Essenaufnahme, der Körperhygiene oder der Freizeitgestaltung zu tun. Dennoch liegen ihm gerade soziale Berufe sehr am Herzen.
Die Menschen werden heute älter als früher. Und weil es große Generationen sind, die da gerade immer älter werden, müssen sich immer weniger junge Menschen um immer mehr immer ältere Menschen kümmern. Im Jahr 2025 werden in Deutschland laut Hochrechnungen ungefähr 152.000 Mitarbeiter in Pflegeberufen fehlen, um alle Patienten und pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Und es geht jetzt schon los! In Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen gibt es nicht genug gut ausgebildete Fachkräfte. Überall werden Stellen ausgeschrieben und Azubis gesucht.
Als Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit weiß Karsten Froböse um diese Situation und wollte ein Zeichen setzen. Heute tauschte er seinen Anzug gegen legere Kleidung und verbrachte den Tag als Hilfskraft in den Einrichtungen der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis. Hier wartete ein umfangreiches Programm auf ihn.
Er hat schwerbehinderten Menschen bei der Esseneinnahme und der Körperhygiene unterstützt, mit einer Gruppe in der Werkstatt gearbeitet. Sicher hat ihn die eine oder andere Aufgabe auch an persönliche Grenzen gebracht, denn er wird musste viel Geduld, Geschick und Überwindung für diese ihm unbekannten Aufgaben mitbringen. Ganz neue Erlebnisse warteten auf ihn.
Karsten Froböse ist sich nicht zu schade, die Ärmel hochzukrempeln und Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe zu begegnen: Ich gebe gern zu, dass ich über die Arbeit in sozialen Berufen zu wenig weiß. Ich habe zwar große Hochachtung vor der Arbeitsleistung der Mitarbeiter, die sich in den Dienst an den Menschen stellen, mir fehlen allerdings konkrete Erfahrungen.
Aber Karsten Froböse war an diesem Tag nicht allein. Andrea Gunkel, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Leinefelde-Worbis e.V., im Hauptberuf Rechtsanwältin und Werner Leukefeld als Mitglied des Vorstandes, haben ihn begleitet. Auch sie wollten praktische Erfahrungen sammeln und freuten sich über die Initiative des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.
Andrea Gunkel war bereits bei ihrem ersten Rundgang durch alle Bereiche der Einrichtung, kurz nach ihrer Wahl zur Vorstandsvorsitzenden, erstaunt über die vielfältigen Angebote und die Leistung von Beschäftigten und Mitarbeitern. Nun verließ sie für einen Tag ihre Kanzlei, um tiefer in die Materie einzutauchen und gemeinsam mit ihrem Vorstandkollegen Hand anzulegen. So ist es ihnen noch intensiver möglich, sich ein Bild von der Arbeit der Mitarbeiter in Schule, Werkstatt und Wohnstätte zu machen. Dieser Tag wird ihnen Einsichten ermöglichen, die ihr beruflicher Alltag nicht bietet. Sicher werden die Eindrücke dieses Tages in ihre Vorstandsarbeit einfließen.
Mit dieser Aktion machen die Teilnehmer dieses für sie besonderen Tages einerseits selbst praktische Erfahrungen in verschiedenen sozialen Berufen der Einrichtung, werben durch ihr Tun in Politik und Gesellschaft für mehr Wertschätzung gegenüber Fachkräften in der Sozialwirtschaft und stellen ihr soziales Engagement im Dienst an Menschen mit Behinderung in den öffentlichen Focus.
Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass dieser Arbeitsplatzwechsels keine einmalige Aktion ist, sondern von diesem Tag eine Initialzündung ausgeht, die auch Chefs und Mitarbeiter von anderen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sowie Politiker animiert, diesem Beispiel zu folgen.