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Do, 07:58 Uhr
28.02.2013

„Kunst im Käfig“

Wie ein Profi bot Sabrina Schwanengel aus der Klasse 9L dem Versteigerungspublikum „zwei schöne Bilder für Ihr Wohnzimmer“ an, um anschließend, den Auktionshammer schwingend, zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten das jeweilige Ergebnis zu verkünden...

Die Versteigerung fand am Montag im Staatlichen Förderzentrum Birkungen statt, zur Eröffnung der 1. Schülerkunstausstellung der Klasse 7. Ihr Titel: „Kunst im Käfig“. Wer die Schule kennt, kennt selbstverständlich auch diesen sogenannten „Käfig“ - eine Stahlkonstruktion, die vom Keller bis unters Dach führt und der Sicherheit im Treppenhaus dient. Damit es hinter den Metallstangen nicht so leer aussieht, beherbergt der Käfig übers Jahr Sehenswertes, wie z. B. im Dezember den Weihnachtsbaum oder eben auch Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht.

„Schüler der Klasse 7 entdecken Bilder Alter Meister und gestalten sie neu“ lautete das Unterrichtsthema. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Elke Drews hatten sich die jungen Künstler jeweils für ein Werk eines berühmten Malers entschieden. Sie machten sich mit dessen Leben und Schaffen vertraut, dann wählte jeder ein Bild, um es mit einer anderen Technik, mit den eigenen Möglichkeiten in der Gegenwart neu darzustellen.

Dabei wagten sie sich u.a. an Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, an Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ bis hin zu Künstlern des 20. Jahrhunderts. Auch Edvard Munchs „Der Schrei“ gehört zu den Bildern. Angewendet wurden Buntstifte, Wachsstifte und Wasserfarben; einige Schüler entschieden sich für die Technik der Collage.

„Wir gehen an die Öffentlichkeit, aber wir hängen unsere Bilder nicht einfach nur hin, wir verkaufen sie“, lautete der Entschluss nach getaner Arbeit. Und dann ging es an die Vorbereitung: Einladungen wurden entworfen und verteilt, an Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, an die Vertreter der Arbeiterwohlfahrt, des Jugendamts und von TOURISMA Leinefelde.

Ein eigener Ausstellungskatalog wurde erstellt und zur Eröffnung angeboten. Eine Preisliste für die Bilder und als Krönung eine Versteigerung von zwei Werken gehörten dazu sowie ein hörenswertes Programm mit Texten und musikalischen Darbietungen. Viele andere Lehrer und Schüler waren beteiligt.

Hauswirtschaftslehrerin Edeltraud Stille hatte mit ihren Schülern aus der 9. Klasse ein Büfett vorbereitet. Der Traum der jungen Malerinnen und Maler: Einmal während ihrer Schulzeit in einen Freizeitpark fahren und diese Fahrt mit dem Besuch eines Kunstmuseums verbinden. So eine Klassenfahrt kostet viel Geld und das wollten die Schüler mit ihrem Projekt „Kunst im Käfig“ zum Teil selbst erarbeiten.

Das Eröffnungsprogramm führte die Gäste von der obersten Etage der Schule bis in den Keller, wobei sie auf jeder Etage verweilten, um den nächsten Programmabschnitt in Form von Text, Musik und Bilderläuterungen zu erleben. Vom Mutigsein ihrer Schüler, die etwas wagen wollten, hatte Elke Drews zur Eröffnung gesprochen und unterstrichen: „Hätten die Maler der Kunstwerke, die uns als Vorbilder dienten, nicht den Mut gehabt, den ersten Schritt zu gehen, würden ihre Bilder heute nicht in den berühmtesten Museen der Welt hängen.“
Christine Bose
Autor: en

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